Nach Verwirrung um Aufstieg DFB erteilt Uerdingen nun doch Drittliga-Lizenz

Obwohl die Liquiditätsreserve 20 Minuten zu spät beim DFB einging: Der KFC Uerdingen ist offiziell in die dritte Liga aufgestiegen. Das teilte der Verband nach einer Untersuchung des Vorfalls mit.

Profis des KFC Uerdingen nach der Aufstiegsfeier in der vergangenen Woche
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Profis des KFC Uerdingen nach der Aufstiegsfeier in der vergangenen Woche


Der KFC Uerdingen steigt in die dritte Fußball-Liga auf. Der Zulassungsbeschwerdeausschuss des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) entschied, dass der ehemalige DFB-Pokalsieger die Lizenz für die Rückkehr in den Profibereich erhält. Der in den beiden Aufstiegsspielen unterlegene Gegner SV Waldhof Mannheim bleibt Regionalligist. Geprüft wurde, ob der Verein die notwendige Liquiditätsreserve fristgerecht eingereicht hatte.

Tatsächlich sei die Frist um 20 Minuten überschritten worden. Der verspätete Eingang der geforderten 1,2 Millionen Euro beim DFB sei aber nicht dem Verein anzulasten, sagte DFB-Vizepräsident Rainer Koch. "Es ist klar festgestellt worden, dass bei einem normalen Geldfluss der Betrag vor Ablauf der Frist valutiert worden wäre", sagte Koch: "Deshalb muss dem Verein die Lizenz erteilt werden."

Die Frist für die Hinterlegung der Liquiditätsreserve war am 29. Mai um 15.30 Uhr abgelaufen. Das Geld sei, so Koch, am Morgen um 7.50 Uhr bei der Bank eingegangen, aber erst am nächsten Tag auf dem DFB-Konto gutgeschrieben worden. Uerdingen hatte sogar noch einen zweiten Versuch unternommen und eine Schnellüberweisung vorgenommen, die allerdings erst um 15.50 Uhr einging, also 20 Minuten zu spät.

2001 war dem SV Wilhelmshaven wegen eines ähnlichen Formfehlers die Regionalligazulassung verweigert worden. Eine wichtige Fax-Seite war erst zehn Minuten nach Ablauf der Frist in der DFB-Zentrale eingegangen. In diesem Fall zeigte sich der Verband unerbittlich, Wilhelmshaven musste sich den Statuten beugen. Damals ging es um eine Bürgschaft über 500.000 Mark, die den DFB zu spät erreicht hatte.

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Ausschreitungen bei Relegationsspiel: Rauchbomben, Raketen, Böllerschüsse

In den Playoffs hatte sich Uerdingen gegen den Südwest-Zweiten Waldhof Mannheim sportlich durchgesetzt. Nach einem 1:0 im Hinspiel musste das Rückspiel wegen Ausschreitungen von Waldhof-Fans am Sonntag abgebrochen werden. Am vergangenen Dienstag hatte der DFB die Partie mit 2:0 für Uerdingen gewertet. Wenn Uerdingen der Aufstieg aus formalen Gründen verwehrt worden wäre, hätte Waldhof Mannheim nach den DFB-Statuten über den Drittliga-Aufstieg jubeln dürfen.

In Mannheim reagierte man irritiert auf die die Entscheidung des DFB. "Ich sehe das eher schwierig aktuell. Ich werde mit Sicherheit nochmal mit dem DFB sprechen und mir das in einem persönlichen Gespräch erklären lassen", sagte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp und fügte hinzu: "Wichtig ist, dass man für die Zukunft klarere Verhältnisse schafft und klare Fristen setzt."

jan/dpa/sid

insgesamt 29 Beiträge
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AlfredDerHolländer 04.06.2018
1. Schande
Eine Verband der eigene Regeln missachtet, hat kein Anspruch drauf dass man seine Regeln achtet
peter-11 04.06.2018
2. Glückwunsch
Das wäre auch ein Ding gewesen, wenn nach diesen Ausschreitungen Waldhof Mannheim auch noch belohnt worden wäre. Ich warte schon darauf... der Verein kann nichts dafür... doch, kann er!!
ExigeCup260 04.06.2018
3.
Na ja...
juergenfinger 04.06.2018
4. richtig so
Wenigstens ist der DFB kulanter als das Finanzamt.
Emmi 04.06.2018
5. Diese Frist war völliger Käse, denn...
...die Entscheidung, ob ein Verein in die 3. Liga aufsteigen darf, wenn er sich qualifiziert, muss *vor* der Austragung der Relegationsspiele getroffen werden! Wenn Uerdingen dann zu spät eingereicht gehabt hätte, hätte stattdessen Viktoria Köln gegen Waldhof Mannheim spielen müssen (sofern diese beiden Mannschaften die Bedingungen rechtzeitig erfüllt gehabt hätten...).
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