Hamburg - Die Vorfreude im DFB-Lager auf die EM-Qualifikationspartie gegen Aserbaidschan ist riesig: WM-Torschützenkönig Thomas Müller hofft, dass "schon nach einer halben Stunde ein, zwei Tore gefallen sind", auch wenn die Aserbaidschaner "nicht ganz easy" seien. Bundestrainer Joachim Löw setzt auf gute Stimmung am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in der Kölner Arena: "Auf das erste Heimspiel nach der WM freut man sich, wenn man so lange nicht im eigenen Land gespielt hat." Und auch Sami Khedira kündigte an, man wolle den Fans in Deutschland schönen Fußball und einige Tore bieten.
Ein Spieler im DFB-Kader dürfte sich für die Partie gegen den vermeintlichen "Fußballzwerg" jedoch besonders viel vorgenommen haben. Lukas Podolski will in seiner Heimatstadt den schwachen Auftritt aus der Partie gegen Belgien vergessen machen. In seinem 80. Länderspiel, dem ersten der EM-Qualifikation, hatte der Kölner enttäuscht: Kein Tor, nur ein gefährlicher Schuss, nach 70 Minuten ausgewechselt - der Offensivspieler zeigte sich weit entfernt von den glänzenden Auftritten bei der WM in Südafrika.
Der Leistungseinbruch ist auch Nationalcoach Löw nicht entgangen. "In der zweiten Halbzeit ist er abgefallen, er war nicht so im Spiel", rüffelte Löw seinen Lieblingsschüler, den er in Brüssel durch den Münchner Toni Kroos ersetzt hatte.
Hoffen auf den Heimauftritt
Auch in der Bundesliga läuft es für Podolski und seinen 1. FC Köln alles andere als rund. Nach zwei Spieltagen steht die Mannschaft ohne Punkt auf dem vorletzten Tabellenplatz. Bei der 2:4-Pleite in Bremen gelang Podolski zwar ein Treffer, ansonsten passte er sich jedoch über weite Strecken dem schwachen Niveau seines Teams an.
Das Heimspiel am Dienstag gegen Aserbaidschan kommt für den 25-jährigen Angreifer also gerade zur rechten Zeit. In Köln wird Löw kaum auf Podolski verzichten, die Zuschauer erwarten einen Einsatz des FC-Profis - und der Gegner lädt geradezu zum Toreschießen ein. "Wichtig ist erst einmal, dass wir das Spiel gewinnen", sagte Podolski zwar, aber wohl auch mit Blick auf das eigene Torkonto ergänzte er: "Wenn dann ein, zwei Tore mehr fallen, wäre das natürlich toll."
Den Gegner hat er noch in guter Erinnerung. Beim 4:0-Heimsieg gegen Aserbaidschan in der zurückliegenden WM-Qualifikation hatte im September 2009 auch Podolski zu den Torschützen gezählt und den vierten Treffer gegen das Team von Trainer Berti Vogts besorgt. Dazu holte er beim Spiel in Hannover einen Elfmeter heraus.
Gleich zwei Treffer gelangen damals Sturmkollege Miroslav Klose, der mit einer ähnlichen Leistung am Dienstag in der ewigen Torschützentabelle des DFB auf Platz zwei vorrücken würde. 53 Treffer aus 102 Länderspielen hat der Angreifer des FC Bayern aktuell auf dem Konto, zwei fehlen ihm auf den ehemaligen DDR-Spieler Joachim Streich. Zuletzt gelang ihm der Siegtreffer gegen Belgien.
Torgarant Klose stapelt tief
Trotzdem mahnt Klose vor dem Spiel gegen Aserbaidschan zur Vorsicht: "Ich werde natürlich wieder versuchen, meine Leistung zu bringen. Am liebsten würde ich in jedem Spiel ein Tor schießen. Aber wir haben uns schon im letzten Spiel gegen Aserbaidschan schwergetan", sagte Klose auf einer Pressekonferenz des DFB am Sonntag in Köln.
Bei aller Tiefstapelei spricht die Statistik für einen Erfolg gegen das Vogts-Team: 23-mal trat die deutsche Nationalmannschaft bisher in Köln an, die einzige Niederlage setzte es 1935 gegen Spanien. Zuletzt spielte die DFB-Elf am 12. September 2007 in der Domstadt. Einer der Torschützen beim 3:1-Testspielsieg gegen Rumänien: Lukas Podolski.
jok/sid/dpa
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