Achtelfinale des DFB-Pokals: Schalke scheitert an Mainz, Freiburg bezwingt Karlsruhe

Der FC Schalke findet auch mit dem neuen Trainer Jens Keller nicht zum Erfolg. Im Achtelfinale des DFB-Pokals schied das Team gegen Mainz 05 aus. Zum ersten Mal seit acht Jahren ist hingegen der SC Freiburg weiter: Das Team von Trainer Christian Streich hatte gegen den Karlsruher SC keine Mühe.

DFB-Pokal: Auch Keller bringt S04 kein Glück Fotos
Getty Images

Hamburg - Die ersten Viertelfinalisten des DFB-Pokals stehen fest: Der FSV Mainz 05 hat Schalke 04 2:1 (1:0) bezwungen, der SC Freiburg den Drittligisten Karlsruher SC mit einem 1:0 (1:0)-Sieg aus dem Wettbewerb geworfen. Für die Mainzer trafen Marco Caligiuri (30. Minute) und Nicolai Müller (83.), Klaas-Jan Huntelaar sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich (75.). Den Freiburger Sieg sicherte Jonathan Schmid mit seinem frühen Tor in der zweiten Minute. Der SC steht damit zum erstem Mal seit acht Jahren wieder in der Runde der besten acht. Schalke hat es durch die Heimniederlage hingegen verpasst, für einen versöhnlichen Saisonabschluss zu sorgen.

Dabei hatte der neue Trainer der "Königsblauen", Jens Keller, vor und während der Partie unter besonderer Beobachtung gestanden. Nach der Trennung von Huub Stevens hatte der 42-Jährige die Mannschaft am Sonntagmorgen mit dem Auftrag übernommen, nach sieben sieglosen Spielen endlich für den ersehnten Erfolg zu sorgen. Nach nur zwei Trainingseinheiten hatte Keller deshalb System und Personal verändert. Lewis Holtby musste auf die Bank, stattdessen bot der Coach in Ciprian Marica einen zweiten Stürmer auf. In der Abwehr ersetzte Tranquillo Barnetta den verletzten Außenverteidiger Atsuto Uchida, für Joel Matip spielte in der Innenverteidigung Christoph Metzelder.

Von Beginn an sahen sich die Schalker mit agilen Mainzern konfrontiert. Eugen Polanski sorgte bereits in der ersten Minute mit einer Hereingabe für Gefahr. S04 antwortete mit zwei Kopfbällen von Marica, die ihr Ziel aber verfehlten. (3./7.). Die Gastgeber kontrollierten zwar zunächst das Spiel, agierten in der Offensive aus Angst vor Kontern jedoch zu vorsichtig.

Höhepunkte blieben so zunächst aus - bis Mainz aus dem Nichts in Führung ging. Caligiuri traf nach Zuspiel von Adam Szalai aus 18 Metern. Vor der Pause erhöhte Schalke noch einmal das Tempo, mehr als Distanzschüsse von Barnetta (36.) und Julian Draxler (39.) waren aber nicht drin.

Ähnlich ging es in der zweiten Halbzeit weiter: Schalke machte zwar Druck, fand aber kein Mittel gegen die Gäste. Einen Freistoß des Ex-05ers Christian Fuchs rettete Julian Baumgartlinger mit viel Glück (48.). Mainz agierte weitgehend unauffällig, verteidigte aber geschickt. Weniger umsichtig stellte sich Mainz-Trainer Thomas Tuchel in der 65. Minute an, als Jones für ein Foul die Gelbe Karte sah. Plötzlich stand der Coach wild gestikulierend auf dem Platz, Schiedsrichter Marco Fritz schickte ihn auf die Tribüne.

Die Mainzer wirkten aus dem Konzept gebracht. So dauerte es nur zehn Minuten, bis der eingewechselte Holtby erst Chinedu Obasi bediente, der aber vergab, und dann gemeinsam mit Marica den Ausgleichstreffer von Huntelaar (75.) vorbereitete. Schalke war wieder im Spiel - dachte man. Doch die Keller-Elf machte es den Mainzern viel zu leicht, wieder die Führung zu übernehmen: Ungestört erwischte Müller einen langen Ball von Jan Kirchhoff in die Spitze und verwandelte aus 14 Metern souverän (83.).

"Man hat der Mannschaft in der ersten Halbzeit die Verunsicherung angesehen", sagte Keller nach der Partie. "Umso begeisterter war ich, wie wir die zweite Halbzeit angegangen sind. Wir haben enormen Druck entwickelt und uns viele Chancen erspielt. Dennoch sind wir wahnsinnig enttäuscht."

Karlsruher SC - SC Freiburg 0:1 (0:1)

Mit dem KSC und dem SC Freiburg trafen zwei Clubs aufeinander, die in ihren Spielklassen derzeit beide überzeugen. So überzeugte Freiburgzuletzt beim 3:1-Sieg auf Schalke, Karlsruhe liegt in der dritten Liga nach neun gewonnenen Spielen in Folge auf dem zweiten Tabellenplatz. Zudem hatte der KSC mit dem HSV (4:2) und dem MSV Duisburg (1:0) in dieser Saison schon zwei höherklassige Teams aus dem Pokal geworfen.

Doch die Gäste ließen sich davon nicht einschüchtern und legten einen guten Start hin. 61 Sekunden waren gespielt, da tauchte Schmid schon vor Karlsruhes Torwart Dirk Orlishausen auf und versenkte einen Pass von Jan Rosenthal zum 1:0. Der frühe Rückstand stachelte die Gastgeber jedoch kurzzeitig an, in den Minuten nach der Führung musste die Freiburger Abwehr einige brenzlige Situationen klären.

Die größte Chance für den Drittligist vergab Stürmer Rouwen Hennings, der in der 14. Minute nach einem Abwehrfehler der Freiburger alleine auf das SC-Tor lief. Sein Schuss ging nicht ins Tor - weckte die Freiburger aber auf, die danach wesentlich konzentrierter zu Werke gingen. Der Bundesligist kontrollierte das Geschehen und ließ bis zur Halbzeitpause keine Karlsruher Chancen mehr zu, verpasste es aber, die Führung durch Vegar Eggen Hedenstad (23.) oder Daniel Caligiuri (25.) auszubauen.

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigten die Freiburger ihren Gastgebern den Klassenunterschied auf, hatten knapp 70 Prozent Ballbesitz, kombinierten sicher durch das Mittelfeld. Doch vor dem Tor von Orlishausen war jeweils Schluss. Das machte sich auf Dauer bemerkbar, der KSC war redlich um Konter bemüht. So hatte Rouwen Hennings in der 53. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber vor SC-Keeper Oliver Baumann.

Schnell kontrollierte der Bundesligist das Geschehen wieder, wenngleich er nicht mehr an die Überlegenheit der ersten Halbzeit herankam. Die Karlsruher wehrten mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage, drängten auf den späten Ausgleich. Ein Freistoß von Peitz (73.) und ein Kopfball von Hennings (75.) blieben aber ohne Erfolg. Trotz eines beträchtlichen Kraftakts müssen sich die Karlsruher so aus dem Pokal verabschieden.

psk

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insgesamt 19 Beiträge
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1. 2:1 nicht 3:1
marco1979 18.12.2012
das dritte Tor war Abseits
2. Wie....verwunderlich....
Bee1976 18.12.2012
Da wirft man einen renommierten Trainer raus, mit hoher Erfahrung, internationalem Standing und von den Fans zum Jahrhuntertrainer gewählt. Und dann ersetzt man ihn durch den Bereits in der Bundesliga gescheiterten Jugendtrainer. Na auf den werden die Profis sicher hören.... Was hat man erwartet ? Natürlich ist nicht gesagt das es unter huub besser gelaufen wäre, aber viel schlechter hätte das auch Huub nicht hinbekommen. Lustig zu sehen das sich Keller aber genau wie die anderen Personalentscheidungen Horst (Anti)Heldts einreiht. Marica hat wiederholt bewiesen das er wie Obasi keine Bundesligatauglichkeit mehr hat. Wenn sich aus der ersten elf jemand verletzt, wars das. Die zweite Garnitur auf die es jetzt ankommen würde, wurde fast ausnahmslos von Heldt verpflichtet, und sie taugt nix. Da Tuchel abgesagt hat, ist jetzt aber endlich der Weg für Babbel frei, jede Wette. Dann is die Katastrophe komplett....
3. Schalke in Not, aber bitte keine Häme
un-Diplomat 18.12.2012
Zitat von marco1979das dritte Tor war Abseits
Häme ist hier nicht angebracht gegenüber Tünnes, Häld und den Puppenspielern. Nein, Häme keinesfalls, sondern nur richtige, offene Freude, welche die Fänz sicher nicht teilen wollen, aber jeder normal denkfähige Sportinteressierte empfinden muss. Schalke, ihr habt, was ihr verdient - egal ob oder wie ihr gespielt habt. Ich gönne es euch von Herzen.
4. Unschöner Charakter
Dresdner02 18.12.2012
Mal sehen, wie lange es dauert, bis sich ein Herr Keller über den Zustand der Mannschaft und "falsche" Entscheidungen des erfahreren Huub Stevens beschwert. Bei seinem erfolglosen Versuch in Stuttgart war es sein Einstand, sich negativ über seinen Vorgänger, Herrn Gross zu äußern. Ich bin mir sicher, dass die Jobgarantie bis zum Saisonende noch relativiert wird!
5. Wieso das dritte?
un-Diplomat 18.12.2012
Zitat von marco1979das dritte Tor war Abseits
Schalke hat doch nur eins erzielt.
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