Skandalspiel von Düsseldorf: Hertha scheitert auch vor DFB-Bundesgericht

Der Deutsche Fußball-Bund bleibt hart: Auch in zweiter Instanz wurde der Protest der Berliner gegen die Wertung des Skandalspiels gegen Fortuna Düsseldorf zurückgewiesen. Damit bestätigte das DFB-Bundesgericht das Urteil des Sportgerichts - Hertha BSC steigt ab.

Relegationsspiel Berlin-Düsseldorf: Eilers, Otto und der Platzsturm Fotos
DPA

Hamburg - Andere Richter, gleiches Urteil: Nach dem gescheiterten Protest von Hertha BSC vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hatte nun auch die Berufung der Berliner keinen Erfolg. In zweiter Instanz bekräftigte das DFB-Bundesgericht unter Vorsitz von Richter Goetz Eilers das Urteil und wies die Berufung des Clubs zurück.

"Die Tatsachenentscheidung des Schiedsrichters stand nicht in Zweifel. Eine psychische Schwächung der Mannschaft ist nicht erwiesen", begründete Eilers die Entscheidung.

Am Montag hatte das Sportgericht unter Vorsitz von Hans E. Lorenz in erster Instanz den Einspruch der Berliner gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf (2:2) am 15. Mai abgewiesen.

Noch ist unklar, ob Hertha weiterkämpft

Hertha pochte auf eine psychische Schwächung der eigenen Mannschaft und irreguläre Bedingungen, nachdem Fortuna-Fans das Spielfeld bereits vor dem Abpfiff gestürmt und beschädigt hatten. Nach einer rund 20-minütigen Unterbrechung hatte Schiedsrichter Wolfgang Stark die Partie für die restlichen eineinhalb Minuten fortgesetzt.

Die Hertha ist nach dem Urteil vom Freitag abgestiegen. Allerdings steht dem Club als dritte Instanz noch das Ständig Neutrale Schiedsgericht des DFB zur Verfügung. Theoretisch ist auch der Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof Cas in Lausanne möglich.

Ob die Berliner diese Option wahrnehmen werden, ist noch offen. Clubanwalt Christoph Schickhardt hatte zunächst angekündigt, dass die Berliner die Entscheidung des Bundesgerichts auf jeden Fall anerkennen möchten. Diese Aussage hat Vereinspräsident Werner Gegenbauer wenig später relativiert: "Egal wie das Urteil lautet, wir werden uns die Begründung genau ansehen", sagte der 61-Jährige.

"Es war ein langer, harter Tag heute. Wir müssen das erst mal sacken lassen", sagte Hertha-Manager Michael Preetz am Freitagabend: "Das ist für den gesamten Verein natürlich sehr enttäuschend." Auch Präsident Gegenbauer wollte keine Aussagen zum weiteren Vorgehen tätigen: "Darüber können wir heute keine Entscheidung treffen. Wir gehen erst einmal schlafen."

Hertha-Coach Rehhagel sorgt für Aufsehen

Während der knapp zehnstündigen Verhandlung am Freitag hatte Hertha-Trainer Otto Rehhagel den meistbeachteten Auftritt. Der Coach hatte als Zeuge für eine Wiederholung des Relegationsspiels plädiert. "Für mich war das alles irregulär", sagte der 73-Jährige: "Das war ein Ausnahmezustand, wie ich ihn in 40 Jahren als Bundesligatrainer nicht erlebt habe."

Auf die Frage, ob er in der hitzigen Schlussphase Furcht gehabt habe, sagte Rehhagel: "Halb Angst... Ich habe 1943 in einem Keller im Ruhrgebiet gesessen, als uns die Amerikaner bombardiert haben." Nach 44 Minuten verließ der der Trainer wieder den Sitzungssaal.

Im Gegensatz zur Verhandlung vor dem Sportgericht ließ Eilers Foto- und Videomaterial zu. Damit wollte Hertha-Anwalt Schickhardt beweisen, dass es sich nicht um einen "positiv besetzten Platzsturm" der Fortuna-Fans gehandelt habe, wie es der Sportgerichts-Vorsitzende Hans E. Lorenz am Montag in seinem Urteilsspruch behauptet hatte.

Auf den Bildern waren unter anderem Polizisten mit Schäferhunden ohne Maulkorb zu sehen, die die Düsseldorfer Anhänger in Schach halten sollten, nachdem diese im Relegationsrückspiel vorzeitig auf das Spielfeld gerannt waren.

luk/bka

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insgesamt 87 Beiträge
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1.
balmy_matrix 25.05.2012
Richtig so! Wo kämen wir denn hin, wenn der DFB verbieten würde, dass Fans den Ausgang und den Endzeitpunkt eines Fußballspiels bestimmen. Wegweisendes Urteil für positive Platzstürme!
2. Wenn ich Richter wäre...
intensivist 25.05.2012
Zitat von sysopDer Deutsche Fußball-Bund bleibt hart: Auch in zweiter Instanz wurde der Protest der Berliner gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf zurückgewiesen. Damit bestätigte das DFB-Bundesgericht das Urteil des Sportgerichts, Hertha BSC steigt ab. DFB lehnt Protest von Hertha in zweiter Instanz ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,834475,00.html)
...dann würde ich ganz anders entscheiden. Beide Mannschaften sind offensichtlich nicht in der Lage mental in der 1. BL zu spielen. Die Einen prügeln auf den Schiri ein, die Anderen laufen mit bengalischem Feuer in der Gegend rum. Spricht alles für einen IQ auf dem Level einer Bettwanze (kumulativ). Die Fans beider Mannschaften erhöhen diesen auch nicht. Beide bleiben in der 2. BL, St. Pauli steigt auf. Ist eh die sympatsichte Mannschaft für eine SCF-Fan:-)
3. Die Gerechtigkeit hat gesiegt
wuestenfuchs42 25.05.2012
So und nicht anders mußte die Entscheidung ausgehen. Der Schiedsrichter beginnt und beendet die Partie. Ganz peinlich was sich Hertha hier geleistet hat. Kein Freifahrtsschein für zukünftige Störer, die mit Bengalos auf dem Feld glauben, ungünstige Spielstände durch eine Neuaustragung revidieren zu können. Bravo, ein guter Tag geht zuende...
4. hurra
Ãlesund 25.05.2012
Zitat von sysopDer Deutsche Fußball-Bund bleibt hart: Auch in zweiter Instanz wurde der Protest der Berliner gegen die Wertung des Relegationsrückspiels bei Fortuna Düsseldorf zurückgewiesen. Damit bestätigte das DFB-Bundesgericht das Urteil des Sportgerichts, Hertha BSC steigt ab. DFB lehnt Protest von Hertha in zweiter Instanz ab - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,834475,00.html)
ich bin kein hertha fan und der meinung sie sind abgestiegen, aber ich freue mich schon auf die næchste bundesligasaison mit positiv zu bewertenen platzstuermen. u.n.v.s.u.
5. Die Gerechtigkeit hat gesiegt
wuestenfuchs42 25.05.2012
So und nicht anders mußte die Entscheidung ausgehen. Der Schiedsrichter beginnt und beendet die Partie. Ganz peinlich was sich Hertha hier geleistet hat. Kein Freifahrtsschein für zukünftige Störer, die mit Bengalos auf dem Feld glauben, ungünstige Spielstände durch eine Neuaustragung revidieren zu können. Bravo, ein guter Tag geht zuende...
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