Hamburg - Borussia Dortmund und Bayern München haben mit viel Mühe eine Blamage im DFB-Pokal-Achtelfinale verhindert. Der BVB musste gegen Fortuna Düsseldorf lange Zeit in Unterzahl spielen und siegte dennoch 5:4 (0:0, 0:0) im Elfmeterschießen. Bei den Bayern sorgte Arjen Robben mit einem erfolgreichen Konter in der Nachspielzeit gegen den VfL Bochum für den knappen 2:1 (0:1)-Erfolg, nachdem das Team von Trainer Jupp Heynckes lange zurückgelegen hatte.
Für Bundesligist 1. FC Nürnberg war hingegen nach einem 0:1 (0:1) trotz Überzahl im fränkischen Derby gegen Fürth Schluss. Besonders bitter: Im Anschluss stürmten Nürnberger Anhänger das Spielfeld und warfen Gegenstände in den Gästeblock. Auch Augsburg schied aus, Hoffenheim siegte 2:1 (1:1).
Für den Deutschen Meister Borussia Dortmund verlief der Jahresausklang nach dem bitteren Aus in der Champions League versöhnlich. "Das ist unglaublich, was die Mannschaft heute gezeigt hat. Alle gehen auf dem Zahnfleisch, die Jungs haben alles rausgehauen. Das ist ein unglaublicher Abschluss für dieses Jahr", sagte Jürgen Klopp.
Der Dortmunder Coach musste zwei Spieler in der Defensive ersetzen. Auf der linken Seite begann Chris Löwe für Marcel Schmelzer. Patrick Owomoyela begann für Felipe Santana in der Innenverteidigung. Kurz vor dem Anpfiff meldete sich auch noch Shinji Kagawa mit Magenproblemen ab. Für ihn rückte Robert Lewandowski ins zentrale offensive Mittelfeld. Lukas Barrios startete im Sturm. Zudem fehlten beim BVB Sven Bender, Neven Subotic, Mario Götze und Moritz Leitner. Fortuna Düsseldorf konnte seine beste Formation aufbieten.
Hummels zeigte ein starkes Spiel
In der vierten Minute hätte sich der Einsatz von Barrios fast bezahlt gemacht. Nach einer Flanke von Kevin Großkreutz war sein Kopfball aber kein Problem für Düsseldorfs Keeper Michael Ratajczak. Auch in der neunten Minute war der bei Borussia Dortmund ausgebildete Torwart bei einem Versuch von Jakub Blaszczykowski auf dem Posten.
Der BVB spielte zu Beginn überlegen, doch auch Düsseldorf deutete mit schnellen Vorstößen immer wieder Torgefahr an. Dass daraus nicht mehr wurde, lag besonders an Nationalspieler Mats Hummels, der ein starkes Spiel zeigte. In der 19. Minute wurde Düsseldorf erstmals gefährlich. Barrios hatte im Mittelfeld zu nachlässig agiert und Assani Lukimya einen Schuss aus rund 30 Metern ermöglicht, der nur knapp drüber ging. Lewandowski scheiterte auf der anderen Seite aus ähnlicher Distanz (25.).
Bis dahin war die Rollenverteilung klar. Auf der einen Seite der Deutsche Meister, spielerisch überlegen, mit starken Kombinationen und Einzelspielern. Auf der anderen Seite der Tabellenführer der zweiten Bundesliga, kampfstark, hoch motiviert, aber im direkten Vergleich dennoch limitiert. Bis zur 34. Minute. Da sah Patrick Owomoyela, der zurzeit nur Ersatzspieler beim BVB ist, wegen wiederholten Foulspiels die Gelb-Rote Karte. Dortmund hatte in der Folge etliche Probleme, das Spiel zu organisieren. Großkreutz rückte auf die rechte Abwehrseite, Lukasz Piszczek dafür in die Mitte der Abwehr. Doch die Mannschaft wirkte verunsichert, rettete sich aber mit einem Remis in die Halbzeit.
Düsseldorf in der zweiten Hälfte stärker
Dennoch verzichtete Trainer Klopp auf Wechsel und schickte dieselben zehn Spieler wieder auf den Platz. Dieses Vertrauen rechtfertigten sie zunächst nicht, Fortunas Johannes van den Bergh setzte sich auf der linken Seite durch und passte scharf in die Mitte, wo sich aber kein Abnehmer fand. Der Ball rollte aus dem Strafraum direkt zu Maximilian Beister, dessen Schuss aber in den Händen von BVB-Keeper Roman Weidenfeller landete (50.).
Düsseldorf spielte in der zweiten Hälfte stärker, dennoch gelangen den Dortmundern in Unterzahl Entlastungsangriffe, die allerdings meist wenig gefährlich waren. Die beste Gelegenheit bis dahin in der zweiten Hälfte hatte Sascha Dum, der sich stark im Strafraum durchsetzte, Hummels konnte in höchster Not klären.
In der Offensive war vom BVB nicht viel zu sehen, Klopp reagierte und wechselte Barrios aus, der zu wenig Einsatz gezeigt hatte. Für ihn kam Ivan Perisic (74.). Dennoch deutete alles auf eine Verlängerung hin, denn beide Teams scheuten in der Folge das Risiko. Perisic' Schuss in der Nachspielzeit war zu schwach.
Tumulte während des Elfmeterschießens
Es folgte die Verlängerung, in der Weidenfeller (92.) nach einem Kopfball von Sascha Rösler direkt gefordert war. Düsseldorf machte viel Druck. Für die Führung der Fortuna hätte dann aber fast ein Dortmunder gesorgt: Nach einer Flanke von Dum wollte Piszczek per Kopf klären, sein Kopfball wäre im eigenen Netz gelandet, wenn Weidenfeller nicht gerettet hätte (98.).
Düsseldorf war zu diesem Zeitpunkt die bestimmende Mannschaft, Dortmund konnte sich kaum aus der eigenen Hälfte befreien. In der zweiten Hälfte wurden die Gäste stärker, ein Tor aus dem Spiel heraus war den Zuschauern aber nicht mehr vergönnt.
Es kam zum Elfmeterschießen, an dessen Ende sich Dortmund durchsetzte. Dabei war es zu Tumulten gekommen, nachdem erst der erfolgreiche Elfmeter von Blaszczykowski wiederholt werden musste, anschließend der verschossene Elfmeter von Andreas Lambertz, weil sich beide Keeper angeblich zu früh bewegt haben sollen. Der BVB fühlte sich benachteiligt. Trotzdem behielten die Spieler von Trainer Klopp die Nerven. Weidenfellers Parade gegen Thomas Bröker sorgte schließlich für den Sieg, den Trainer Klopp wegen Reklamierens von der Tribüne aus verfolgen musste.
Fortuna Düsseldorf - Borussia Dortmund 0:0 n.V., 4:5 i.E.
1:0 Jovanovic
1:1 Hummels
2:1 Langeneke
2:2 Blaszczykowski
3:2 Lambertz
3:3 Kehl
Weidenfeller hält gegen Bröker
3:4 Gündogan
4:4 Rösler
4:5 Perisic
Düsseldorf: Ratajczak - Levels, Lukimya-Mulongoti, Langeneke, van den Bergh - Bodzek, Lambertz - Beister (79. Ranisav Jovanovic), Oliver Fink (63. Dum) - Bröker, Rösler
Dortmund: Weidenfeller - Piszczek, Owomoyela, Hummels, Löwe (80. Kringe) - Gündogan, Kehl - Blaszczykowski, Lewandowski, Großkreutz - Barrios (74. Perisic)
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin)
Zuschauer: 54.000 (ausverkauft)
Gelb-Rote Karte: Owomoyela wegen wiederholten Foulspiels (34.)
Gelbe Karten: Rösler, Lambertz, Bodzek (2), Dum (2) - Weidenfeller, Kehl
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