Kurzpässe: Löw kritisiert Berlin, HSV hat Interesse an Kuyt

In Europa sind nur die spanische und englische Liga stärker als die Bundesliga. Joachim Löw hat die Bundesligisten wegen ihrer vielen Trainerwechsel kritisiert. Und: Der Hamburger SV will den niederländischen Nationalspieler Dirk Kuyt verpflichten. 

Bundestrainer Löw: "Berlin holt sich drei oder vier verschiedene Philosophien in einem Jahr" Zur Großansicht
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Bundestrainer Löw: "Berlin holt sich drei oder vier verschiedene Philosophien in einem Jahr"

Hamburg - Die Bundesliga bleibt die drittstärkste Spielklasse in Europa. Mit dem 2:1-Sieg von Bayern München im Halbfinal-Hinspiel gegen Real Madrid festigte sie in der Fünf-Jahres-Wertung der Uefa ihre Position vor der italienischen Serie A auf Rang vier. Der AC Mailand war als letzter verbliebener italienischer Europacup-Vertreter im Viertelfinale am FC Barcelona gescheitert. In der Fünfjahreswertung führt weiterhin England vor Spanien, Portugal belegt Rang fünf.

Bundestrainer Joachim Löw hat einige Bundesligisten wegen ihrer vielen Trainerwechsel kritisiert. "Du musst doch einen Trainer holen, der für die Vereins-Philosophie steht. Berlin holt sich drei oder vier verschiedene Philosophien in einem Jahr. Da kann man sich ausrechnen, dass das nicht auf fruchtbaren Boden fällt. Diese ständigen Trainerwechsel sorgen dafür, dass am Ende nichts mehr zusammenpasst", sagte der 52-Jährige der "Bild"-Zeitung.

Seit Wochen wird über eine Rückkehr von Claudio Pizarro zum FC Bayern München spekuliert. Meldungen, der Transfer des Stürmers sei perfekt, dementierten die Münchener jedoch am Freitag. "Es gibt keinen Vertrag. Es hat keine Gespräche gegeben und es ist auch nicht so, dass er am Montag vorgestellt wird", sagte Pressechef Markus Hörwick vor der Partie gegen Pizarros Club Werder Bremen (Samstag, 15.30 Uhr). Pizarro, der von 2001 bis 2007 bereits für den Rekordmeister spielte, soll ein Wunschkandidat von Trainer Jupp Heynckes sein. Der mit 158 Toren erfolgreichste ausländische Stürmer der Bundesliga kann die Bremer am Saisonende ablösefrei verlassen.

Der Hamburger SV hat Interesse an einer Verpflichtung des niederländischen Stürmers Dirk Kuyt angemeldet. "So ein Spieler wie Kuyt, kann jedem Verein viel geben. Er ist ein echter Teamplayer mit einer hervorragenden Mentalität", sagte Sportdirektor Frank Arnesen. Der 31-Jährige Kuyt hat beim FC Liverpool noch einen Vertrag bis 2013, soll aber eine Ausstiegsklausel besitzen. Unter Trainer Kenny Dalgish gehörte der Vize-Weltmeister von 2010 zuletzt nicht mehr zur ersten Elf der Liverpooler.

Sejad Salihovic und Tobias Weis bleiben bis Ende Juni 2016 bei 1899 Hoffenheim. "Sie sind Eckpfeiler des Teams. Ich bin froh, dass wir sie überzeugen konnten", sagte Trainer Markus Babbel nach den Vertragsverlängerungen. Der alte Kontrakt des bosnischen Nationalspielers Salihovic lief bis 2013, Weis war ursprünglich bis Saisonende gebunden. Salihovic ist seit der Regionalliga-Zeit 2006 bei Hoffenheim und hat in 181 Spielen bislang 47 Tore erzielt.

Der abstiegsgefährdete Bundesligist Hertha BSC hat für die kommende Saison zwei Lizenzen erhalten: für die 1. und 2. Bundesliga. Bis zum 31. Mai muss der Club allerdings einige Bedingungen erfüllen, die die finanzielle Sicherheit im Falle des Abstiegs betreffen. Für die zweite Liga plant Hertha mit 32 Millionen Euro, die Bundesliga könnte mit einem Etat von knapp 60 Millionen Euro angegangen werden. Ingo Schiller, Finanzgeschäftsführer des Vereins, ist davon überzeugt, dass Hertha rechtzeitig "alles Erforderliche" bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) einreichen wird. Die DFL überprüft vor jeder Saison die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Profivereine.

Vor dem Auswärtsspiel beim FC Augsburg entspannt sich die Personallage bei Schalke 04. Mit Torhüter Lars Unnerstall, Jefferson Farfan und Sergio Escudero stehen Trainer Huub Stevens wieder drei Alternativen zur Verfügung. Die angeschlagenen Ciprian Marica und Julian Draxler sind hingegen für die Partie am Sonntag (15.30 Uhr) weiter fraglich. Auf die gesperrten Christian Fuchs und Kyriakos Papadopoulos (Muskelfaserriss) muss Coach Stevens ohnehin verzichten.

Dem italienischen Fußball droht erneut ein Skandal. Die Staatsanwaltschaft der Stadt Piacenza hat Ermittlungen gegen 21 Fußballmanager und mehrere Vereine der Serie A und B in die Wege geleitet. Ihnen soll Steuerhinterziehung in Millionenhöhe bei Spielertransfers vorgeworfen werden. Zu den Verdächtigen sollen Italiens prominenteste Manager gehören. Darunter auch Alessandro Moggi, Sohn des skandalumwitterten Ex-Sportdirektors von Juventus Turin, Luciano Moggi.

kem/psk/sid/dpa

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1. Problembär
stiip 20.04.2012
Zitat von sysopGetty ImagesIn Europa sind nur die spanische und englische Liga stärker als die Bundesliga. Der FC Bayern hat die Einigung mit Werder-Stürmer Claudio Pizarro dementiert. Und: Der Hamburger SV will den niederländischen Nationalspieler Dirk Kuyt verpflichten. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,828778,00.html
Recht haben Sie, Herr Löw. Aber mal ganz im Ernst: Sie würden den Job doch auch nicht machen wollen ;-) Als Fan der Alten Dame bin ich ja schon froh, dass Otto Rehhagel sich das noch antut, obwohl er es bei Gott nicht nötig hat. Die Zeiten, in denen ein Konzepttrainer vom Format eines Lucien Favre noch für die Hertha arbeiten wollte, sind wohl für lange, lange Jahre vorbei. Wenn ein Manager, der noch nicht viel Erfahrung hat, Fehler macht, mag das noch verzeihlich sein. Wenn er aber über Jahre hinweg stur und unbeirrt immer wieder die gleichen Fehler macht und keinen Trainer in Ruhe arbeiten lässt, woher soll denn dann ein Konzept kommen? Wer einem Favre fast alle Schlüsselspieler wegverkauft, ohne für adäquaten Ersatz zu sorgen, und ihn dann ein Vierteljahr später als Sündenbock vom Hof jagt -- anschließend einen Misserfolgstrainer holt, den nicht einmal die Fahrstuhlmannschaft aus Frankfurt noch haben wollte, und zwei Jahre später exakt den gleichen Fehler wiederholt -- zwischenzeitlich einen Markus Babbel beleidigt vor die Tür setzt, obwohl der (wenn auch mit arg beschränktem Repertoire) aus einem ständig pleitegefährdeten Club noch das Maximum an sportlichem Erfolg rausgeholt hat -- und so viel Sensibilität besitzt, sich sogar neben einen alten Haudegen wie Rehhagel Spieltag für Spieltag auf die Bank zu setzen, als wäre er ein unzuverlässiger Mitarbeiter, der permanent überprüft werden muss -- der hat sich als eigentlicher Problembär bei der Hertha schon mehr als überqualifiziert. Aber so wie ich "meine" Hertha kenne, wird das Präsidium am 29. Mai mangels Alternativen wieder mit überwältigender Mehrheit bestätigt. Wenn es ganz dumm kommt, ist Preetz dann Manager eines Vereins, der nicht einmal die Lizenz für die 2. Liga erhält.
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