DFB-Pokal: Mainzer Blitzstart, Freiburgs später Jubel

Nur vier Minuten brauchte Mainz 05 im Pokalduell mit Freiburg für zwei Tore. Klare Sache? Von wegen! Die Gäste schlugen spät zurück, der Ausgleich in der Nachspielzeit war umstritten. In der Verlängerung jubelte dann der Sportclub - er hat Historisches geschafft.

Hamburg - Der SC Freiburg steht zum ersten Mal in der Vereinsgeschichte im Halbfinale des DFB-Pokals. Die Mannschaft von Trainer Christian Streich gewann im Duell mit Ligakonkurrent Mainz 3:2 (2:2, 2:0) nach Verlängerung. Nach den frühen Toren für den FSV durch Shawn Parker (2. Minute) und Niki Zimling (4.) konnten die Gäste in der Schlussphase durch Ivan Santini (86.) und Daniel Caligiuri (Elfmeter, 90.+3) ausgleichen. In der zweiten Hälfte der Verlängerung sorgte Caligiuri mit seinem zweiten Treffer für die Entscheidung (108.).

"Wir hatten einen völligen Fehlstart, haben uns dann aber reingekämpft. Dass es dann noch so für uns gelaufen ist, zeigt, welche Qualität in unserer Mannschaft steckt", sagte Freiburgs Torwart Oliver Baumann. Die 23.517 Zuschauer in Mainz sahen ein intensives Pokalspiel - und zwar von Anfang an. Wer angesichts der Ligaduelle zwischen beiden Teams (1:1, 0:0) ein taktisch geprägtes Abtasten erwartet hatte, wurde überrascht. Und wie.

Ein Freistoß von Shawn Parker (2.) zwang Baumann im Tor der Gäste früh zu einer Parade. Der Keeper durfte sich allerdings nur wenige Sekunden lang über die gelungene Aktion freuen. Bei der nächsten musste er den Ball aus dem Netz holen. Auf der linken Seite legte Chinedu Ede in die Mitte zurück. Dort war Parker schneller als Gegenspieler Oliver Sorg: 1:0 (2.).

Zeit, sich zu sortieren, hatte Freiburg nicht. Mainz legte sofort nach. Eine Flanke von der rechten Seite landete bei Ádám Szalai, der Zimling bediente. Dessen abgefälschter Schuss schlug im linken unteren Eck ein: 2:0 (4.). Freiburg war geschockt, der Trainer reagierte: Nach 13. Minuten wechselte Christian Streich Rechtsverteidiger Vegar Eggen Hedenstad aus. Für den Norweger kam Jonathan Schmid.

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Mainz vs. Freiburg: Freiburger Spätstarter
Streichs Mannschaft brachte in der Offensive zunächst aber kaum Konstruktives zustande. Mainz' Torwart Heinz Müller musste erst in der 33. Minute eingreifen, als er einen Weitschuss von Caligiuri entschärfte. Die besten Gästegelegenheiten in der ersten Hälfte vergaben Johannes Flum, als er aus wenigen Metern einen Kopfball über das Tor setzte (37.), und Sorg, der mit einem Volleyschuss nur die Latte traf (39.).

Freiburg blieb nach dem Seitenwechsel bis auf Schmids Schuss (61.) eher harmlos. Als Mainz-Verteidiger Zdenek Pospech nach wiederholtem Foulspiel Gelb-Rot sah (65.), hatten die Gäste mehr Platz auf dem Feld. Die nächste Chance resultierte aber aus einer Ecke: Caligiuri schoss knapp daneben (71.).

Mainz verteidigte nun mit neun Feldspielern, erwartete Freiburg erst tief in der eigenen Hälfte. Die Gäste blieben engagiert, agierten aber zunächst weiter glücklos. Der eingewechselte Santini scheiterte an Müller (85.) und der Latte, dann drückte der Angreifer einen Abpraller aus kurzer Distanz über die Linie. Die Riesenchance zum 2:2 vergab Pavel Krmas, der in der Nachspielzeit wieder nur an die Latte köpfte (90.+1.).

Caligiuri eiskalt, Kruse zeigt Nerven

Als alle bereits mit einer Freiburger Niederlage rechneten, zeigte Schiedsrichter Deniz Aytekin auf den Elfmeterpunkt. Bo Svensson sollte Freiburgs Santini gefoult haben, eine harte Entscheidung. "Wie man in einer solchen Situation Elfmeter pfeifen kann, weiß ich nicht", sagte der Mainzer Verteidiger Nikolce Noveski. Caligiuri war's egal. Der Mittelfeldspieler traf sicher zum 2:2 (90.+3), das Spiel ging in die Verlängerung.

Die blieb ähnlich umkämpft wie die 90 Minuten zuvor. Es ging hin und her, ohne klare Chancen. Caligiuri vergab zunächst aus kurzer Distanz (103.), dann vollstreckte er nach Hereingabe von Max Kruse am langen Pfosten zum 3:2 (108.). Kruse vergab in der 114. Minute freistehend vor Müller das mögliche 4:2, genau wie Schmid eine Minute später. Den verdienten Sieg der Gäste verhinderte beides nicht mehr.

"Wir haben uns völlig allein um den Lohn der Arbeit gebracht, und das tut sehr weh", sagte Thomas Tuchel, Trainer der Mainzer. Sein Kollege Christian Streich war begeistert:"Wir haben am Anfang Probleme gehabt und waren sehr unsortiert. Aber die Mannschaft hat alles gegeben, wie immer, und dann waren wir die Glücklichen."

FSV Mainz 05 - SC Freiburg 2:3 (2:0, 2:2) n.V.
1:0 Parker (2.)
2:0 Zimling (4.)
2:1 Santini (86.)
2:2 Daniel Caligiuri (90.+3)
2:3 Daniel Caligiuri (108.)
Mainz: Heinz Müller - Pospech, Svensson, Noveski, Zabavnik - Baumgartlinger, Zimling (63. Marco Caligiuri) - Nicolai Müller, Ede (72. Ivanschitz) - Szalai, Parker (70. Diaz)
Freiburg: Baumann - Hedenstad (13. Schmid), Ginter, Krmas, Sorg - Schuster, Makiadi - Max Kruse, Daniel Caligiuri - Rosenthal (84. Santini), Flum (62. Guede)Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)
Zuschauer: 23.517
Gelb-Rote Karte: Pospech wegen wiederholten Foulspiels (65.)
Gelbe Karten: Heinz Müller, Baumgartlinger - Rosenthal (2), Krmas, Makiadi

chp/dpa/sid

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insgesamt 26 Beiträge
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1. optional
hattrick73 26.02.2013
Spannendes Spiel. Frage mich nur, warum die ARD Offenbach gegen Wolfsburg zeigt. Offenbach gegen Dortmund ok, aber sowas ? Welch MIssachtung dieser beiden tollen Teams aus Mainz und Freiburg. Insgesamt verdienter Sieg der Freiburger. Sehr angenehm ist mir die sportlich faire Reaktion des Mainzer Präsidenten aufgefallen, der im Gegensatz zu seinem manchmal durchdrehenden Trainer anerkannte, dass man den Elfer geben konnte. Das sehe ich auch so, obwohl ich von AYtekin sonst nichts halte, aber das fand ich ok, auch wenn es Minute 92 war.
2.
st-eck 26.02.2013
Zitat von hattrick73Spannendes Spiel. Frage mich nur, warum die ARD Offenbach gegen Wolfsburg zeigt.
Ist doch logisch: VW sponsort den DFB-Pokal. Noch Fragen? Ansonsten war Mainz gegen Freiburg ein super Spiel. Der Mainzer Präsident ist ganz sachlich und der Freiburger Trainer bedauert die Verlierer. Alleine dafür hätten beide Vereine das Halbfinale verdient gehabt.
3. Respekt
ray4912 26.02.2013
Zitat von st-eckIst doch logisch: VW sponsort den DFB-Pokal. Noch Fragen? Ansonsten war Mainz gegen Freiburg ein super Spiel. Der Mainzer Präsident ist ganz sachlich und der Freiburger Trainer bedauert die Verlierer. Alleine dafür hätten beide Vereine das Halbfinale verdient gehabt.
ganz klar. Sportsmanship gibt auch bei uns noch. Und dazu noch Tuchel, dem in Twitter schon Wutanfälle und Refbeleidigung prophezeit wurden, auch gefasst: 2 Mannschaften und 2 Vereinsstrukturen, die Respekt verdienen.
4. optional
dargndorp 26.02.2013
Aytekin hat die Partie weitestgehend gut geleitet, insbesondere die Gelbe für Rosenthal (65.) hat wohl das Spiel recht gut beruhigt. Allerdings war die Gelb-Rote gegen Pospech (65.) eine krasse Fehlentscheidung. Schade, mit voller Besetzung hätten die Mainzer das wohl eher nach Hause geschaukelt. Interessant die Berichterstattung eben in der ARD. Pospech spitzelt den Ball, Caligiuri(?) tritt auf dessen Knöchel und taumelt gradios in der Gegend rum, Pospech sieht Gelb-Rot. Währenddessen faselt der ARD-Reporter von "klarer Entscheidung".
5. Will das nicht mehr sehen
Persipanstollen 26.02.2013
Verdienter Sieg der Freiburger, die im Gegensatz zu den Mainzern extrem viele laufstarke Spieler in den Reihen haben. Eine Mannschaft, in der Spieler auch nach 120 Minuten noch locker Sprints ableisten können, hat es einfach verdient weiterzukommen (Warum sind Mainzer Spieler eigentlich nicht so laufstark und aggressiv ?). Klasse auch die Leistung der Schiris, die vollkommen korrekt 4 Minuten nachspielen liessen, vollkommen zurecht ohne Ende Freistöße vor dem Mainzer Tor gaben, Fouls an Mainzer Spielern einfach ignorierten, für ein Foul am Mainzer Zabavnik Elfmeter für Freiburg gaben und vollkommen zurecht den Freiburger Sieg herbeiwollten. Ich gebs auf und will das alles auch gar nicht mehr verstehen, Zeit jedenfalls nie wieder Fußball zu schauen und sein Geld lieber in andere Dinge zu versenken, von denen man keine Ahnung hat.
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