Pokal-Ausschluss Dynamo Dresden gibt Widerstand gegen Strafe auf

Dynamo Dresden beendet den Konfrontationskurs: Der Verein verzichtet auf weitere Proteste gegen den Pokalausschluss. Stattdessen strebt man in Gesprächen mit dem DFB einen Neuanfang an. Dynamo war nach mehreren Randale-Vorfällen vom Verband hart bestraft worden.

Randale vor Pokalspiel 2012: Dynamo Dresden akzeptiert die Bestrafung
DPA

Randale vor Pokalspiel 2012: Dynamo Dresden akzeptiert die Bestrafung


Hamburg - Fußball-Zweitligist Dynamo Dresden wird keine weiteren rechtlichen Schritte gegen den Ausschluss aus dem DFB-Pokal vornehmen. Der neu gewählte Aufsichtsrat und die Geschäftsführung des Clubs beschlossen einstimmig, auf eine Zivilklage beim Oberlandesgericht Frankfurt am Main zu verzichten. Das teilte der Verein mit. Hierzu hatte die Mitgliederversammlung ein entsprechendes Votum abgegeben.

Dresden war nach den Vorkommnissen im Pokalspiel bei Hannover 96 im Oktober 2012 aus dem Pokalwettbewerb 2013/2014 ausgeschlossen worden und anschließend beim Protest gegen das Urteil in allen Instanzen der DFB-Gerichtsbarkeit gescheitert.

"Nach guten und intensiven Gesprächen mit dem DFB sind wir überzeugt, dass wir so die existenzbedrohende Situation, die durch die immer drastischeren und härteren Strafen entstehen würde, für den Verein abwenden können", sagte der neue Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Blümel: "Wir haben den Auftrag der Mitgliederversammlung von Dynamo Dresden zu erfüllen und richten unseren Blick jetzt nach vorn."

Auf der Mitgliederversammlung am 16. November hatte sich eine Mehrheit der Dresdner unter Bedingungen für einen Klageverzicht ausgesprochen. Zuvor hatte es Berichte über einen Kompromiss zwischen Dresden und DFB gegeben. Angeblich sollen alle Vorstrafen des Vereins auf Null gesetzt werden, noch offene Verfahren wegen Ausschreitungen könnten so kostengünstig beendet werden.

aha/dpa/sid

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Trainspotter 28.11.2013
1.
Warum sollten alle vorherigen Vergehen damit nichtig sein? Wenn ich 3 kleinere Straftaten begehe und einen Bankraub, werde ich doch auch nicht nur für den Bankraub bestraft, sondern für alle Vergehen. So eine Entscheidung wäre definitiv das falsche Zeichen.
tobidd06 28.11.2013
2. Na endlich
Jetzt sieht es auch der DFB ein nicht nur die Sündenböcke zu bestrafen und muss sich jetzt rechtfertigen und nimmt alle(!) verfahren klagen etc. Eigentlich unverständlich aber das ist ja nichts neues meher. Dynamo kann nun einer besseren Zukunft entgegenblicken wenn die richtigen Entscheidungen getroffen werden.
martsen 28.11.2013
3.
Zitat von TrainspotterWarum sollten alle vorherigen Vergehen damit nichtig sein? Wenn ich 3 kleinere Straftaten begehe und einen Bankraub, werde ich doch auch nicht nur für den Bankraub bestraft, sondern für alle Vergehen. So eine Entscheidung wäre definitiv das falsche Zeichen.
Meine persönliche Meinung ist, dass der DFB mit dieser Maßnahme einen Gang vor ein ordentliches Gericht entgehen will. Meinen bescheiden Rechtsverständnis nach, denke ich dass ein solches Verfahren einen offenen Ausgang hat - und somit könnte es sehr unangenehm für den DFB werden, sollte Dresden Recht bekommen.
thbaerle 28.11.2013
4.
es geht hier nicht um die Bestrafung an sich. Der DFB hat sich mit dem Löschen der Vorstrafen "erkauft", dass Dynamo nicht gegen das Prinzip der Vereinshaftung klagt. Zwar hätte ein Verein da durchaus gute Chancen, den entsprechenden Paragraphen zu kippen, allerdings sitzt der DFB am längeren Hebel und könnte den Verein mit immer höheren Strafen über die Klinge springen lassen. Im Endeffekt ist mit dieser Vereinbarung niemandem geholfen: Der DFB wird weiter Vereine für das Verhalten seiner "Anhänger" in Sippenhaft nehmen und Dynamo darf sich jetzt mit seinen harten Fans rumärgern, weil die das Streichen der Vorstrafen als Startsignal zu neuen Aktivitäten verstehen dürften (im Sinne von "als Neutäter werden wir jetzt nicht mehr so schlimm bestraft"
f13 28.11.2013
5.
Der DFB hatte sich doch nur auf einem Kompromiss eingelassen, weil die genau wussten, dass es vor einem richtigem Gericht eher dünn für ihr Rechtsverständnis wird. Irgendwie ist es schade, dass Dynamo den Schritt nicht mehr gemacht hat, da es mich schon interessiert hätte, wie das ganze ausgegangen wäre. Allerdings kann ich Dynamo auch verstehen, da die nächsten Strafen vom DFB bestimmt noch härter gewesen wären.
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