DFB-Pokal Leverkusen blamiert sich in der Provinz

Der Regionalliga-Verein TSG Hoffenheim hat das Viertelfinale im DFB-Pokal erreicht. Der Drittligist besiegte Bayer Leverkusen und machte so die Sensation perfekt. Borussia Mönchengladbach warf Bundesliga-Spitzenreiter VfB Stuttgart aus dem Wettbewerb.


 Der Hoffenheimer Kai Herdling (l.) entwischt Bayer-Kapitän Jens Nowotny und schießt zum 3:2 ein
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Der Hoffenheimer Kai Herdling (l.) entwischt Bayer-Kapitän Jens Nowotny und schießt zum 3:2 ein

Hamburg - Das Team aus dem 3000-Seelen-Dorf Hoffenheim blamierte den Bundesliga-Dritten Bayer Leverkusen beim 3:2(2:0)-Heimsieg. Leverkusens Trainer Klaus Augenthaler schonte seine Spieler in seiner Analyse nicht: "Wir haben heute unterirdisch gespielt. Lediglich in der zweiten Halbzeit sind meine Spieler teilweise aufgewacht. Ich habe meine Mannschaft gewarnt, aber wenn sie meint, mit angezogener Handbremse spielen zu können, dann hat sie sich getäuscht. Vielleicht geht es einigen hier schon wieder zu gut."

Der Zweitliga-Spitzenreiter Aachen dagegen schoss sich nach den Nackenschlägen der vergangenen Wochen beim mühelosen 5:0 (1:0) gegen die Eintracht Braunschweig den Frust von der Seele und erreichte erstmals seit 33 Jahren wieder das Viertelfinale im DFB-Pokal.

Stephan Sieger (7.) per Foulelfmeter, Heiko Throm (30.) und Kai Herdling (77.) machten mit ihren Treffern für Hoffenheim die Sensation perfekt und sorgten mit dem ersten Viertelfinal-Einzug für den größten Erfolg in der Geschichte des Dorfklubs. Für Bayer hatten Lucio (54.) und Dimitar Berbatow (67.) zwar für den 2:2-Ausgleich gesorgt. Vor 6500 Zuschauern im ausverkauften Dietmar-Hopp-Stadion hatten Leverkusens Bundesliga-Stars vor allem in der ersten Halbzeit eine indiskutable Leistung geboten.

Gladbacher Sverkos schießt Stuttgart aus dem Pokal


Václav Sverkos schoss die Borussia Mönchengladbach ins Viertelfinale. In der 48., 54. und 71. Minute traf der tschechische Jungstar und ebnete seiner Mannschaft den Weg zum verdienten 4:2 (0:1) über den VfB Stuttgart. Arie van Lent (74.) rundete den ersten Gladbacher Erfolg über die Schwaben seit achteinhalb Jahren ab. Vor 22.600 Zuschauern am Bökelberg trafen Kevin Kuranyi (42.) und Imre Szabics (60.) für den VfB, der die erste nationale Pflichtspiel-Niederlage seit dem 17. Mai hinnehmen musste.

Für Alemannia Aachen, das zum insgesamt fünften Mal in ihrer Vereinsgeschichte in die Runde der letzten Acht einzog, war vor 18.500 Zuschauern der U21-Nationalspieler Emmanuel Krontiris mit drei Treffern (30./55./59.) der überragende Spieler. Die weiteren Tore steuerten Kapitän Karlheinz Pflipsen (48.) und Erik Meijer (64.) bei. Die Braunschweiger, die 1981 und 1990 das Halbfinale erreicht und in den ersten beiden Runden die Erstligisten 1. FC Kaiserslautern (4:1) und Hannover 96 (2:0) ausgeschaltet hatten, mussten nach dem Sturzflug in der Regionalliga bis auf Rang acht nun auch die Pokal-Träume begraben.

Drama in Regensburg


Der Zweitligist MSV Duisburg hat seinerseits zum neunten Mal das Viertelfinale erreicht. Die Duisburger setzten sich im Zweitliga-Duell bei Jahn Regensburg nach einem 3:3 (3:3, 1:2) nach Verlängerung durch ein 4:2 im Elfmeterschießen durch.

Vor 8500 Zuschauern im Jahn-Stadion war Dirk Langerbein der Held. Der MSV-Keeper hielt die Elfmeter von Markus Knackmuß und Mario Stiegelmair. Alle vier Schützen verwandelten für den dreimaligen Pokalfinalisten Duisburg, der zuletzt 2001 die Runde der letzten Acht erreicht hatte. Zuvor hatte Abdelaziz Ahanfouf (66. und 90.) nach einem 1:3-Rückstand noch die Verlängerung erzwungen. Dabei spielte Duisburg ab der 84. Minute in Unterzahl, nachdem Rafael Kazior wegen einer Notbremse gegen Harry Gfreiter die Rote Karte gesehen hatte.



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