Hamburg - Nach dem Chaosspiel zwischen Fortuna Düsseldorf und Hertha BSC in der Bundesliga-Relegation hat der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bunds (DFB) für gleich fünf Profis zum Teil drastische Strafen gefordert. So beantragte das Gremium für den Berliner Lewan Kobiaschwili wegen einer Tätlichkeit gegen den Schiedsrichter eine Sperre von einem Jahr. Der Georgier wird beschuldigt, Referee Wolfgang Stark nach Spielschluss auf dem Treppenabgang des Spielertunnels von hinten mit einem Faustschlag am Hinterkopf getroffen zu haben.
Stark berichtete von einer regelrechten "Hetzjagd" auf das Schiedsrichtergespann und üblen Beschimpfungen seitens der Berliner Spieler. Würde das DFB-Sportgericht der vom Kontrollausschuss geforderten Sperre von einem Jahr zustimmen, wäre dies für Kobiaschwili wohl das Ende der aktiven Laufbahn. Der Georgier wird am 10. Juli 35 Jahre alt. Ein Wechsel ins Ausland würde Kobiaschwili nichts bringen, da Sperren international gelten.
Eine einjährige Sperre wäre zudem ein neuer Bundesliga-Rekord. Bisher war eine sechsmonatige Pause die längste der Ligageschichte. Der ehemalige 1860-Spieler Timo Konietzka hatte 1966 einen Schiedsrichter ebenfalls tätlich angegangen und musste deshalb sechs Monate pausieren.
Sechs Spiele Sperre für Lell gefordert
Auch die Hertha-Spieler Thomas Kraft, Christian Lell und André Mijatovic müssen lange Sperren befürchten. Lell will der Kontrollausschuss für sechs Partien aus dem Verkehr ziehen, weil der Defensivspieler in der Nachspielzeit seinen Gegenspieler Assani Lukimya-Mulongoti angespuckt und nach Spielschluss den Unparteiischen beleidigt haben soll. Ebenfalls wegen Schiedsrichterbeleidigung nach Spielende drohen Torhüter Kraft (fünf Spiele) und Mijatovic (vier Partien) lange Sperren.
"Den Strafvorschlag, den der DFB-Kontrollausschuss gegen unsere Spieler Lewan Kobiaschwili, Thomas Kraft und André Mijatovic vorgelegt hat, werden wir so auf keinen Fall akzeptieren", sagte Clubsprecher Peter Bohmbach. Alle drei Profis werden von Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt vertreten. Christian Lell, dem als vierten Herthaner eine Sperre droht, will sich mit einem persönlichen Anwalt gegen den Antrag zur Wehr setzen.
Der Düsseldorfer Andreas Lambertz soll nach den Vorstellungen des Kontrollausschusses zwei Begegnungen aussetzen, weil er nach Spielende im Stadioninnenraum inmitten feiernder Anhänger ein bengalisches Feuer in der Hand gehalten hatte. Zudem soll der Fortuna-Profi 5000 Euro Strafe zahlen. Die Beschuldigten haben bis Donnerstagnachmittag Zeit, sich zu den Strafanträgen zu äußern.
leh/dpa
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