Vor WM-Vergabe DFB machte Fifa-Funktionär Warner und dessen Verband Millionenzusage

1000 WM-Tickets, Fußbälle und Schuhe im Millionenwert: Das bot der DFB nach SPIEGEL-Informationen dem Fifa-Funktionär Jack Warner und seinem Verband vor der Vergabe der WM 2006. Auch der FC Bayern sollte offenbar eine Rolle spielen.

Ex-Fifa-Funktionär Warner: 1000 Tickets der teuersten Kategorie?
REUTERS

Ex-Fifa-Funktionär Warner: 1000 Tickets der teuersten Kategorie?


In der Sommermärchen-Affäre um die Vergabe der WM 2006 liegt dem SPIEGEL der Vertrag vor, mit dem der Deutsche Fußball-Bund (DFB) offenbar vor der entscheidenden Abstimmung den Wahlmann Jack Warner aus Trinidad und Tobago für sich gewinnen wollte. Demnach sollte Fifa-Exekutivkomitee-Mitglied Warner Zugriff auf 1000 Tickets der teuersten Kategorie erhalten, die ihm beim Weiterverkauf Hunderttausende Dollar eingebracht hätten. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 52/2015
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Außerdem sollte eine "Kontaktperson" für den Deal in vier Jahren 240.000 Dollar kassieren, der DFB des Weiteren Fußbälle, Taschen und Schuhe seines Ausrüsters Adidas für vier Millionen Dollar in die Karibik schicken.

Auch der FC Bayern München, dem Bewerbungschef Franz Beckenbauer damals als Präsident vorstand, sollte eingespannt werden. Die Bayern hätten jedes Jahr ein dreiwöchiges Trainingslager gemeinsam mit einem Team aus dem amerikanisch-karibischen Verband Concacaf durchführen müssen.

Teil des geplanten Deals war auch der Druck von Tickets für bis zu acht WM-Qualifikationsspiele und die Herstellung von 30.000 Nationalflaggen von Trinidad und Tobago; die Fähnchen sollte ein Mitglied des Warner-Verbands mit Erste-Klasse-Flügen auf Kosten des DFB abholen – vermutlich wollte Warner oder jemand aus seiner Familie dies übernehmen.

Zwar trat der Vertrag angeblich nicht in Kraft, allerdings stieß man beim DFB nun auf eine Rechnung für Nationalfähnchen von Trinidad und Tobago und eine weitere für den Druck von Eintrittskarten für ein WM-Qualifikationsspiel von Trinidad gegen Panama. Beide Rechnungen stammen aus der Zeit der Entscheidung für die WM in Deutschland im Jahr 2000.

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - erhältlich ab Samstagmorgen und heute ab 21 Uhr im digitalen SPIEGEL.

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insgesamt 137 Beiträge
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manitoba 18.12.2015
1. Wahnsinn
Fußbälle, Schuhe, Taschen für eine der ärmsten Gegenden dieser Welt.
arnonym123 18.12.2015
2.
Das klingt nach guter alter deutscher Korruption wie wir sie aus Politik, Sport und Kultur kennen. Geldkoffer und Schnapsflaschen an Polizisten verteilen kann ja jeder Russe aber Fähnchen und Eintrittskartendruck, so geht Korruption! Deutschland, ein Land voller Armleuchter.
arnonym123 18.12.2015
3.
Das klingt nach guter alter deutscher Korruption wie wir sie aus Politik, Sport und Kultur kennen. Geldkoffer und Schnapsflaschen an Polizisten verteilen kann ja jeder Russe aber Fähnchen und Eintrittskartendruck, so geht Korruption! Deutschland, ein Land voller Armleuchter.
wutbürger2010 18.12.2015
4. Das Sommermärchen 2006
Es war eine schöne WM 2006 in Schland. Es wird auch immer das Sommermärchen bleiben. Nur dieser Herr Beckenbauer und sein 1. FC Bayern München scheinen überall Ihre Finger im Spiel zu haben. Sollten sich diese Vorwürfe bestätigen, dann dürfte es eng werden für den Kaiser und ggf. auch für seinen "Hof-Club". Mitgehangen, mitgefangen.......
zynik 18.12.2015
5.
...doch nicht die Saubermänner vom FC Bayern. Kann nicht sein.
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