Bayern im Pokal gegen Regensburg Blamieren verboten

Am Abend startet der FC Bayern gegen Jahn Regensburg in den DFB-Pokal. Nach dem frühen Ausscheiden von sechs Bundesligisten sind die Münchner gewarnt. Beim Zweitligisten hält sich die Freude über den prominenten Gast in Grenzen.

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Hamburg, Bremen, Hoffenheim, Nürnberg, Frankfurt, Greuther Fürth: Gleich sechs Erstligisten haben sich bereits gegen unterklassige Teams aus dem DFB-Pokal verabschiedet. Die Profis des FC Bayern München werden sich die Pleiten genau angeschaut haben. Wenn sie am Abend in das mit 12.500 Zuschauern ausverkaufte Jahnstadion einlaufen (20.30 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE), geht es vor allem um eines: eine Blamage vermeiden. "Das muss man sehr ernst nehmen. Wir überlassen nichts dem Zufall", sagt Trainer Jupp Heynckes. Er scheint gewarnt.

Für die Mannschaft von Jahn Regensburg waren die Außenseitersiege am Wochenende wahrscheinlich zusätzliche Motivation. Auch wenn der Trainer das anders sieht: "Wer da noch motiviert werden muss, dem ist nun wirklich nicht mehr zu helfen", sagte Oscar Corrochano. Heynckes ist sich der besonderen Situation für die Gastgeber bewusst: "Die werden sicher über ihre Verhältnisse spielen", warnte der Bayern-Coach seine Spieler.

Derby mit Tradition

Meist ist die Freude bei unterklassigen Vereinen groß, wenn ein Verein wie der FC Bayern im Pokal wartet: TV-Präsenz zur besten Sendezeit, volles Haus und volle Kassen. Jahn-Sportchef Franz Gerber hätte sich aber trotzdem eher ein anderes Los gewünscht: "Ein schlechter Zweitligist wäre mir lieber gewesen", sagte der ehemalige Profi. Das Team von Jahn Regensburg, das als Aufsteiger mit einem Sieg und einer Niederlage in die neue Zweitliga-Saison gestartet ist, will trotz der Abgänge von Leistungsträgern wie Michael Klauß, Ronny Philp oder Tobias Schweinsteiger seine Mini-Chance nutzen und für eine weitere Pokal-Sensation sorgen.

Insgesamt ist es bereits das 70. Duell der beiden Mannschaften, 19-mal gewann Regensburg, 41-mal die Bayern. Im DFB-Pokal kann das Team aus Regensburg allerdings bislang noch keinen Erfolg gegen die Münchner vorweisen: In den beiden bisherigen Aufeinandertreffen siegte jeweils der Rekordmeister. Dabei gab es 1968 ein 4:1 nach Verlängerung, zwei Jahre später ein deutliches 4:0. So kann und soll es nach Meinung der Bayern-Spieler weitergehen: "Ein Sieg würde uns einen Schub für die Meisterschaft geben. Dies wird uns auch gelingen", sagte Heynckes.

Gomez fehlt - Schweinsteiger wieder dabei

Mithelfen kann dabei wohl auch Bastian Schweinsteiger. Nach überstandener Verletzungspause steht er zumindest wieder im Kader der Bayern. Im jüngsten Testspiel gegen Seligenporten konnte der defensive Mittelfeldspieler 90 Minuten durchspielen. Ob er allerdings bereits für einen Einsatz im Pokal in Frage kommt, ließ Heynckes offen: "Er konnte 90 Minuten beschwerdefrei spielen und trainiert gut. Er braucht aber noch einige Spiele und Trainingseinheiten, um wieder zu alter Stärke zu finden", so der Bayern-Trainer.

Auch die zuletzt angeschlagenen Zugänge Dante und Claudio Pizarro stehen heute Abend im FCB-Kader. Verzichten müssen die Bayern hingegen auf die verletzten Mario Gomez, David Alaba, Diego Contento und Rafinha. Ebenfalls nicht zur Verfügung steht Innenverteidiger Daniel van Buyten, der mit muskulären Problemen vom Spiel der belgischen Nationalmannschaft zurückkehrte.

Doch auch ohne einige Leistungsträger ist das Erreichen der zweiten Runde des DFB-Pokals für die Bayern Pflicht. In einem Atemzug mit Hamburg, Bremen, Hoffenheim, Nürnberg, Frankfurt oder Greuther Fürth will in München nach dem Spiel schließlich niemand genannt werden.

fls/dpa/sid



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