Hamburg - Die ersten Viertelfinalisten des DFB-Pokals stehen fest: Der FSV Mainz 05 hat Schalke 04 2:1 (1:0) bezwungen, der SC Freiburg den Drittligisten Karlsruher SC mit einem 1:0 (1:0)-Sieg aus dem Wettbewerb geworfen. Für die Mainzer trafen Marco Caligiuri (30. Minute) und Nicolai Müller (83.), Klaas-Jan Huntelaar sorgte für den zwischenzeitlichen Ausgleich (75.). Den Freiburger Sieg sicherte Jonathan Schmid mit seinem frühen Tor in der zweiten Minute. Der SC steht damit zum erstem Mal seit acht Jahren wieder in der Runde der besten acht. Schalke hat es durch die Heimniederlage hingegen verpasst, für einen versöhnlichen Saisonabschluss zu sorgen.
Dabei hatte der neue Trainer der "Königsblauen", Jens Keller, vor und während der Partie unter besonderer Beobachtung gestanden. Nach der Trennung von Huub Stevens hatte der 42-Jährige die Mannschaft am Sonntagmorgen mit dem Auftrag übernommen, nach sieben sieglosen Spielen endlich für den ersehnten Erfolg zu sorgen. Nach nur zwei Trainingseinheiten hatte Keller deshalb System und Personal verändert. Lewis Holtby musste auf die Bank, stattdessen bot der Coach in Ciprian Marica einen zweiten Stürmer auf. In der Abwehr ersetzte Tranquillo Barnetta den verletzten Außenverteidiger Atsuto Uchida, für Joel Matip spielte in der Innenverteidigung Christoph Metzelder.
Von Beginn an sahen sich die Schalker mit agilen Mainzern konfrontiert. Eugen Polanski sorgte bereits in der ersten Minute mit einer Hereingabe für Gefahr. S04 antwortete mit zwei Kopfbällen von Marica, die ihr Ziel aber verfehlten. (3./7.). Die Gastgeber kontrollierten zwar zunächst das Spiel, agierten in der Offensive aus Angst vor Kontern jedoch zu vorsichtig.
Höhepunkte blieben so zunächst aus - bis Mainz aus dem Nichts in Führung ging. Caligiuri traf nach Zuspiel von Adam Szalai aus 18 Metern. Vor der Pause erhöhte Schalke noch einmal das Tempo, mehr als Distanzschüsse von Barnetta (36.) und Julian Draxler (39.) waren aber nicht drin.
Ähnlich ging es in der zweiten Halbzeit weiter: Schalke machte zwar Druck, fand aber kein Mittel gegen die Gäste. Einen Freistoß des Ex-05ers Christian Fuchs rettete Julian Baumgartlinger mit viel Glück (48.). Mainz agierte weitgehend unauffällig, verteidigte aber geschickt. Weniger umsichtig stellte sich Mainz-Trainer Thomas Tuchel in der 65. Minute an, als Jones für ein Foul die Gelbe Karte sah. Plötzlich stand der Coach wild gestikulierend auf dem Platz, Schiedsrichter Marco Fritz schickte ihn auf die Tribüne.
Die Mainzer wirkten aus dem Konzept gebracht. So dauerte es nur zehn Minuten, bis der eingewechselte Holtby erst Chinedu Obasi bediente, der aber vergab, und dann gemeinsam mit Marica den Ausgleichstreffer von Huntelaar (75.) vorbereitete. Schalke war wieder im Spiel - dachte man. Doch die Keller-Elf machte es den Mainzern viel zu leicht, wieder die Führung zu übernehmen: Ungestört erwischte Müller einen langen Ball von Jan Kirchhoff in die Spitze und verwandelte aus 14 Metern souverän (83.).
"Man hat der Mannschaft in der ersten Halbzeit die Verunsicherung angesehen", sagte Keller nach der Partie. "Umso begeisterter war ich, wie wir die zweite Halbzeit angegangen sind. Wir haben enormen Druck entwickelt und uns viele Chancen erspielt. Dennoch sind wir wahnsinnig enttäuscht."
Karlsruher SC - SC Freiburg 0:1 (0:1)
Mit dem KSC und dem SC Freiburg trafen zwei Clubs aufeinander, die in ihren Spielklassen derzeit beide überzeugen. So überzeugte Freiburgzuletzt beim 3:1-Sieg auf Schalke, Karlsruhe liegt in der dritten Liga nach neun gewonnenen Spielen in Folge auf dem zweiten Tabellenplatz. Zudem hatte der KSC mit dem HSV (4:2) und dem MSV Duisburg (1:0) in dieser Saison schon zwei höherklassige Teams aus dem Pokal geworfen.
Doch die Gäste ließen sich davon nicht einschüchtern und legten einen guten Start hin. 61 Sekunden waren gespielt, da tauchte Schmid schon vor Karlsruhes Torwart Dirk Orlishausen auf und versenkte einen Pass von Jan Rosenthal zum 1:0. Der frühe Rückstand stachelte die Gastgeber jedoch kurzzeitig an, in den Minuten nach der Führung musste die Freiburger Abwehr einige brenzlige Situationen klären.
Die größte Chance für den Drittligist vergab Stürmer Rouwen Hennings, der in der 14. Minute nach einem Abwehrfehler der Freiburger alleine auf das SC-Tor lief. Sein Schuss ging nicht ins Tor - weckte die Freiburger aber auf, die danach wesentlich konzentrierter zu Werke gingen. Der Bundesligist kontrollierte das Geschehen und ließ bis zur Halbzeitpause keine Karlsruher Chancen mehr zu, verpasste es aber, die Führung durch Vegar Eggen Hedenstad (23.) oder Daniel Caligiuri (25.) auszubauen.
Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs zeigten die Freiburger ihren Gastgebern den Klassenunterschied auf, hatten knapp 70 Prozent Ballbesitz, kombinierten sicher durch das Mittelfeld. Doch vor dem Tor von Orlishausen war jeweils Schluss. Das machte sich auf Dauer bemerkbar, der KSC war redlich um Konter bemüht. So hatte Rouwen Hennings in der 53. Minute den Ausgleich auf dem Fuß, verzog aber vor SC-Keeper Oliver Baumann.
Schnell kontrollierte der Bundesligist das Geschehen wieder, wenngleich er nicht mehr an die Überlegenheit der ersten Halbzeit herankam. Die Karlsruher wehrten mit allen Mitteln gegen die drohende Niederlage, drängten auf den späten Ausgleich. Ein Freistoß von Peitz (73.) und ein Kopfball von Hennings (75.) blieben aber ohne Erfolg. Trotz eines beträchtlichen Kraftakts müssen sich die Karlsruher so aus dem Pokal verabschieden.
psk
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