Deutschland vs. Niederlande Schiedsrichter erfuhr in der Halbzeit vom Tod der Mutter - und pfiff die Partie zu Ende

Diese Bilder sorgten für Verwunderung: Nach der Partie zwischen Deutschland und den Niederlanden weinte der Schiedsrichter auf dem Platz, der niederländische Abwehrchef nahm ihn in den Arm. Nun wurde der Grund bekannt.

Ovidiu Hategan
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Ovidiu Hategan


Eine tragische Geschichte hat sich während der Nations-League-Partie zwischen Deutschland und den Niederlanden (2:2) ereignet. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur und der "Bild"-Zeitung hat der rumänische Schiedsrichter der Begegnung, Ovidiu Hategan, während der Halbzeitpause vom Tod seiner Mutter erfahren.

Hategan leitete das Spiel trotz der Nachricht bis zum Ende weiter. Der rumänische Verband bestätigte den Tod der Mutter, gab mit Verweis auf die Privatsphäre des Referees jedoch keine weiteren Informationen bekannt. Der Deutsche Fußball-Bund verhalf dem 38-Jährigen nach der Partie zu einer schnelleren Heimreise.

Bilder des weinenden Schiedsrichters hatten nach der Partie für Verwunderung gesorgt. Der niederländische Abwehrchef Virgil van Dijk nahm Hategan in den Arm und tröstete ihn. Er habe Tränen in den Augen gehabt und dies mit dem Tod der Mutter begründet, sagte van Dijk niederländischen Medien.

"Nach dem Spiel war er völlig fertig, aber das hat man ihm während der Partie nicht angemerkt. Er hat sehr gut gepfiffen", sagte van Dijk. Der Innenverteidiger vom englischen Klub FC Liverpool habe Hategan viel Kraft gewünscht. "Es war nur eine Kleinigkeit, aber vielleicht hat es ihm geholfen."

bka/dpa

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insgesamt 24 Beiträge
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Papazaca 20.11.2018
1. Ja, es gibt wichtigeres als Fußball
Dem Schiedsrichter kann man nur alles Gute wünschen, soweit das möglich ist. Uns, die Fans, erinnert das nachhaltig, das Fußball trotz allem nur eine Nebensache ist. Das klingt banal, geht aber im Eifer des Gefechts oft unter!
gnarze 20.11.2018
2.
Furchtbar traurige Sache. Frage mich nur, warum er die zweite Halbzeit noch pfeifen musste und kein anderer Schiedsrichter übernommen hat. Dafür hätte wohl jeder Verständnis gehabt.
bayerns_bester 20.11.2018
3.
Ich wünsche dem Schiedsrichter viel Kraft, um den Verlust seiner Mutter zu verarbeiten. Und vielleicht verdeutlicht so eine Geschichte, dass es sich bei jedem Unparteiischen immer auch um einen Menschen mit eigenen Problemen handelt. Vielleicht beim nächsten Spiel, egal ob CL, Bundesliga, Nationalmannschaft oder unterklassig, einfach daran denken, bevor man bei (vermeintlichen) Fehlentscheidungen dem Schiedsrichter mal wieder Pest und Cholera an den Hals wünscht (dabei ertappe zumindest ich mich gelegentlich).
spon-41d-frm9 20.11.2018
4.
ich frage mich wer dem armen Kerl in der Halbzeit die Nachricht zugsteckt hat, und ihm damit unnötig viel Leid aufgebürdet hat. Es hätte auch gereicht dass er nach dem Spiel erfährt was passiert ist. Die Mutter hat diese große Anstrengung die er dadurch durchleben musste nicht wieder lebendig gemacht.
b.v. 20.11.2018
5. Ersatz vorhanden?
Zitat von gnarzeFurchtbar traurige Sache. Frage mich nur, warum er die zweite Halbzeit noch pfeifen musste und kein anderer Schiedsrichter übernommen hat. Dafür hätte wohl jeder Verständnis gehabt.
Wäre es denn überhaupt möglich, die Partie spontan einem anderen Schiedsrichter zu übergeben? Steht für einen unvorhersehbaren Ausfall des Schiedsrichters sofortiger Ersatz zur Verfügung?
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