Absichtliche Gelbe Karten DFB-Präsident schlägt Sperren im Losverfahren vor

Revolution im Anmarsch? Zuletzt wurde eine Debatte entfacht, nachdem Bundesliga-Spieler sich gezielt Gelb-Sperren eingehandelt hatten. Der DFB überlegt jetzt, den Termin der Sperren per Los festzulegen.

DFB-Interimspräsident Rainer Koch
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DFB-Interimspräsident Rainer Koch


DFB-Interimspräsident Rainer Koch hat angesichts der jüngsten Diskussionen ein Losverfahren bei Gelb-Sperren im Fußball vorgeschlagen. "Wir müssen überlegen, ob der richtige Weg ist, unmittelbar an die fünfte oder zehnte Gelbe Karte im nächsten Spiel die Sperre eintreten zu lassen", sagte Koch. "Würden wir eine Regelung dergestalt treffen, dass eines der nächsten drei Spiele betroffen ist und ausgelost wird, bei welchem Spiel der Spieler seine Sperre absitzen muss, dann wäre der Spuk sofort zu Ende."

Somit seien Fälle von "Gelbschummel" wie zuletzt von den Bremer Profis Zlatko Junuzovic und Clemens Fritz ausgeschlossen. "Die Spieler würden nicht mehr Gelbe Karten provozieren, und Kontrollausschuss und Sportgericht müssten sich nicht mehr mit dieser Art von Arbeit befassen", sagte Koch. "Gelbe Karten sind nicht dazu da, Spieler entscheiden zu lassen, wann sie bei einem Spiel gesperrt werden wollen."

Junuzovic und Fritz hatten ihre fünfte Gelbe Karte provoziert, um im Spiel bei Bayern München zu fehlen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bunds verurteilte beide Spieler wegen ihres unsportlichen Verhaltens zu je 20.000 Euro Strafe.

lst/sid



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insgesamt 5 Beiträge
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k.d.haegele 12.03.2016
1. Wer ist cleverer?
Es könnte so einfach sein: Das Schiedsrichter-Team setzt sich im Vorfeld mit allen Eventualitäten auseinander. Und dann gibt es für einen provozierten Regelverstoß eben mal KEINE gelbe Karte. Und wie wäre es übrigens mal mit einer roten Karte für das leidige "taktische" Foul? Die "Fußball-Regel-Regulierer" sollten mal erkennen, dass eine Verrohung auf dem Platz in so manchen Spieler-KÖPFEN beginnt!
marthaimschnee 12.03.2016
2.
Eine wesentlich einfachere Lösung wäre, die gelbe Karte (und auch die rote, die ist ja keinen Deut besser) abzuschaffen und Zeitstrafen einzuführen. Dann ist die die Strafe sofort abzusitzen, zudem kann man leichte Vergehen viel differenzierter bestrafen, indem man die Länge variiert. Vorbild Eishockey, immer wieder!
johannesraabe 12.03.2016
3.
Das ist doch Schwachsinn. Es gehört halt zur Taktik im Fußball. Bremen braucht beide Spieler im Saison Endspurt und nicht im Schlachthaus München. Das ist normal und die Aufregung völlig unnötig.
Institutsmitarbeiter 12.03.2016
4. Guter Vorschlag
Ich finde den Vorschlag gut. Zu den vorherigen Kommentaren. Strafen müssen nach dem Regelbuch erfolgen. Soll der Schiedsrichter sonst nach Lust und Laune entscheiden, ob und welche Karte es gibt? Zeitstrafen funktionieren im Fußball nicht anders als im Eishockey wirkt sich der Verlust eines Spielers bei weitem nicht so drastisch aus, was zahlreiche Partien zeigen, in denen eine Mannschaft über eine sehr langen Zeitraum in Unterzahl spielte. Fehlt ein Spieler dann für zehn Minuten fällt dies kaum ins Gewicht. Und zum Punkt, dass dies völlig normal sei und zur Taktik gehöre. Es handelt sich schlicht um Wettbewerbsverzerrung, der für die unmittelbar konkurrierenden Vereine mitunter bitter werden kann.
dany.nagel 13.03.2016
5. Fünfte gelbe Karte
Ende aller Diskussionen: Es gibt eine nachhaltige Lösung für das Problem mit der 5. Gelben Karte. Sind die Spieler der Bundesliga clever, ehrlich oder sind sie unsportlich? All diese Fragen lassen sich mit einer klaren Regel aus dem Weg räumen. Fängt sich ein Spieler die 5. Gelbe Karte ein, so entscheidet der DFB, in welchem Spiel der Spieler aussetzen muss. Egal, wie viele Spiele noch ausstehen. Es wird notariell gelost in welchem der noch ausstehenden Spiele der Spieler aussetzen muss. Keiner wird benachteiligt und es ist simpel, außer für Waldemar Hartmann.
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