DFB-Pokal Braunschweigs Fouls, Bayerns Freude

Blamage verhindert, zweite Runde erreicht: Bayern München hat einen glanzlosen Erfolg bei Eintracht Braunschweig gefeiert. Der Zweitliga-Spitzenreiter wollte eine weitere Pokal-Sensation, war allerdings hoffnungslos unterlegen - und foulte den FCB förmlich zum Sieg.

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Hamburg - Eine bessere Warnung hätte es für den FC Bayern München nicht geben können. Bayer Leverkusen, VfL Wolfsburg, SC Freiburg, Werder Bremen - alle raus, ausgeschieden in der ersten Runde des DFB-Pokals gegen klassentiefere Mannschaften. Daher sagte Bayern-Trainer Jupp Heynckes: "Es verbietet sich von vorne herein, einen Gegner wie Eintracht Braunschweig zu unterschätzen." Und die Münchner Spieler hatten ihrem Coach offenbar sehr gut zugehört. Die Bayern gewannen beim Zweitligisten mit einer glanzlosen Leistung 3:0 (2:0). Mario Gomez (9. Minute) und Bastian Schweinsteiger (39.) jeweils per Foulelfmeter sowie Thomas Müller (83.) erzielten die Treffer.

Heynckes bot vor 23.645 Zuschauern im Stadion an der Hamburger Straße drei Neue von Beginn an auf: Torwart Manuel Neuer, Rechtsverteidiger Rafinha und Innenverteidiger Jérôme Boateng. Das alles war keine Überraschung, die nämlich spielte auf der linken Offensivseite der Münchner. Nicht Ivica Olic durfte den verletzten Franck Ribéry vertreten, sondern David Alaba. Toni Kroos agierte als Regisseur, dafür rückte Müller für den ebenfalls verletzten Arjen Robben nach rechts - und der deutsche Nationalspieler stand schon kurz nach dem Anpfiff im Mittelpunkt.

Nach einem Doppelpass mit Kroos wurde Müller von Braunschweigs Ken Reichel im Strafraum gefoult. Den fälligen Elfmeter verwandelte Gomez sicher. Die Führung war - obwohl erst neun Minuten absolviert waren - verdient. Weil die Bayern von Beginn an dominant auftraten und jederzeit das Spiel bestimmten, auch in der Folgezeit.

Kapitän Kruppke vergibt einzige Braunschweiger Chance des Spiels

Die Eintracht setzte auf die bewährte Taktik, mit der es der Club an die Spitze der zweiten Liga geschafft hatte: hinten kompakt stehen, auf Fehler des Gegners lauern und schnell kontern. Nur lieferten die Bayern den Braunschweigern keine Ballverluste. Den Rekordmeister zeichnete eine hohe Passsicherheit aus, allerdings ergaben sich gegen die dichte Eintracht-Abwehr kaum Chancen für die Gäste. Allein ein Kopfball von Holger Badstuber (21.) nach Flanke von Kroos sorgte für Gefahr vor dem Tor von Keeper Marjan Petkovic.

Auf der anderen Seite war es eine Standardsituation, die zur einzigen guten Eintracht-Möglichkeit des Spiels führte: Nach Freistoß von Nico Zimmermann kam Braunschweigs Kapitän Dennis Kruppke frei zum Kopfball (27.), verfehlte das Tor aus fünf Metern jedoch knapp.

Das war es allerdings auch schon, was es an nennenswerten Offensivaktionen der Gastgeber zu berichten gab. Die langen Bälle der Eintracht fingen Boateng und Badstuber meist sicher ab. Spektakulärer ging es da schon in der Braunschweiger Defensive zu - oder vielmehr unbeholfener. Denn Mirko Boland verhielt sich im Zweikampf mit Müller ebenso ungeschickt wie eine halbe Stunde zuvor sein Teamkollege Reichel. Und weil Müller wieder im Strafraum zu Fall gebracht wurde, gab es den zweiten Elfmeter, den dieses Mal Schweinsteiger sicher verwandelte.

Nach dem Seitenwechsel das gleiche Bild: Bayern spielbestimmend, Braunschweig abwartend. Die Gastgeber wirkten zwar etwas aggressiver, riskierten aber einfach zu wenig, um für eine weitere Erstrunden-Sensation zu sorgen. Ihnen fehlten schlicht die spielerischen Mittel, um die Bayern-Defensive in Verlegenheit zu bringen. Und weil sich die Münchner eine Blamage á la Leverkusen und Co. offenbar ersparen wollten, verwalteten sie ihren Vorsprung souverän. Als das Spiel längst gelaufen war, stellte der starke Müller per Rechtsschuss den Endstand her.

"Meine Mannschaft hat einen sehr souveränen Auftritt gezeigt. Wir waren spielerisch erstklassig und hatten eine gute Raumaufteilung", sagte Heynckes. Braunschweigs Kapitän Kruppke gab zu: "Wir brauchen nicht groß drumherum reden: Wir haben heute die Grenzen aufgezeigt bekommen. Die Bayern waren mindestens eine Klasse besser."

Eintracht Braunschweig - Bayern München 0:3 (0:2)
0:1 Gomez (9., Foulelfmeter)
0:2 Schweinsteiger (39., Foulelfmeter)
0:3 Thomas Müller (83.)
Braunschweig: Petkovic - Bohl (73. Kessel), Henn, Correia, Reichel - Theuerkauf - Zimmermann (70. Fetsch), Kruppke, Vrancic (61. Pfitzner), Boland - Kumbela
München: Neuer - Rafinha, Boateng (90.+1 van Buyten), Badstuber, Lahm - Schweinsteiger, Luiz Gustavo - Thomas Müller, Toni Kroos (88. Pranjic), Alaba (81. Timoschtschuk) - Gomez
Schiedsrichter: Zwayer
Zuschauer: 23.645 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Pfitzner - Boateng

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insgesamt 9 Beiträge
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Seite 1
Greg84 01.08.2011
1. ...
Souverän wars trotzdem. Natürlich haben die zwei Elfmeter nicht geschadet aber sie haben halt auch bis zum Ende ihr Ding durchgezogen. War nicht spektakulär aber das hat Heynckes ja auch angekündigt. Wenn man hinten keine 40 Tore kassiert, braucht man vorn auch keine 80. Abwehr hat mir persönlich gut gefallen bis auf leichte Abstimmungsprobleme am Anfang. Macht Boateng so weiter, wird er die Verstärkung, die viele angezweifelt haben.
champagnero 01.08.2011
2. Hahahahaha
Zitat von micha-mille...drücke ich mal die Daumen, damit es ein "Lederhosen-auszieh-Tag" wird. :-)
Im SPON Forum sind mal wieder die Experten versammelt...
unifersahlscheni 02.08.2011
3. ...
...ein Pflichtsieg. Nicht sehr glanzvoll, aber bis zum Schluss konzentriert genug um nichts anbrennen zu lassen. Hauptsache nicht den Gegner unterschätzt und weiter drin im DFB-Pokal. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.
eishockeyoma 02.08.2011
4. Entschuldigung liebe Braunschweiger,
auch wenn die Bayern nicht geglänzt haben, waren Sie sooo Souverän, dass sie mindestens 3 Klassen besser waren.
Broko 02.08.2011
5. Lachhaft
Selbst Barcelona schafft es nicht, gegen einen Gegner, der sich mit elf Mann in der eigenen Hälfte verrammelt, zu glänzen. Soviel zu den "Experten", die die Zeilen füllen "müssen" ...
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