DFB-Pokal Köln feiert Schützenfest, Leipzig siegt mit Mühe

Ein Hattrick in 20 Minuten: Simon Terodde hat den 1. FC Köln in die zweite Pokalrunde geschossen. Stadtrivale Viktoria hielt gegen RB Leipzig lange gut mit. Zwei Zweitligisten sind ausgeschieden.

Simon Terodde
Getty Images

Simon Terodde


BFC Dynamo (Regionalliga) - 1. FC Köln (2. Liga) 1:9 (1:4)

Ganz kurz durfte der BFC Dynamo von einer Pokalsensation gegen den 1. FC Köln träumen. Dann erlebten die Berliner ein Debakel. 120 Sekunden nachdem Patrik Twardzik den Außenseiter in Führung gebracht hatte, begann das Kölner Schützenfest.

Simon Terodde drehte die Partie mit einem Blitz-Hattrick innerhalb von 20 Minuten (21., 34., 41.), Dominick Drexler erhöhte noch vor der Pause auf 4:1 (44.). Nach der Pause legte Marcel Risse mit einem direkt verwandelten Freistoß durch eine sehr löchrige Berliner Mauer nach (58.). Die weiteren Treffer erzielten Vincent Koziello (61.), erneut Drexler (66.), Terodde mit seinem vierten Tor des Tages (78.) und Louis Schaub (86.).

Viktoria Köln (Regionalliga) - RB Leipzig (Bundesliga) 1:3 (1:0)

Emil Forsberg rettet Leipzig: RB hat sein Spiel gegen den Regionalligisten Viktoria Köln 2:1 gewonnen, brauchte aber bis zur 69. Spielminute, um in Führung zu gehen. In der ersten Halbzeit brachte der Favorit keinen Schuss aufs Tor. Viktoria ging verdient mit einem schön herausgespielten Konter nach Balleroberung in der eigenen Hälfte in Führung: Patrick Koronkiewicz sprintete über rechts, spielte Leipzigs Dayot Upamacano aus und legte für Timm Golley auf, der sich die Chance nicht nehmen ließ und sein Team mit links in Führung brachte (39.)

Timm Golley
DPA

Timm Golley

Es dauerte bis zur 61. Minute, bis RB durch eine kuriose Szene ausgleichen konnte: Nach einem Pfostenkopfball von Lukas Klostermann und mehreren Paraden des Kölner Torhüters gelangte der Ball zu Yussuf Poulsen, der den Ball aus kurzer Entfernung über die Linie drückte. Innerhalb weniger Minuten legte Emil Forsberg nach (69.) und drehte das Spiel für den Bundesligisten. Nach einer Roten Karte für Marcelo Saracchi standen die Gäste in den letzten 13 Minuten in Unterzahl auf dem Platz, doch Viktoria konnte die numerische Überlegenheit nicht nutzen. Stattdessen traf Jean-Kévin Augustin in der Nachspielzeit zum 3:1-Endstand (90.+3).

Karlsruher SC (3. Liga) - Hannover 96 (Bundesliga) 0:6 (0:3)

Keine Überraschung, aber viele Tore bekamen die Zuschauer in Karlsruhe zu sehen. 96-Trainer André Breitenreiter hatte gleich drei Neuzugänge für die erste Elf nominiert: Kevin Wimmer, Walace und Takuma Asano. Wimmer, der von Stoke City an Hannover ausgeliehen ist, brachte sein Team in Führung. Nach einem Freistoß von Pirmin Schwegler kam KSC-Keeper Benjamin Uphoff aus dem Tor, erreichte den Ball aber nicht. Wimmer profitierte und traf aus zehn Metern per Kopf (17.). Auch den zweiten Treffer für die Gäste durch Ihlas Bebou (31.) bereitete Schwegler vor. Niclas Füllkrug verwandelte einen Foulelfmeter zum 3:0 (41.), die weiteren Tore für 96 erzielten Asano (51.) und Henrik Weydandt (85.,90.).

TSV Steinbach Haigar (Regionalliga) - FC Augsburg (Bundesliga) 1:2 (0:1)

Der FC Augsburg hat sich beim Regionalligisten Steinbach Haigar unerwartet schwer getan, ist letztlich aber doch ungefährdet in die zweite Runde eingezogen. Zunächst lief für die Augsburger alles nach Plan. Marco Richter stoppte einen langen Ball von Jeffrey Gouweleeuw mit der Brust und traf mit einem Schuss aus der Drehung ins kurze Eck (14.). Doch Steinbach ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen und kam zu Beginn der zweiten Hälfte durch einen Kopfballtreffer von Nico Herzig zum Ausgleich (55.).

Steinbach hatte sogar Chancen, in Führung zu gehen, lief dann aber in einen Konter, den André Hahn per Kopf zum 2:1 vollendete (65.). Hahn hatte zwischen Januar 2013 und Juni 2014 in 48 Spielen für den FCA zwölf Tore erzielt und 13 weitere Treffer vorbereitet. Nach Stationen bei Borussia Mönchengladbach und dem Hamburger SV war er in diesem Sommer nach Augsburg zurückgekehrt.

André Hahn (L), Michael Gregoritsch
ARMANDO BABANI/EPA-EFE/REX/Shutterstock

André Hahn (L), Michael Gregoritsch

TuS RW Koblenz (Oberliga) - Fortuna Düsseldorf (Bundesliga) 0:5 (0:4)

Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf hat mit einem souveränen Sieg Selbstvertrauen für das Projekt Klassenerhalt gesammelt. Beim Fünftligisten TuS RW Koblenz brachte der Kongolese Dodi Lukebakio die Fortuna mit einem Doppelpack früh 2:0 in Führung (9., 12.). Nach zwei weiteren Treffern von Marvin Duksch (32.) und Kevin Stöger (44.) war die Partie schon zur Pause entschieden. In der zweiten Hälfte sorgte der Belgier Benito Raman für den Endstand (61.). In sechs Tagen (Samstag, 15.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) empfängt Düsseldorf zum Auftakt in die Bundesligasaison den FC Augsburg.

Weiche Flensburg (Regionalliga) - VfL Bochum (2. Liga) 1:0 (1:0)

Für den VfL Bochum ist die Pokalsaison schon wieder beendet. Der Zweitligist blamierte sich bei Weiche Flensburg. Das Tor des Tages erzielte Kevin Schulz mit dem rechten Knie (34.). Die Bochumer liefen zwar an und hatten wesentlich mehr Ballbesitz, schafften es aber nicht, die kompakte Abwehr des Viertligisten ernsthaft in Bedrängnis zu bringen.

BSG Chemie Leipzig (Oberliga) - Jahn Regensburg (2. Liga) 2:1 (0:1)
Auch Jahn Regensburg kann sich voll und ganz auf die laufenden Zweitligasaison konzentrieren. Die Bayern unterlagen sensationell beim Fünftligisten BSG Chemie Leipzig. Dabei hatte Julian Derstroff die Gäste in der ersten Hälfte mit einem Volleyschuss in Führung gebracht (20.). Doch nach der Pause steigerten sich die Hausherren und kamen zum Ausgleich durch Philipp Wendt (69.). Die Regensburger beschwerten sich wegen eines vermeintlichen Foulspiels des Torschützen, doch der Treffer zählte. Als schon alles nach einer Verlängerung aussah, erzielte Kai Druschky mit einem sehenswerten Distanzschuss den Siegtreffer für Chemie (90.+1).

Lok Stendal (Oberliga) - Arminia Bielefeld (2. Liga) 0:5 (0:1)
0:1 Prince-Osei Owusu (11.)
0:2 Prince-Osei Owusu (62.)
0:3 Sven Schipplock (63.)
0:4 Tom Schütz (66.)
0:5 Sven Schipplock (Foulelfmeter, 69.)

SSV Jeddeloh II (Regionalliga) - 1. FC Heidenheim (2. Liga) 2:5 (0:3)
0:1 Sebastian Griesbeck (23.)
0:2 Kolja Pusch (32.)
0:3 Kolja Pusch (39.)
0:4 Robert Glatzel (56.)
1:4 Björn Lindemann (76.)
2:4 Thorsten Tönnies (79.)
2:5 Lankford (90.+2)

mmm/ngo



insgesamt 2 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
kopi4 19.08.2018
1.
Auch wenn es Pokal und ein Regionalligist war: die Suche des FC nach Torgefährlichkeit sollte sich erledigt haben. Terodde ist kein Einwechselspieler als der er in den ersten Ligaspielen eingesetzt wurde. Von Anfang an mit Terodde und dann sollte sich das Thema erledigt haben.
pansenhans75 20.08.2018
2. Ich war da
Ich war im Olympiastadion und habe ein mutigen BFC Dynamo und einen letztlich überzeugenden FC gesehen....trotzdem sah man auch bei dem Spiel , das der FC noch auf dem Weg ist. Definitiv viele 1 gegen 1 Situationen und Spielfreude und den Stürmer Nummer 1 mit 4 Buden..... Therodde sollte von Anfang an spielen, dann gibt es in Köln keine Diskussionen mehr über Torgefährlichkeit ! Und der Fc Support wie immer: Laut, Gänsehaut und vor allem: im Stadion und davor absolut friedlich! Meine Tochter (7) fand es super! Danke an die Fans
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.