Hamburg - Der härteste Gegner der deutschen Nationalmannschaft bei der WM 2010 in Südafrika (11. Juni bis 11. Juli) scheint auf den ersten Blick Australien zu sein. Deutschland bestreitet am 13. Juni in Durban sein Auftaktspiel gegen das Team des niederländischen Trainers Pim Verbeek, das über die asiatische WM-Qualifikation direkt in die WM-Endrunde einzog. Auch wenn die Mannschaft dabei noch nicht restlos überzeugen konnte.
"Verbeuge dich, Pim. Deine Aufgabe ist erledigt. Es war nicht schön, aber wen interessiert's?", schrieb der "Sunday Telegraph" trotz der erfolgreichen Qualifikation in Anspielung auf die defensive Ausrichtung. Australien qualifizierte sich bereits nach sechs Spielen ohne einen Gegentreffer. Am Ende standen nach acht Duellen mit Japan, Bahrain, Usbekistan und Katar 20 Punkte und 12:1 Tore zu Buche.
Die Australier haben allerdings noch eine traumatische WM-Erinnerung im Gepäck. 2006 brachte sie der "späteste" Elfmeter der WM-Geschichte an den Rand der Verzweiflung. Der Italiener Fabio Grosso war im Achtelfinale nach einer umstrittenen Aktion von Lucas Neill zu Boden gegangen, Francesco Totti verwandelte in der fünften Minute der Nachspielzeit den Elfmeter zum 1:0 (0:0) des späteren Weltmeisters. Das bittere Aus für die Australier. "Sie haben bei der WM 2006 ein sehr gutes Turnier gespielt", sagte der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), Theo Zwanziger.
Dabei verlief das Turnier in Deutschland aus australischer Sicht geradezu untypisch. Immerhin fünf Tore in drei Gruppenspielen erzielten Spieler des 21. der Fifa-Weltrangliste. 2010 werden die Australier es aber wieder mit einer Mischung aus disziplinierter Defensive und kopfballstarken Offensivspielern versuchen. "Wenn wir solide in der Defensive stehen und irgendwie ein Tor erzielen, dann reicht uns das voll und ganz", so Verbeek.
Der Star des Teams ist der verletzungsanfällige Stürmer Harry Kewell, der in der ersten türkischen Liga bei Galatasaray Istanbul spielt. "Harry spielt jetzt besser als jemals zuvor", sagte Verbeek. Der Star ist mit seinem Trainer auf einer Linie. "Wir haben keineswegs immer unsere optimale Leistung gezeigt, aber wir haben mit viel Einsatz gespielt und gut verteidigt. Manchmal kommt es im Fußball genau darauf an: Einsatz zeigen, richtig verteidigen und das entscheidende Tor erzielen. Genau das ist uns gelungen", sagte Kewell.
Deutsche Spielbilanz gegen Australien
Anzahl der Spiele: 2 (2 Siege)
Torverhältnis: 7:3
Letztes Aufeinandertreffen: 15. Juni 2005 (4:3 für Deutschland)
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