Hamburg - Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat Ermittlungsverfahren gegen den Stuttgarter Torhüter Jens Lehmann und den Dortmunder Innenverteidiger Neven Subotic eingeleitet. Beide Spieler seien dringend verdächtig, sich "eines krass sportwidrigen Verhaltens in Form einer Tätlichkeit schuldig gemacht" zu haben, heißt es in der Begründung. Lehmann und Subotic drohen Sperren.
In der 44. Minute des Bundesliga-Spiels am vergangenen Samstag zwischen Dortmund und Stuttgart (1:1) hatte Lehmann nach Auswertung der Fernsehbilder zunächst Subotic absichtlich mit dem rechten Ellenbogen gegen den Hinterkopf geschlagen, woraufhin Subotic mit seinem linken Ellenbogen bewusst nach hinten schlug und Lehmann im Gesicht traf.
Nachdem Schiedsrichter Helmut Fleischer dem DFB-Kontrollausschuss erklärt hatte, beide Vorgänge nicht gesehen zu haben, kann das Gremium die Ermittlungen aufnehmen. Beide Spieler wurden zu einer Stellungnahme aufgefordert.
"Ich sehe das Ganze nicht so daramtisch. Jens ist aus meiner Sicht nicht handgreiflich geworden. Ich habe lange in England gespielt, da wäre das überhaupt kein Thema gewesen", sagte VfB-Teamchef Markus Babbel.
Der Kontrollausschussvorsitzende Anton Nachreiner wies darauf hin, dass zielgerichtete Ellenbogenschläge, insbesondere gegen den Kopf oder ins Gesicht eines Gegenspielers, nach Rechtsprechung des DFB "als krass sportwidrig angesehen und nachträglich bestraft werden" könnten.
goe/dpa/sid
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