Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

WM-Affäre: Finanzminister fordert Überprüfung des DFB-Steuervorteils

Walter-Borjans: "Nicht länger quasi steuerrechtsfreie Räume" Zur Großansicht
DPA

Walter-Borjans: "Nicht länger quasi steuerrechtsfreie Räume"

"Das große Geschäft ist sicher nicht gemeinnützig": Nordrhein-Westfalens Finanzminister Walter-Borjans fordert, die Gemeinnützigkeit des DFB zu überprüfen. Mit dem Status spart der Verband jährlich mehrere Millionen Euro.

Die Affäre um die WM-Vergabe 2006 befeuert die Zweifel an der Gemeinnützigkeit des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Deutliche Kritik an dem Steuervorteil von Profisportverbänden äußerte nun der Finanzminister von Nordrhein-Westfalen, Norbert Walter-Borjans. Er sagte dem "Kicker", die Verbände dürften "nicht länger quasi steuerrechtsfreie Räume sein".

Der SPD-Politiker forderte: "Wenn wir dem Sport einen Dienst erweisen wollen, müssen wir akribisch trennen zwischen Mega-Business einerseits und der hohen gesellschaftlichen Bedeutung des Breitensports. Letzteres ist gewiss gemeinnützig, das große Geschäft ganz sicher nicht."

"Mich wundert, wie überrascht viele sind"

Die Staatsanwaltschaft Frankfurt ermittelt im Zuge der dubiosen 6,7-Millionen-Euro-Zahlung des DFB an den Weltverband Fifa wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung in einem besonders schweren Fall. Die zuständige Oberfinanzdirektion wollte sich nicht konkret dazu äußern, ob die Gemeinnützigkeit des weltweit größten Sportfachverbands (knapp 6,9 Millionen Mitglieder) gefährdet ist. Ein Sprecher erklärte dem "Kicker" aber ganz allgemein, "dass Ermittlungsergebnisse von den Finanzämtern stets zum Anlass genommen werden, einen Fall erneut rechtlich zu beurteilen".

Nach Schätzungen des "Kicker" spart der DFB jährlich bis zu 20 Millionen Euro durch seinen Status der Gemeinnützigkeit. "Mich wundert am meisten, wie überrascht viele sind, dass Profifußball ein Mega-Geschäft ist, das sich aller Möglichkeiten internationaler Finanzakrobatik bedient", sagte Walter-Borjans.

cte/dpa

Diesen Artikel...
Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 14 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1.
t59755 16.11.2015
Man fragt sich, warum das immer solange dauert ehe die in den Amtsstuben aufwachen.
2.
georgy1167 16.11.2015
Gleichzeitig bietet es sich auch an, die Gemeinnützigkeit der Kirchen zu überprüfen. Beteiligungen, Grundstücke und Immobilienbesitz dienen sicher nicht der Allgemeinheit!
3. Gefährdung
hj.binder@t-online.de 16.11.2015
Ich nehme an, dass die OFD Ffm die "Gemeinnützigkeit" des DFB mit sehr spitzen Fingern anlangt: Gefährdet ist nicht nur die steuerbefreite (=subventionierte) "Tätigkeit" des Verbandes, sondern auch die der DFL. Wahrscheinlich wären auch einige Dauerkarten für Länderspiele, bzw. Dauernutzung von Stadion-Suiten für Steuerpolitiker der CDU/und oberste Steuerbeamte des Landes Hessen hochgradig gefährdet.
4. Die berühmt berüchtigten
gerhard.oelmann 16.11.2015
Steuervorteile sollten mal bei allen Großverbänden Großvereinen usw überprüft werden. Viele sind bestimmt nur "Gemein" als nützig und auf Geschäfte aus.
5. Anfängliche Unterstützung derzeitig unangemessen
raber 16.11.2015
Der DFB ist genauso gemeinnützig wie die Fifa oder das IOC. Die Unterstützung war bestimmt während der Anfangsphase nützlich und richtig. Inzwischen sind es Firmen die Milliarden verwalten und Hunderte von Millionen gewinnen. Sie sollten genauso viele Steuern zahlen wie jede andere Firma auch. Dasselbe gilt für die Kirchen.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: