Aufholjagd gegen Werder Bremen Leverkusen erreicht Halbfinale nach Verlängerung

0:2 zurückgelegen, in der Verlängerung folgte der Sieg: Bayer Leverkusen hat das Halbfinale des DFB-Pokals erreicht. Bedanken darf sich das Team bei Julian Brandt und Joker Karim Bellarabi.

DPA

Bayer Leverkusen steht nach einer beeindruckenden Aufholjagd im Halbfinale des DFB-Pokals. Im Duell der Bundesligisten setzte sich das Team von Trainer Heiko Herrlich 4:2 (2:2, 1:2) in der Verlängerung gegen Werder Bremen durch. Der vorentscheidende Treffer zum 3:2 fiel durch den kurz zuvor eingewechselten Karim Bellarabi (111. Minute).

Die Partie war spektakulär, auch wegen der frechen Bremer, bei denen Max Kruse mit dem Führungstreffer (3.) und einer Torvorlage zum 2:0 brillierte. Das Problem: Bayer gelang dank Julian Brandt der Ausgleich, der mit zwei Treffern (33./55.) der Mann des Abends war. In der Runde der letzten vier Mannschaften könnte Leverkusen auf Bayern München treffen. Der Rekordpokalsieger steht nach einem 6:0-Erfolg in Paderborn ebenfalls im Halbfinale.

Den besseren Start erwischte Werder. In der dritten Minute kam Kruse nach einem Kontakt mit Jonathan Tah im Strafraum zu Fall - Schiedsrichter Marco Fritz entschied auf Elfmeter und Kruse verwandelte selbst zum 1:0 (3.). Vier Minuten später stand der Angreifer erneut im Mittelpunkt. Kruse hatte Aron Jóhannsson mit einem traumhaften Diagonalpass bedient und der Teamkollege vollendete per Lupfer - 2:0.

Dann drehte Brandt auf

Werder erspielte sich weitere Möglichkeiten, die beste Chance vergab Florian Kainz mit einem spektakulären Distanzschuss in der 39. Minute. Kurz davor hatte Bayer bereits verkürzt: Nach einem sehenswerten Spielzug und einem Tempolauf von Dominik Kohr war Julian Brandt freistehend der Treffer zum 1:2 gelungen (31.). In der zweiten Hälfte legte der gebürtige Bremer ein zweites Tor von der Strafraumgrenze aus zum 2:2 nach (55.). Es war die Belohnung für das mittlerweile aktivere Spiel der Leverkusener.

Danach hatte Bayer Pech. Charles Aránguiz wurde im Strafraum von Maximilian Eggestein per Foul gestoppt, aber der Unparteiische ließ weiterspielen - eine strittige Entscheidung. Vier Minuten vor dem Abpfiff wurde es erneut hektisch, als Ludwig Augustinsson im Strafraum mit der Hand auf den Ball fiel - wieder gab es keinen Strafstoß. In der Verlängerung sorgten dann Joker Bellarabi und Kai Havertz für das Weiterkommen.

Für Bremen ist damit der Traum vom ersten Pokalsieg seit 2009 beendet. Am Mittwoch sorgen die Duelle von Eintracht Frankfurt und Mainz (18.30 Uhr) sowie Schalke und dem VfL Wolfsburg (20.45 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) für den Abschluss des Pokal-Viertelfinals.

Bayer Leverkusen - Werder Bremen 4:2 nach Verlängerung (2:2, 1:2)
0:1 Kruse (3./Foulelfmeter)
0:2 Jóhannsson (7.)
1:2 Brandt (31.)
2:2 Brandt (55.)
3:2 Bellarabi (111.)
4:2 Havertz (118.)
Bayer Leverkusen: Leno - Lars Bender (79. Henrichs), Tah, Sven Bender, Wendell (114. Retsos) - Kohr (108. Bellarabi), Aránguiz - Bailey, Havertz, Brandt (102. Alario) - Volland
Werder Bremen: Pavlenka - Gebre Selassie, Moisander, Veljkovic, Augustinsson - Maximilian Eggestein (114. Langkamp) - Junuzovic, Delaney - Johannsson (46. Rashica), Kruse, Kainz (91. Belfodil)
Schiedsrichter: Marco Fritz (Korb)
Gelbe Karten: Bailey, Kohr, Wendell/Augustinsson, Eggestein, Gebre Selassie, Moisander
Zuschauer: 27.000

jan



insgesamt 19 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
malexe 06.02.2018
1. Die 13.Minute!
In der ist das Spiel normal durch. Kruse bekommt im Strafraum den Ellbogen von einem Leverkusener mit Absicht voll ins Gesicht. Glatt Rot plus Elfmeter wären da konsequent gewesen. Aber weder der Schiri noch der Videoschiri schreiten ein. Dann kann man es auch lassen. Bei 3:0 und gegen 10 Leverkusener wäre nix mehr angebrannt!
joe.micoud 06.02.2018
2.
Absolut geniale Idee vom DFB den Werder-Erzfeind Wolfgang Stark als Videoschiri zu installieren. Werder führt 2-0, dann Ellenbogencheck von Aranguiz gegen Kruse im Strafraum. Nach den Regeln rot und Elfmeter. Der Schiri sieht es nicht und der Videoschiri auch nicht. Spätestens da war klar, dass es für Werder nix zu holen gibt. Vor dem ersten Leverkusener Tor eine strittige Szene ob Ecke oder Abstoss und der Schiri gibt Abstoss und dann fällt das Tor. Bei der Rudelbildung darf sich Bailey gleich 2 Schweinereien erlauben und der Videoschiri und der Schiri sehen es nicht und geben lediglich Gelb. Kurz vor Schluss kämpft Werder um das 3-3. Leverkusen klärt eindeutig zur Ecke und was passiert? Abstoss, Konter, Tor...Bravo DFB, Danke DFB. Und was für ein peinliches Publikum ist da in Leverkusen? War das ein Werder-Heimspiel? Wenigstens ist Bayern noch drin, dann gewinnt Bayer wieder nix. Gut so!
Drunken Masta 06.02.2018
3. Interessanter Spielbericht
Zwei Punkte fehlen nämlich. Der nicht gegebene zweite Elfmeter für Bremen. Und die Tatsache, dass Bayer ebenso Glück hatte die Partie mit 11 Mann zu beenden. Kohr, Griff an den Hals des Gegenspielers, keine Tätlichkeit, nur Gelb. In der ersten Hälfte allerings mit auch schon nach mehrfachem Foulspiel ohne Karte davon gekommen. Bailey, gleich zwei Gegenspielern gezielt ins Gesicht gepatscht, keine Tätlichkeit. Das verstehe wer will. Die Ausrede der Schiri hats nicht gesehn gilt ja nichtmehr. Mit Vorbildfunktion hat es jedenfalls nichts zu tun. Und daher aus meiner Sicht wegen der Rudelbildung zwei unwürdige Teilnehmer. Vorschlag daher: Beide disqualifizieren und Paderborn weiter schicken.
Franke aus Hamburg 07.02.2018
4. Der Bayer-Sieg geht
vollkommen in Ordnung. Bayer war die bessere Mannschaft. Der Fußballgott hat ein Einsehen, der Elfer war eine Schwalbe und beim 0:2 war es Abseits.
joe.micoud 07.02.2018
5.
@4. ..Man sollte das Spiel schon sehen, wenn man kommentiert. Aber als HSV -Fan wäre ich auch nervös.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.