Fifa präzisiert Regeln Los könnte entscheiden, ob Deutschland ins Achtelfinale kommt

Deutschland, Schweden, Mexiko, Südkorea - in der WM-Gruppe F können noch alle weiterkommen oder rausfliegen. Ob das DFB-Team am Ende ausscheidet, könnte auch an Jérôme Boateng liegen.

Toni Kroos (r.) mit Marco Reus
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Toni Kroos (r.) mit Marco Reus


Die Fairplay-Wertung oder der Losentscheid können doch noch darüber entscheiden, ob Deutschland ins Achtelfinale einzieht oder nicht. Der Weltverband präzisierte auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur am Sonntagabend sein Regelwerk. Der offizielle Regeltext für die WM hatte zuvor Interpretationsspielraum offen gelassen.

Nun ist klar: Sollte Deutschland am Mittwoch in Kasan mit 0:1 gegen Südkorea verlieren und zeitgleich Schweden 0:1 gegen Mexiko unterliegen, würde folgender Fall eintreten: Zwischen dem DFB-Team, Schweden und Südkorea würde wegen Punkt- und Torgleichheit ein Dreiervergleich gebildet.

Darin hätten alle drei Teams drei Punkte. Deutschland und Schweden hätten innerhalb des Dreiervergleichs ein Torverhältnis von 2:2, Südkorea von 1:1. Die Asiaten wären damit ausgeschieden, da sie weniger Tore erzielt haben.

Um zu bestimmen, ob Deutschland oder Schweden weiter ist, zählt anschließend jedoch nicht der direkte Vergleich zwischen beiden Teams. Stattdessen käme es zum Vergleich der Fairplaywertung.

Darin liegt Deutschland mit zwei Gelben Karten und Gelb-Rot für Jérôme Boateng vor dem letzten Spiel schlechter als die Schweden, die bislang dreimal Gelb sahen. Sollte es hier auch zu einem Gleichstand kommen, würde das Los entscheiden.

Sollte Deutschland 1:0 gegen Südkorea gewinnen und Schweden 1:0 gegen Mexiko, würde ebenfalls die Fairplay-Wertung und bei Gleichstand das Los entscheiden, ob Deutschland oder Schweden als Gruppenerster ins Achtelfinale kommt. Mexiko wäre dann als Gruppendritter ausgeschieden.

Insgesamt erreicht Deutschland das Achtelfinale ...

- wenn das DFB-Team mit mindestens zwei Toren Unterschied gegen Südkorea gewinnt.

- wenn das DFB-Team gegen Südkorea gewinnt und Schweden nicht gegen Mexiko gewinnt.

- wenn das DFB-Team gegen Südkorea gewinnt, Schweden gegen Mexiko gewinnt, und Deutschland bei gleicher Tordifferenz der beiden Teams nicht weniger geschossene Tore hat.

- wenn das DFB-Team gegen Südkorea unentschieden spielt und Schweden gegen Mexiko verliert.

- wenn das DFB-Team gegen Südkorea unentschieden spielt und Schweden ebenfalls ein Remis gegen Mexiko erzielt. Dann muss Deutschland mehr oder gleich viele Tore bei seinem Unentschieden erzielen als bzw. wie Schweden.

- wenn das DFB-Team gegen Südkorea mit einem Tor Unterschied verliert und Schweden gegen Mexiko ebenfalls mit dem gleichen Ergebnis verliert. Dann käme es zum Dreiervergleich zwischen Deutschland, Schweden und Südkorea. In diesem Fall hätte Deutschland bei einer Niederlage von 1:2, 2:3, etc. die meisten geschossenen Tore im Dreiervergleich und wäre weiter.

Für den Fall, dass Deutschland und Schweden 0:1 verlieren, käme es zu einem Vergleich der Fairplay-Wertung beider Teams. Sollte auch hier Gleichheit herrschen, müsste das Los entscheiden. Hier hatte der offizielle Regeltext Interpretationsspielraum geboten, ob der direkte Vergleich zwischen Deutschland und Schweden zählt. Dies ist für dieses Szenario jedoch nicht der Fall.

koe/dpa



insgesamt 37 Beiträge
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stoffi 25.06.2018
1. Ich hoffe
Deutschland hat den Schneid, gegen Korea voll einzusteigen und die Fans mit zu nehmen. das liegt sicher auch an der Aufstellung. Ohne die Fans ist es aussichtslos weiter zu kommen. Denn sie tragen ein Team. Löw hat es in der Hand , ob gejubelt oder gepfiffen wird. Mit den Fans im Rücken werden sie dann einen hohen Sieg erringen und dann braucht es keine Rechnereien mehr, ob oder ob nicht. Das Zeug dazu hat die Mannschaft man muss nur in der Lage sein, das auf dem Platz mit den Fans abzurufen. Das Kroos die nun beschimpft hat, ist sicherlich ihrer nötigen Unterstützung nicht förderlich gewesen.
kopi4 25.06.2018
2.
Fünf Euro ins Phrasenschwein: Entscheidend is auf`m Platz! Überhaupt,Fairplay-Wertung: Da fragen sich unsere Alt-Internationalen Experten doch was das für ein Kokolores ist. Die Truppe von 82 wäre mit sowas nicht über die Vorrunde hinausgekommen, Mario Basler kennt das Wort nur wegen der gleichnamigen Zigarettenmarke und Stefan "ich pack mal eben die Monstergrätsche aus um meine Jungs wachzurütteln" Effenberg schüttelt das weise Haupt...
ollis.post 25.06.2018
3.
Meinen Respekt an den Redakteur das das alles auseinandergedröselt hat (was wenn, hätte, könnte, würde ... etc)
viwaldi 25.06.2018
4. So ein Unfug
Wer Südkorea (!) nicht mit mindestens zwei Toren schlagen kann, sollte nicht im Traum daran denken, ein Weiterkommen verdient zu haben. Was sind das den für erbärmliche Rechenspielchen. Bei einer Niederlage gegen Südkorea bei einer WM erwarte ich den Rücktritt von Löw, nichts weniger. Deutschland wird klar siegen, und dieser Artikel bleibt der Beweis für hasenfüßigen Klick-Journalismus.
mrschabak 25.06.2018
5. "ALLE" ist nicht gleich "JEDER"
Lieber Autor. Es ist in der heutigen Zeit von Grammatikverfall nicht ungewöhnlich, auch bei einem etablierten Magazin bzw. dessen Online-Auftritt, Fehler zu finden. Trotzdem sei an dieser Stelle mal gesagt, dass es gerade für eine Überschrift einen Unterschied gibt zwischen "ALLE" und "JEDER". In der Qualifikation zum Achtelfinale können nur zwei Mannschaften, also nicht "ALLE", weiterkommen, wenn auch es JEDE x-beliebige Mannschaft aus der Gruppe sein kann. Bitte mal den Verfall von Grammatik und Rechtschreibung bändigen.
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