Pokalsieg in Unterhaching: Köln bejubelt Düsseldorfs Aufstiegshelden

Erster Pflichtspielsieg der Saison: Nach dem verpatzten Zweitliga-Auftakt hatte der 1. FC Köln wenigstens im Pokal Grund zum Jubeln, dank Stürmer Thomas Bröker setzte sich der Club gegen Unterhaching durch. Eine Bundesligarückkehr ist mit diesem Kader dennoch illusorisch.

Köln-Profi Bröker (l., Archivbild): Zwei Tore gegen Unterhaching Zur Großansicht
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Köln-Profi Bröker (l., Archivbild): Zwei Tore gegen Unterhaching

Hamburg - Eigentlich ist jemand wie Thomas Bröker in Köln nur schwer zu vermitteln. Bis zum 30. Juni dieses Jahres spielte er noch für Fortuna Düsseldorf - und ist dort ein Idol. Weil er in den Relegationsspielen gegen Hertha BSC zwei von drei Düsseldorfer Tore erzielt und somit großen Anteil am Bundesligaaufstieg der Fortuna hatte. Dank Bröker stieg Düsseldorf auf. Doch Bröker selbst stieg ab: Er wechselte zum FC.

Nun werden Düsseldorfer - oder aus Düsseldorf Hinzugezogene - in Köln traditionell kritisch beäugt. Die Rivalität beider Rheinstädte ist legendär. Bröker ist aber mittlerweile in beiden Städten gern gesehen. In Köln ist es der 27-Jährige, auf dem die Hoffnungen der Fans ruhen, seit dem Pokalspiel in Unterhaching umso mehr. Beim 2:1 (2:0)-Erstrundensieg des FC in Bayern traf Bröker zweimal.

"Wichtig war, dass wir weitergekommen sind. Und das haben wir am Ende mit einer ordentlichen Leistung geschafft", sagte der Doppel-Torschütze nach dem Spiel gegen den Drittligisten. Sein Trainer Holger Stanislawski war ebenfalls erleichtert, sprach von einem "wichtigen Sieg". Denn der bringt dem Coach endlich ein wenig Ruhe in den chronisch unruhigen FC.

Als Absteiger will man ja meist immer gleich wieder aufsteigen. Wenn man dann noch 1. FC Köln heißt, ist die direkte Rückkehr in Liga eins quasi Pflicht, gehört der Club - zumindest in seinem Selbstverständnis - doch zu den größten in Deutschland. Umso erschrockender war man in Köln über den Saisonauftakt.

Diverse Leistungsträger haben Köln nach dem Abstieg verlassen

Der 0:1-Niederlage bei Eintracht Braunschweig folgte ein 1:1-Remis gegen Aufsteiger SV Sandhausen - Platz 15 nach zwei Spieltagen. "Viele reden jetzt vom Fehlstart. Und natürlich haben wir uns mehr erhofft", sagte Stanislawski anschließend. Platz 15, da gehört der FC leistungsmäßig in der Tat nicht hin. Mit Blick auf den Kader stellt sich allerdings auch ernsthaft die Frage: Wie soll man mit diesem Personal aufsteigen?

Nationalspieler Lukas Podolski hat den Verein verlassen. Einstige Leistungsträger wie Milivoje Novakovic, Sascha Riether, Martin Lanig und Petit mussten oder wollten gehen. Torwart Michael Rensing und Ex-Kapitän Pedro Geromel haben zwar noch einen Vertrag, sollen aber unbedingt abgegeben werden, um den Etat des hoch verschuldeten Clubs weiter zu entlasten.

Geholt hat der FC dafür Spieler wie Kevin Wimmer, Daniel Royer, Kacper Przybylko. Auch Dominic Maroh ist neu, er kam vom 1. FC Nürnberg, und sagte nach den beiden ersten Punktspielen: "Wir müssen zusammenwachsen, sind in einer Phase, in der es noch nicht so richtig klappt." Kritiker bemängelten, dass vor allem der Sturm viel zu schwach besetzt sei.

Gefragt, wie er dem Dilemma in der Offensive begegnen wolle, antwortete Stanislawski vor dem Pokalduell mit einem Augenzwinkern: "Wir wollten Arsenals Robin van Persie ausleihen, aber das hat leider nicht geklappt." Der ging zu Manchester United. Doch sein Sturmproblem scheint der FC vorerst auch ohne den Niederländer gelöst zu haben - dank Bröker.

SpVgg Unterhaching - 1. FC Köln 1:2 (0:2)
0:1 Bröker (28.)
0:2 Bröker (40.)
1:2 Voglsammer (90.)
Unterhaching: Riederer - Schwabl, Hofstetter, Drum, Kappelmaier - Yilmaz, Welzmüller (67. Fischer) - Thee, Rohracker - Niederlechner (59. Voglsammer), Bigalke
Köln: Horn - Brecko, Maroh, Pezzoni, Wimmer - Lehmann, Hector - Royer (82. Tese), Jajalo (64. Strobl), Bröker - Przybylko (64. Ishak)
Schiedsrichter: Willenborg
Zuschauer: 7500
Gelbe Karten: Drum / -

ham

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1. Thomas Bröker
gruj1 18.08.2012
ist in Köln ganz sicher nicht schwer zu vermitteln. Er ist kein Düsseldorfer oder gerade Hinzugezogener, sondern hat schon 2004-2006 beim FC gespielt, seiner ersten Station im Profifußball. Er ist Köln stark verbunden. Das sind alles keine Geheimnisse, ein ganz kleines bisschen Recherche wäre also nicht verkehrt gewesen.
2. Zusätzlich...
GetYourFactsStraight 18.08.2012
...zu dem, was "gruj1" richtigerweise geschrieben hat, möchte ich noch anmerken, dass eine sofortige Rückkehr ins Oberhaus eben nicht Pflicht ist. Nach dem 7 Jahre andauernden Regime des Sonnenkönigs geht es dem Verein finanziell schlechter denn je. Aber die Fans sind bereit, mit ihrem Verein auch länger in Liga 2 zu verweilen, weil sie erkennen, dass es vorwärts geht. Mit dem Trio Spinner / Ritterbach / Tünn haben wir eine kompetente Führung, die eben auch unpopuläre, dafür aber notwendige Maßnahmen trifft. Ein solcher Vorstand hätte dem FC in den letzten Jahren gutgetan, ein Vorstand, der kommuniziert, dass der Verein sich eben kein Daum-Comeback oder vermeintliche Stars (Maniche lässt grüßen) leisten kann. Stattdessen wurden künftige Einnahmen verfrühstückt und denkbar schlecht investiert. Von den aussortierten Spielern konnte noch keiner verkauft werden, lediglich ein paar Leihen sind zu vermelden. Zu fürstlich sind anscheinend die Gehälter, die Michael Meier und Volker Finke ihnen vertraglich zusicherten. Diese Zeiten scheinen nun vorbei zu sein, und wenn der FC 5-10 Jahre in der 2. Liga spielen muss - so what? So lange der Verein saniert, können wir damit leben, Stolperstart (und der wird sich noch weiterziehen) inklusive. Für mich persönlich gilt: so lange wir am Ende der Saison nichts mit dem Abstieg zu tun hatten, bin ich zufrieden. gyfs
3. Nachzählen
antis 19.08.2012
Liebe SPON Redaktion, sicherlich hat Thomas Bröker einem sehr grossen Anteil am Düsseldorfer Aufstieg, allerdings beschränkt er sich auf 'lediglich' ein Tor und eine Vorlage in den Relegationsspielen, dafür aber auf acht, zum teil sehr wichtige Tore in der regulären Saison. Ertmal recherchiere, bevor man den Artikel unnötig aufbauscht!!! Besten Dank.
4. Abenteuerliche Thesen
AbuHaifa 19.08.2012
Thomas Bröker ist in Köln absolut nicht schwer zu vermitteln, ganz im Gegenteil, alle Fans des Effzeh freuen sich über seine Rückkehr! Bröker hat seine Karriere 2004 immerhin beim 1. FC Köln begonnen und wollte nach der letzten Saison bei Düsseldorf unbedingt zurück in die Domstadt wechseln. Zehn Minuten Streifzug durch die verschiedenen Fanforen (Express, Stadtanzeiger) hätten außerdem genügt, um festzustellen, dass kaum jemand von der neuen, jungen Mannschaft den direkten Wiederaufstieg erwarten. Die Fans wollen nur eins: mutigen und engagierten Fußball sehen von Spielern wie Bröker, die sich mit dem FC identifizieren. Für die meisten ist das einzige sportliche Ziel in dieser Saison: nicht noch einmal absteigen. Von daher gibt es auch absolut keinen Druck nach den ersten beiden Spielen, weder von den Fans noch vom Umfeld. Niemand ist "entsprechend erschrocken über den Saisonauftakt". In Braunschweig wurde die Mannschaft trotz Niederlage vom Kölner Block gefeiert. Nach den Jahren des Geldverbrennens für vermeintliche Stars mit dubiosem Charakter, ist allen klar, dass der Neuaufbau dauern kann und das gesamte Umfeld ist bereit, Stanislawski und seiner Rasselbande diese Zeit zu geben. Deshalb gibt es keine Unruhe. Riether, Novakovic, Lanig und Petit (der hat in der letzten Saison kein einziges Spiel gemacht, so weit ich mich erinnere) als Leistungsträger zu bezeichnen, ist außerdem abenteuerlich. Diesen Leuten weint in Köln niemand eine Träne nach. Eins allerdings stimmt: Der 1. FC Köln ist einer der größten Vereine in Deutschland - zumindest wenn man die Zahl der Mitglieder als Maßstab nimmt.
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  • Samstag, 18.08.2012 – 20:34 Uhr
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Fotostrecke
DFB-Pokal: Hoffenheim blamabel, Dortmund souverän

1. Runde DFB-Pokal 2012/2013
Freitag 19 Uhr
SG Sonnenhof Großasbach - FSV Frankfurt 1:2
VfB Lübeck - Eintracht Braunschweig 0:3
Freitag 20 Uhr
SV Wilhelmshaven - FC Augsburg 0:2
Samstag 15.30 Uhr
Hallescher FC - MSV Duisburg 0:1
FC Oberneuland - Borussia Dortmund 0:3
SC Victoria Hamburg - SC Freiburg 1:2
SpVgg Unterhaching - 1. FC Köln 1:2
SV Falkensee-Finkenkrug - VfB Stuttgart 0:5
Offenburger FV - FC St. Pauli 0:3
Carl Zeiss Jena - Bayer Leverkusen 0:4
Berliner Athletik Klub 07 - 1899 Hoffenheim 4:0
Alemannia Aachen - Gladbach 0:2
Samstag 18 Uhr
1. FC Heidenheim - VfL Bochum 0:2
Samstag 20.30 Uhr
FC Schönberg 95 - VfL Wolfsburg 0:5
Kickers Offenbach - SpVgg Greuther Fürth 2:0
Sonntag 14.30 Uhr
FC Nöttingen - Hannover 96 1:6
Wormatia Worms - Hertha BSC 2:1
Karlsruher SC - Hamburger SV 4:2
TSV Havelse - 1. FC Nürnberg 3:2 n.V.
FC Hennef 05 - 1860 München 0:6
Sonntag 16 Uhr
VfR Aalen - FC Ingolstadt 3:0
Arminia Bielefeld - SC Paderborn 3:1
Preußen Münster - Werder Bremen 4:2 n.V.
Erzgebirge Aue - Eintracht Frankfurt 3:0
1. FC Saarbrücken - Schalke 04 0:5
Sonntag 18.30 Uhr
Wacker Burghausen - Fortuna Düsseldorf 0:1
Hansa Rostock - 1. FC Kaiserslautern 1:3
Sonntag 20.30 Uhr
SV Roßbach/Verscheid - FSV Mainz 05 0:4
Montag 18.30 Uhr
Chemnitzer FC - Dynamo Dresden 0:3
Rot-Weiss Essen - Union Berlin 0:1 n.V.
SV Sandhausen - Energie Cottbus 3:0
Montag 20.30 Uhr
Jahn Regensburg - FC Bayern München 0:4