Spaniens Sergio Ramos Der vielleicht beste Verteidiger der Welt

Er köpft, grätscht und ist auf dem Weg zur Legende: Sergio Ramos spielt seit mehr als 13 Jahren für Spanien. Gegen Deutschland feiert der Abwehrstar von Real Madrid ein imposantes Jubiläum.

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Der Fußball der spanischen Nationalmannschaft hat sich in den vergangenen zehn Jahren immer wieder verändert, EM- und WM-Titel gingen nach Spanien, wichtige Spieler kamen und gingen. Sergio Ramos war immer dabei. Der Verteidiger wird in einer Woche 32 Jahre alt, der Profi von Real Madrid polarisiert wegen seiner kompromisslosen Spielweise. Auch im Länderspiel gegen Deutschland (20.45 Uhr, SPIEGEL ONLINE Liveticker) dürfte Ramos keine Blumen verteilen. Höchstens Veilchen.

Beeindruckende 24 Mal ist er in seiner Profikarriere bisher des Platzes verwiesen worden, übrigens nie im Nationaltrikot. Aber vielleicht wird selbst Ramos vor seinem kommenden Geburtstag ein wenig wehmütig. Vor 13 Jahren hat schließlich alles angefangen.

Mit einem Tor von Mateja Kezman für die Auswahl von Serbien und Montenegro war an diesem Märzabend des Jahres 2005 nicht mehr zu rechnen. In der 80. Minute nahm Serbiens Trainer seinen torgefährlichsten Angreifer vom Feld. Ein Grund für den wirkungslosen Auftritt des früheren PSV-Stürmers war Spaniens rechter Verteidiger.

149 Länderspiele später ist Ramos immer noch da

Der Jungspund mit den wehenden Haaren im Gesicht erledigte seine Aufgabe gegen Kezman und Co. unaufgeregt. Am Ende blieb es bei einem torlosen Remis. Es war ein für Spanien damals ordentliches Ergebnis beim hitzigen Auswärtsspiel vor 40.000 Zuschauern in Belgrad in der WM-Qualifikation. Die große Zeit des Teams war noch einige Jahre hin.

Seit dem 30. März 2005 sind 13 Jahre vergangen. Ramos trägt die Haare längst nicht mehr lang und wild. Und er verteidigt schon lange nicht mehr auf der rechten Seite, er gibt Kommandos aus der Abwehrmitte. Dort wurde Sergio Ramos zum vielleicht besten Verteidiger der Welt.

Am Abend wird der Abwehrspieler gegen die DFB-Auswahl sein 150. Länderspiel für Spanien bestreiten. Der Rekord vom ewigen Torwart Iker Casillias (167 Länderspiele) könnte bald fallen. Noch nicht bei der Weltmeisterschaft in Russland, dort will Ramos ohnehin erst einmal seinen zweiten WM-Titel nach 2010 gewinnen.

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Aber: Ist Spanien bereit für den Titel? Die WM-Qualifikation jedenfalls verlief unter dem neuen Trainer Julen Lopetegui glänzend. Das Team feierte in zehn Spielen neun Siege, spielte einmal remis und konnte so frühzeitig mit den Planungen für Russland beginnen. Mit Andrés Iniesta als Taktgeber im Mittelfeld und Nachwuchsstars wie Marco Asensio verfügt Spanien weiter über eines der bestbesetzten Teams im Teilnehmerfeld.

Mit David De Gea von Manchester United hat die Auswahl auch wieder eine starke Nummer eins. Vor dem Torwart bilden Reals Daniel Carvajal sowie Gerard Piqué und Jordi Alba (beide FC Barcelona) an der Seite von Ramos eine eingespielte Stammabwehr von internationalem Top-Format. In der Qualifikation kassierte Spanien nur drei Gegentore. Eine beachtliche Quote, auch wenn diese durch Gruppengegner wie Mazedonien, Liechtenstein oder Albanien relativiert wird.

Was passiert mit Diego Costa?

Problemzonen gibt es auch. Offen ist die Frage nach dem Mittelstürmer. Und damit die nach Diego Costa. Der Angreifer von Atlético Madrid steht exemplarisch für das größte Debakel der vergangenen so erfolgreichen Jahre. Bei der WM 2014 scheiterte der damalige Weltmeister kläglich. Spaniens Nationaltrainer Vincente Del Bosque hatte vor vier Jahren mit Costa als Mittelstürmer ein Experiment gestartet, das schlimm endete.

Nicht nur, aber auch wegen des Fremdkörpers Costa fiel das spanische System in sich zusammen. Das Team verlor seine Auftaktpartie gegen die Niederlande 1:5, danach 0:2 gegen Chile - das vorzeitige WM-Aus war perfekt.

Geschlossen ist die Akte Costa nicht, auch nicht nach dessen Nichtberücksichtigung bei der EM 2016. Trainer Lopetegui hat den 29-Jährigen zurückgeholt. Costa dankte ihm: mit fünf Toren in fünf Qualifikationsspielen. Der Ex-Stürmer des FC Chelsea wird wahrscheinlich auch zur Startelf gegen Deutschland gehören.

Sergio Ramos wirkt nicht wie einer, der sich große Gedanken über die falsche Neun oder schnelles Umschaltspiel macht. Obwohl er über eine beeindruckend starke Technik verfügt, sieht sein Abwehrhandwerk mitunter erstaunlich altmodisch aus. Im Notfall besteht sein Spielaufbau darin, den Ball weit aus der eigenen Hälfte zu schlagen.

Geschadet hat er Sergio Ramos jedenfalls nicht. Wenn in den WM-Vorrundenspielen gegen Marokko, Iran und Portugal und in der K.-o.-Phase alles nach Plan für Ramos läuft, könnte er am 15. Juli sein 160. Länderspiel feiern. Dann findet das Finale der Fußball-WM statt.



insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
roenga 23.03.2018
1. Ne echt?
"Beeindruckende 24 Mal ist er in seiner Profikarriere bisher des Platzes verwiesen worden.." Bislang dachte ich immer, wer vom Platz fliegt hat etwas falsch gemacht und seinem Team geschadet, weil er zu Fouls greifen musste um seinem Gegenspieler beizukommen, wo andere mit fairen Mitteln mehr Erfolg hatten. Jetzt erfahre ich, dass der Autor die Ansammlung roter Karten für einen Spieler als Qualitätsmerkmal empfindet. damit wäre dann Sergei Barbarez mit 8 Platzverweisen der beeindruckendste Spieler der Bundesliga Geschichte.
butch82 23.03.2018
2. Ja mit Sicherheit
einer der besten Verteidiger der Welt, spielt schon sehr lange auf Top-Niveau. Er hat Titel gesammelt wie andere Briefmarken. Aber für mich einer der unsympathischsten und unfairsten Spieler die ich je gesehen habe. Hart spielen ist ja ok, aber das teilweise brutale Spiel und sich dann noch beschweren gepaart mit dem dauernden Karten für andere fordern und Schauspiel sind oft nur schwer zu ertragen.
Pudi 23.03.2018
3. Unglücklich
Zitat von roenga"Beeindruckende 24 Mal ist er in seiner Profikarriere bisher des Platzes verwiesen worden.." Bislang dachte ich immer, wer vom Platz fliegt hat etwas falsch gemacht und seinem Team geschadet, weil er zu Fouls greifen musste um seinem Gegenspieler beizukommen, wo andere mit fairen Mitteln mehr Erfolg hatten. Jetzt erfahre ich, dass der Autor die Ansammlung roter Karten für einen Spieler als Qualitätsmerkmal empfindet. damit wäre dann Sergei Barbarez mit 8 Platzverweisen der beeindruckendste Spieler der Bundesliga Geschichte.
Naja, beeindruckend sind 24 Platzverweise schon, aber der Autor wollte damit wohl eher das kompromisslose Spiel von Ramos unterstreichen. Den einen Besten gibt es nicht, aber Ramos gehört mit Sicherheit, auch trotz der 24 roten Karten, zu den Besten seiner Zunft.
delusionist 23.03.2018
4. Ein großer mag er sein...
... Aber nur ein riesengroßer Unsympath. "Polarisieren" ist untertrieben. Teils unfair bis zum gehtnichtmehr mit versteckten Fouls, überhartem Einsteigen egal in welcher Situation, und Schwalbenkönig. (Man erinnere sich an das letztjährige Championsleague-Finale, in dem er beim Stand von 3:1 noch den sterbenden Schwan markierte, ohne berührt worden zu sein, und seinem Gegner so die rote Karte wegen angeblicher Tätlichkeit einhandelte.) Das ist wirklich herausragender Sportsgeist. Natürlich werden sie ihm in Madrid und wohl auch für die spanische Nationalmannschaft ein Denkmal setzen, er hat ja seit 2005 durchaus einige Titel mit Nationalmannschaft und mit Real gesammelt. Aber einen sportlichen Fairnessgedanken hat er für mich nie überzeugend vermittelt, eher die Attitüde "gewinnen um jeden Preis", und ich denke nicht, dass so ein Spieler es verdienen würde, hier über den Klee gelobt zu werden, ohne dass dieser Aspekt deutlich angesprochen wird. "Kompromisslose Spielweise" ist jedenfalls eine Verharmlosung.
widower+2 23.03.2018
5. Hummels
Hummels hat heute mal wieder gezeigt, dass er turmhoch über einem Ramos steht. Diese turmhohe Überlegenheit im Spielerischen wird eigentlich nur noch durch die Überlegenheit in Bezug auf die Intelligenz getoppt. Ramos gilt selbst in Spanien als absolute Witzfigur mit dem IQ einer unterdurchschnittlich begabten Pappschachtel. Den muss man wirklich nicht so hochjubeln, da er in keinerlei Beziehung als Vorbild taugt.
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