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DFB-Neuling Tah: Der Bayer-Bulle

Von , Berlin

Debütant Tah: Verteidiger mit Perspektive Fotos
Getty Images

Jonathan Tah von Bayer Leverkusen ist der 78. Neuling in der Zeit von Bundestrainer Joachim Löw. Der 20-Jährige spielt bislang eine extrem starke Saison, seine EM-Chancen sind dennoch gering.

Wer ist dieser Jonathan Tah überhaupt?

Der gerade 20-Jährige ist in Hamburg geboren und hat auch hier seine Fußball-Sozialisation erfahren. Erst bei Altona 93 und bei Concordia, später beim Hamburger SV. Sein erstes Pflichtspiel absolvierte er schon mit 17 Jahren und fünf Monaten und war damit der jüngste HSV-Profi in Bundesligazeiten, der für den Klub zum Einsatz kam. Zum echten Stammspieler schaffte es Tah beim HSV allerdings nie. Der Verein lieh ihn daher in der Spielzeit 2014/2015 an Fortuna Düsseldorf aus. Zu Beginn dieser Saison wechselte er für eine Ablösesumme von acht Millionen Euro nach Leverkusen und hat dort bislang sämtliche Ligapartien bestritten.

Wie sieht es mit seiner Erfahrung auf internationaler Ebene aus?

Tah ist noch jung, der DFB ist für ihn trotzdem schon bekanntes Gelände. Seit der U16 steht er in den Auswahlteams des Deutschen Fußball-Bundes. Für die U17 absolvierte er 18 Länderspiele, siegte unter anderem beim Algarve-Cup 2013 und war zeitweilig der Kapitän des Teams. Über die U19 und die U21 führte jetzt sein Weg zur A-Nationalmannschaft.

Löw vor der England-Partie: "Ein interessantes Spiel"

DPA
Was schätzt Joachim Löw an Tah?

Der junge Bayer-Profi besticht durch sein Kopfballspiel. Auch seine Zweikampfwerte in dieser Saison sind exzellent. Tah hat sich als Nebenmann von Ömer Toprak in der Bayer-Innenverteidigung mittlerweile fest profiliert. Gegen den FC Bayern im Februar wies er am Ende 71 Prozent gewonnener Zweikämpfe auf, das war der Bestwert im Team - und das gegen Top-Torjäger Robert Lewandowski als direktem Gegenpart. Dass er bei Bayer bisher die gesamte Saison komplett durchgespielt hat, spricht zudem für seine Konstanz.

"Er hat sich sehr gut entwickelt. Er hat für sein Alter eine wahnsinnige Ruhe und Abgebrühtheit am Ball", sagt Löw-Assistent Thomas Schneider. Und sein Chef hält Tah "für körperlich stark und sehr schnell". Genau das, was Löw an Innenverteidigern schätzt. Leverkusens Teamkollege Stefan Kießling attestiert dem 1,93-Meter-Mann eine "Statur wie ein Bulle".

Kann er der Nationalmannschaft weiterhelfen?

Im Moment schon. Was aber eher an der angespannten Personalsituation in der Abwehr liegt. Mit Jérôme Boateng, Benedikt Höwedes und Holger Badstuber sind drei Spieler verletzt, die in der Hierarchie vor Tah stehen. Zurzeit hat Löw mit Mats Hummels, Antonio Rüdiger und Shkodran Mustafi nur drei Spieler zur Verfügung, die sich in der Abwehrzentrale am wohlsten fühlen. Daher hat der Bundestrainer bereits angekündigt, Tah entweder gegen England am Samstag oder gegen Italien am Dienstag eine Chance in der Startelf zu geben.

Hat Tah eine Chance, zur EM zu fahren?

Wahrscheinlich wird sich Jonathan Tah die Europameisterschaft dennoch zu Hause anschauen müssen. Boateng ist auf dem Weg der Genesung, auch Höwedes sollte bis zur EM wieder fit und einigermaßen in Form kommen können. Hummels ist ohnehin gesetzt, an Rüdiger hat der Bundestrainer einen Narren gefressen, und Mustafi wird für seine Flexibilität geschätzt, auch als Außenverteidiger eingesetzt werden zu können. Das sind für den jungen Tah ein, zwei Alternativen zu viel, um noch ins endgültige Aufgebot hineinzurutschen. Er wird sich wohl hinten anstellen müssen.

Die Konkurrenz befindet sich zudem noch im besten Fußballalter. Tah kann also auch nicht darauf setzen, dass nach der EM der eine oder andere Abwehrspieler Abschied von der Nationalelf nimmt. Tah ist eine Option für Löw, mehr allerdings noch nicht.

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insgesamt 34 Beiträge
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1. Großartiger Verteidiger
Ultras 25.03.2016
Tah wird mit zur EM fahren. Badstuber ist bis dahin auf keinen Fall fit, Mustafi wird bei Löw als Außenverteidiger gebraucht. Boateng und Hummels werden als IV gesetzt sein, aber Höwedes als einzige Alternative? Ich glaube kaum. Mit Höwedes kann Tah was die Qualität angeht übrigens locker mithalten.
2. Tah = toll, Huth = der z.Z. Beste
juanth 25.03.2016
Leider mag Jogi den besten deutschen Verteidiger nicht, Robert Huth, Abwehrchef beim Tabellenfueher Leicester City, Huth ist zu unbequem, sagt nicht immer ja und amen, und Maenner mag Loew ja nicht, es muessen Jasager sein. Schade! Nebenbei: Huth schiesst mehr Tore als die meisten Stuermer im DFB-Trikot.
3. Beim HSV
aurichter 25.03.2016
haben sie ein grandioses Auge für kommende Bundesliga-Spieler. Wer seinerzeit u.a. die Doku über den Nachwuchsspieler verfolgen konnte, dem war im Grunde schon klar, der Junge macht seinen Weg. Genau so erstaunlich dann - analog Öztunali - der Verkauf über den Umweg DUS nach Leverkusen. Bravo kann man da nur sagen. Naja, wenn man einen Kühne hat, da braucht es keinen Nachwuchs aus den eigenen Reihen. Schon traurig und der Zorn von Uns Uwe schon nachvollziehbar oder ?
4. Bell
ziooyong 25.03.2016
Dann könnte er genau so gut Bell von Mainz 05 nehmen.
5. Der Bundestrainer
renatedietrich 25.03.2016
Unser Bundestrainer ist sehr arrogant! Er hat schon Ballack, Kurany, Grosskreuz, Huth, Kruse - das neuste Opfer - alle abserviert! Er nimmt ehr nur brave Bayernbubis und Bakdrücker mit! Von mir aus, mich interessiert es nicht mehr!
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