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Deutscher WM-Titel 2014: "Ein Ding der Unmöglichkeit"

Nationalmannschaftsmanager Bierhoff: "Ein ganz harter Brocken" Zur Großansicht
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Nationalmannschaftsmanager Bierhoff: "Ein ganz harter Brocken"

DFB-Manager Oliver Bierhoff rechnet nicht mit einem Sieg des DFB-Teams bei der kommenden Weltmeisterschaft. Der Titel sei ein "Ding der Unmöglichkeit" - nicht nur für die deutsche Mannschaft. Und die Statistik gibt Bierhoff Recht.

Hamburg - "Ich habe großen Respekt", sagte Bierhoff vor dem WM-Qualifikationsspiel am Dienstag (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Nürnberg gegen Kasachstan: "Für Europäer ist es eigentlich ein Ding der Unmöglichkeit, dort zu gewinnen. Das wird ein ganz harter Brocken. Südamerikanische Mannschaften haben dort einen Vorteil", sagte der 44-Jährige in Herzogenaurach.

Bierhoff hatte dabei offenbar vor allem die Statistik im Hinterkopf. Denn noch nie in der Geschichte von Fußball-Weltmeisterschaften hat eine europäische Mannschaft bei einer WM in Süd- oder Nordamerika den Titel gewonnen.

"Wir haben keinen Plan B"

Auch für DFB-Chef Wolfgang Niersbach ist der WM-Titel nicht verpflichtend. Er könne sich auch dann eine weitere Zusammenarbeit mit Bundestrainer Joachim Löw vorstellen, wenn die Nationalelf in Brasilien nicht erfolgreich sein sollte. "Wir werden aus Sicht des Verbandes ganz gewiss nicht sagen: Er muss einen Titel gewinnen. Wir werden mit einer Mannschaft nach Brasilien fahren, die zu den Titelanwärtern gehört. Ob es dann klappt, das weiß kein Mensch, da es im Fußball nun mal so ist, dass man Spiele verlieren kann. Kein Trainer dieser Welt kann Titel garantieren. Wir haben keinen Plan B", sagte der DFB-Präsident dem Sender Sport1.

joe/sid/dpa

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insgesamt 256 Beiträge
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1. Keine Siegermentalität!
korpulenterlangweiler 24.03.2013
Oh Gott was soll dieser Eiertanz? Wenn die Führung der Nationalmannschaft schon derart an die Sache rangeht dann gute Nacht! Am besten unsere Elf bleibt gleich zu Hause! Da rege ich mich wenigstens nicht vier Wochen lang auf:-) Schland!
2. Löw und Bierhoff...
langenscheidt 24.03.2013
... werden nie erfolgreichen deutschen Fußball fabrizieren. Deren Grundeinstellung ist kontraproduktiv zum Siegeswillen im Sport. Löw und Bierhoff sind vom Grundtyp weinerliche Männertypen. Vielleicht sollten sie die Nationalmannschaft der männlichen Synchronschwimmer trainieren und managen, das passt eher.
3. Was für eine geniale Erkenntnis
besonders_wachsam 24.03.2013
"Noch nie hat eine europäische Mannschaft in Süd- oder Nordamerika den Titel gewonnen" Ob es klappt weiss kein Mensch. Ja, also das jedenfalls weiss jeder dass man es nicht vorher weiss. Nur, man kann erwarten, dass die DFB-Elf mitsamt ihrem so glorifizierten Trainern mit dem Willen dahin fährt, dies zu ändern und nicht schon im vorninhein solche " Warnungen" in dn Wind zu pusten. Ein Ding der Unmöglichkeit? Dann bleibt die DFB besser von vornherein zu Hause.
4. Niemals nicht versuchen
b5200 24.03.2013
Keine gute Haltung. Wenn man gewinnen will, muss man auch die innere Einstellung dazu haben. Schon vor dem Versuch zu sagen "wird sowieso nichts" ist am einfachsten. Warum dann überhaupt aufstehen und Fussball spielen gehen? Also, ran und kämpfen. Wir sind erwachsen genug zu verstehen, dass es immer das Risiko des Scheiterns gibt. Das ist nunmal so, nicht nur im Fussball.
5. Mit dieser Einstellung.....
MichaelS 24.03.2013
Ist wohl nicht gerade motivierend wenn eine der erfolgreichsten Nationalmannschafften der Welt mit so einem optimistischen DFB Manager zur WM fahren muss. Egal was die Statistik sagt, jede ernste Mannschaft tritt an um zu gewinnen, zumindest sollte sie.
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Fußballstadien: Europas Top-Arenen

Die deutschen Gruppengegner in der WM-Qualifikation
Schweden
Die größten WM-Erfolge liegen für Schweden schon Jahrzehnte zurück. 1958 wurde das Team Zweiter, 1950 und 1994 jeweils Dritter - seitdem aber bleibt der Weltranglisten-19. hinter seinen hohen Erwartungen auf internationaler Ebene zurück. Zuletzt jedoch zeigten die Schweden wieder Klasse - als sie in Berlin ein 0:4 gegen Deutschland zu einem 4:4 aufholten.

Bilanz gegen Deutschland: 12 Siege, 9 Unentschieden, 14 Niederlagen; 57:65 Tore.
Irland
Zu hause eine Macht, auswärts eher harmlos. Auch unter dem italienischen Star-Trainer Giovanni Trapattoni konnten die Iren ihr Image als liebenswerte Verlierer nicht loswerden. Seit Juli 2008 ist "Trap" im Amt. Bei der WM 2002 trotzte Irland in der Vorrunde den Deutschen ein 1:1 ab. Auch in der Qualifikation für die EM 2008 hatte es die DFB-Elf mit Irland zu tun, siegte zu Hause 1:0 - in Dublin gab es nur ein 0:0, in der Qualifikation im Oktober 2012 siegte die Löw-Elf in Dublin 6:1. Irland war bisher dreimal bei Weltmeisterschaften (1990, 1994, 2002), bei der WM 1990 scheiterte das Team erst im Viertelfinale. Die meisten Spieler spielen in der englischen Premier League.

Bilanz gegen Deutschland: 5 Siege, 4 Unentschieden, 8 Niederlagen; 27:26 Tore
Österreich
Die Alpenrepublik war zuletzt der Lieblingsgegner des DFB, seit knapp 25 Jahren hat Deutschland keine Partie mehr gegen Österreich verloren. Darunter waren vier Gastspiele in Wien. Von den insgesamt 36 Duellen sind aber zwei unrühmlich in Erinnerung geblieben: Die "Schmach von Cordoba" 1978 und die "Schande von Gijón" 1982. Österreich spielt um die achte WM-Teilnahme - seit 1998 blieb nur die Zuschauerrolle.

Bilanz gegen Deutschland: 9 Siege, 6 Unentschieden, 22 Niederlagen; 52:78 Tore.
Färöer-Inseln
Fußball ist auf der Inselgruppe im Nordatlantik angesagt wie kaum ein anderer Sport - aber auf schwachem Niveau. Bei nicht einmal 50.000 Einwohnern hat der irische Nationaltrainer Brian Kerr nicht viele personelle Alternativen. So bleiben Achtungserfolge des Weltranglisten-112. Ausnahmeerscheinungen. Die einzigen beiden Spiele gegen die deutsche Nationalmannschaft waren derartige: Im Rahmen der EM-Qualifikation 2004 tat sich das Team des damaligen Teamchefs Rudi Völler sowohl beim 2:0 auswärts als auch beim 2:1 daheim schwer. Eine Überraschung gelang den Färöern im Juni 2010 mit einem 2:0 über Estland.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 2 Niederlagen; 1:4 Tore.
Kasachstan
Seit 1994 ist Kasachstan Mitglied der Fifa und wartet seither auf die Teilnahme an einem großen Turnier. Das Land liegt zu 90 Prozent in Asien. Deutschland hat eine makellose Bilanz gegen den Fußball-Zwerg - das Löw-Team gewann beide Duelle in der Qualifikation zur EM 2012 (3:0, 4:0). Der Auftritt in der Hauptstadt Astana bedeutet wieder Reisestrapazen samt rund fünfeinhalb Flugstunden für die DFB-Auswahl. Namhafte Spieler hat das Land nicht zu bieten, bis auf wenige Ausnahmen - etwa Heinrich Schmidtgal, der in der 2. Bundesliga für die SpVgg Greuther Fürth aufläuft.

Bilanz gegen Deutschland: 0 Siege, 0 Unentschieden, 4 Niederlagen; 1:13 Tore.

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