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Mesut Özil: Freigeist in Ketten

Aus Recife berichten und

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DPA

Nationalspieler Özil: Bisher noch nicht geglänzt

Die Erwartungshaltung ist riesig. Aber es fällt Mesut Özil schwer, sie zu erfüllen. Der Mittelfeldregisseur muss bei der WM auf einer für ihn fremden Position spielen - und wirkt dabei verkrampft.

SPIEGEL ONLINE Fußball
Mesut Özil sitzt auf dem Podium, die Weltöffentlichkeit schaut ihm zu. Özil trägt Trainingskleidung, seine Stutzen sind bis zu den Knien hochgezogen. Er schaut ins Plenum, weit aufgerissene Augen, seine Pupillen tanzen umher.

Es ist Özils erster öffentlicher Auftritt bei dieser WM, wenige Minuten vor dem Abschlusstraining vor dem letzten Gruppenspiel gegen die USA. Es ist kein einfacher Termin für den gebürtigen Gelsenkirchener, dem das Scheinwerferlicht und Journalistenfragen noch nie angenehm waren. Özil muss sich quälen.

Es kommen Fragen zu seinen bislang eher mäßigen WM-Auftritten, zu seinem nicht abgerufenen Leistungspotenzial. Özil gilt als einer der talentiertesten deutschen Nationalspieler, ein Wunderfüßchen. Gezeigt hat er das bei dieser WM noch nicht wirklich. Beim ersten Spiel gegen Portugal agierte er schwach, fiel in einer starken deutschen Mannschaft deutlich ab. Er verlor viele Bälle, setzte seine Mitspieler kaum in Szene und scheiterte in der zweiten Hälfte freistehend am gegnerischen Torwart. Bei seiner Auswechslung in der 67. Minute rannte sein alter Kumpel aus Madrider Tagen, Sami Khedira, zu ihm und tätschelte ihm aufmunternd die Wange, als wolle er ihn trösten.

"Eigentlich bin ich zufrieden mit meiner Leistung"

In den Tagen nach dem Spiel gab es Negativschlagzeilen für den 25-Jährigen. Seine Körpersprache, seine Lustlosigkeit, sein Phlegma wurden zu Angriffspunkten. Özil schwieg, zog sich zurück. Und zeigte dann beim zweiten Spiel gegen Ghana, dass weit mehr in ihm steckt. Zumindest nahm er die Laufarbeit auf, setzte einige gefährliche Flanken, dribbelte manchmal erfolgreich.

Der Özil, der bei der WM 2010 die Fußballwelt mit brillanten Pässen und Hackentricks ins Staunen versetzte, war das aber noch nicht. "Ich weiß selbst, dass ich noch erheblich besser spielen kann", sagte Özil am Mittwoch. Um kurz darauf zu ergänzen: "Aber eigentlich bin ich zufrieden mit meiner Leistung. Mir fehlen vielleicht nur ein bisschen die Tore und Vorlagen. Ich weiß aber, was ich kann und werde das in dem Turnier noch zeigen."

Die bislang noch nicht überzeugende Leistung von Özil mag auch damit zu tun haben, dass der ehemalige Spieler von Real Madrid, der als teuerster deutscher Transfer vor der vergangenen Saison für 50 Millionen Euro zu Arsenal London wechselte, bei dieser WM eine für ihn völlig neue Rolle spielen muss. Während er als Regisseur des DFB-Teams noch in der WM-Qualifikationsrunde in zehn Spielen acht Tore erzielte, muss er nun auf dem rechten Flügel agieren, da Löw den klassischen Spielgestalter abgeschafft hat. Toni Kroos bedient die deutsche Offensive nun aus einer Quarterback-ähnlichen Rolle heraus.

"Jeder weiß, dass die Spielmacherposition meine Lieblingsposition ist", sagt Özil. Er habe nun weniger Freiheit, müsse seine Bälle weiter rechts abholen. Und auch die Defensivarbeit lastet mehr auf ihm. "Aber das soll keine Ausrede sein", sagt Özil. Es wirkt, als kämpfe ein Freigeist, ein Kreativer, mit den Fesseln seines Trainers. Öffentlich würde Özil sich niemals gegen seinen Coach Joachim Löw auflehnen, dafür ist er viel zu brav. Aber es nagt an ihm.

"Er kommt immer besser ins Spiel"

Hoffnung kann Özil aus der Vergangenheit schöpfen. Vor vier Jahren spielte er als Jungnationalspieler mit 21 Jahren sein erstes WM-Turnier. Nach den ersten beiden Gruppenspielen hagelte es Kritik, Özil war kaum präsent. Im entscheidenden Spiel gegen Ghana schoss er dann das entscheidende Tor und zeigte Auftritte, die selbst der große brasilianische Superstar Pelé als "brillant, zauberhaft" bezeichnete. Die beiden K.o.-Runden-Auftritte gegen England und Argentinien wurden zur Özil-Gala. Kurz nach dem Turnier kaufte ihn Real Madrid Werder Bremen weg.

Ob Özil zu solchen Leistungen auch bei diesem Turnier in der Lage ist? Seine erste Saison in England war durchschnittlich. Zwar gelang ihm mit Arsenal der dritte Pokalsieg im dritten Land, aber er kämpfte immer wieder mit kleineren Verletzungen, die seinen Rhythmus blockierten. Dies soll bei der WM anders sein.

"Er kommt immer besser ins Spiel, nimmt unsere Aufgaben gut an", sagt DFB-Co-Trainer Hans-Dieter Flick. Die Trainer im deutschen Stab hoffen, dass Özils geniale Momente noch kommen werden. "Dann kann er auch einen richtigen Lauf bekommen", sagt Flick.

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insgesamt 103 Beiträge
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1. Fiel gegen Portugal deutlich ab?
Baelauchbaby 25.06.2014
Kicker-Note 3, ebenso wie Khedira, Merte, Höwedes und dem heiligen Lahm! Lob von Scholl nach dem Spiel, einem Mann der wohl nicht nur in meinen Augen mehr von Fußball versteht als Sie, Herren Buschmann und Ahrens. Aber hey, man braucht ja immer einen Sündenbock. Gegen Portugal wurden vom kicker, einem Magazin, welches ebenfalls mehr vom Fußball verstehen dürfte als Sie, nur fünf Spieler besser als Özil bewertet, dafür aber 4 schlechter. Inklusive dem heiligen Lahm.
2.
WhereIsMyMoney 25.06.2014
Das Problem ist dass man für Ozil das ganze System umstellen müsste. Für die Spielmacherposition ist er zu schwach, da wo er jetzt spielt zu torungefährlich. Aber er muss eben das beste daraus machen. Es gibt keinen anderen Weg.
3. wie schon mehrfach geschrieben
3zack 25.06.2014
Das Problem der deutschen Nationalmannschaft heißt Jürgen Löw, der Mann der es schafft eine goldene Spielergeneration durch sein Unfähigkeit von internationalen Titeln fernzuhalten. Sein System, seine Taktik und Spieler auf Positionen welche von ihnen nur unzulänglich ausgefüllt werden. Beim nächsten starken Gegner, evtl. schon U.S.A., bricht die BRD Auswahl ein. Berti Vogts weilt in Brasilien, bitte übernehmen und schick den Friseur dahin wo er hingehört, ins Badische wo keiner wirklich freiwillig hin will.
4.
tronx24 25.06.2014
Zitat von 3zackDas Problem der deutschen Nationalmannschaft heißt Jürgen Löw, der Mann der es schafft eine goldene Spielergeneration durch sein Unfähigkeit von internationalen Titeln fernzuhalten. Sein System, seine Taktik und Spieler auf Positionen welche von ihnen nur unzulänglich ausgefüllt werden. Beim nächsten starken Gegner, evtl. schon U.S.A., bricht die BRD Auswahl ein. Berti Vogts weilt in Brasilien, bitte übernehmen und schick den Friseur dahin wo er hingehört, ins Badische wo keiner wirklich freiwillig hin will.
Der Redakteur hat scheinbar ein anderes Spiel gesehen als wir. Özil war in beiden Spielen die zentrale Figur und im Ghana Spiel mit Sicherheit der beste Mann in der deutschen Elf. Ich rate dem Redakeur sich beide Spiele nochmal anzuschauen.
5. Starker Gegner
iNSBunny 25.06.2014
Zitat von 3zackDas Problem der deutschen Nationalmannschaft heißt Jürgen Löw, der Mann der es schafft eine goldene Spielergeneration durch sein Unfähigkeit von internationalen Titeln fernzuhalten. Sein System, seine Taktik und Spieler auf Positionen welche von ihnen nur unzulänglich ausgefüllt werden. Beim nächsten starken Gegner, evtl. schon U.S.A., bricht die BRD Auswahl ein. Berti Vogts weilt in Brasilien, bitte übernehmen und schick den Friseur dahin wo er hingehört, ins Badische wo keiner wirklich freiwillig hin will.
Tägl grüßt das Murmeltier. wenn usa verliert, dann trifft man im 1/8 auf den ersten starken. und wenn immer noch nicht verloren wurde, dann im 1/4. und wenn man den titel irgendwie gewinn, wars schiebung. Und sie als weltklassetrainer hätten schon längst 3 titeln geholt. Kleine nachfrage: wann haben sie ihren trainerschein gemacht?
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