DFB-Pokal: Kahn rettet Bayern den Titel

In der ersten Hälfte schwach, in der zweiten stark verbessert: Bayern München hat nicht unverdient den DFB-Pokal gewonnen. Zwei Minuten vor Schluss hatte Eintracht Frankfurt die Chance zum Ausgleich, aber Oliver Kahn rettete den Bayern mit einer fantastischen Parade den Sieg.

Berlin - Kahn parierte in der 88. Minute einen Schuss von Ioannis Amanatidis aus kurzer Entfernung mit einer Blitzreaktion und sicherte dem FC Bayern den 1:0 (0:0)-Erfolg gegen Eintracht Frankfurt. Das einzige Tor des Tages erzielte Claudio Pizarro (59.) per Kopfball nach einer Ecke von Zé Roberto. "Wir waren nahe dran, aber am Ende hält Olli noch einen Riesenball. In der ersten Halbzeit haben wir Druck aufgebaut, aber konnten daraus kein Kapital schlagen. Gegen die Bayern musst du halt ein Tor schießen, sonst hast du keine Chance", sagte Frankfurts Torwart Oka Nikolov nach dem Spiel.

74.349 Zuschauer im ausverkauften Berliner Olympiastadion sahen zunächst ein ausgeglichenes Pokalfinale. Rekordsieger Bayern München kam zunächst überhaupt nicht mit der guten Defensive der Frankfurter zurecht, obwohl Roy Makaay nach einem Pass von Claudio Pizarro bereits nach drei Minuten freistehend vor Eintracht-Keeper Oka Nikolov auftauchte.



Die Hessen zeigten kaum Nervosität und ließen den Ball über weite Strecken der ersten Halbzeit gut durch die eigenen Reihen laufen. Vor allem der eigentlich bereits ausgemusterte Österreicher Stefan Lexa sorgte gemeinsam mit dem ehemaligen Münchner Patrick Ochs auf der rechten Angriffseite für Wirbel. Sekunden vor der Pause verpasste Alexander Meier die Führung, als er aus kurzer Distanz vergab.

Bei den Münchnern rächte sich die defensive Grundausrichtung, Trainer Felix Magath hatte neben Spielmacher Michael Ballack die Verteidigungsspezialisten Martin Demichelis, Hasan Salihamidzic und Owen Hargreaves im Mittelfeld aufgeboten. "Wir haben nicht gut gespielt, allerdings auch nicht viel zugelassen. Die zweite Halbzeit war besser und daher haben wir auch verdient gewonnen", erklärte Salihamidzic.

In der zweiten Hälfte machten die Bayern dann mehr Druck, vor allem der eingewechselte Zé Roberto überzeugte, auch Makaay setzte sich immer wieder gefährlich in Szene. Große Aufregung gab es nur kurz nach Pizarros Führungstreffer: Nach einem vermeintlichen Foul von Bayern-Verteidiger Willy Sagnol an Frankfurts Benjamin Köhler an der Strafraumgrenze forderten die Frankfurter einen Strafstoß. Schiedsrichter Herbert Fandel verwehrte den Hessen den Strafstoß jedoch und schickte anschließend den aufgebrachten Eintracht-Trainer Friedhelm Funkel auf die Tribüne (66.).

Beckenbauer attackiert Ballack

Schon am Mittwoch winkt für München nach dem 13. Pokalsieg der Vereinsgeschichte der nächste Rekord. Als erster Verein kann der FC Bayern das Double aus Meisterschaft und Pokalerfolg wiederholen. Gegen den VfB Stuttgart müsste ein Sieg her, gleichzeitig dürfte der Hamburger SV nicht gewinnen.

Vorher droht aber noch interner Ärger: Bayern-Präsident Franz Beckenbauer ließ nach dem Spiel im ZDF verbal mächtig Luft ab in Richtung des enttäuschenden Ballack. "Ich habe mich manchmal schon gefragt, ob der überhaupt mitspielt", ätzte Beckenbauer, der dem Mittelfeldstar kurz darauf Arbeitsverweigerung unterstellte. "Der schont sich jetzt schon für Chelsea", sagte der Bayern-Chef in Anspielung auf den wahrscheinlichen neuen Club Ballacks, "ich wundere mich, warum er nicht ausgewechselt worden ist."

Die abstiegsbedrohten Hessen, die ebenfalls am Mittwoch gegen Kaiserslautern ein wichtigen Schritt Richtung Klassenerhalt machen wollen, müssen sich dagegen damit trösten, erstmals seit der Saison 1993/94 wieder im UEFA-Cup spielen zu dürfen.

Eintracht Frankfurt - Bayern München 0:1 (0:0)
0:1 Pizarro (59.)
Frankfurt: Nikolov - Rehmer (34. Cimen/82. Weissenberger), Russ, Vasoski - Ochs, Huggel, Spycher - Lexa (72. Copado), Meier, Köhler - Amanatidis. - Trainer: Funkel
München: Kahn - Sagnol, Lucio, Ismael, Lahm - Demichelis - Salihamidzic (46. Ze Roberto), Ballack, Hargreaves (82. Jeremies) - Makaay (90.+1 Scholl), Pizarro. - Trainer: Magath
Schiedsrichter: Fandel (Kyllburg)
Zuschauer: 74.349 (ausverkauft)
Gelbe Karten: Vasoski - Ballack, Lahm, Sagnol

goe/sid

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