Posse im DFB-Pokal Kölner will Rote Karte zurückbringen - und verschuldet Gegentor

Viel schlimmer hätte der Pokalabend für Viktoria Kölns Lukas Nottbeck nicht verlaufen können: Bei der 0:6-Pleite gegen Bayer Leverkusen wollte er dem Schiedsrichter einen Gefallen tun. Doch das ging kurios nach hinten los.

Hauptdarsteller der skurrilen Szene: Schiedsrichter Cortus, seine Rote Karte und Lukas Nottbeck
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Hauptdarsteller der skurrilen Szene: Schiedsrichter Cortus, seine Rote Karte und Lukas Nottbeck

Von Christian Krämer


0:6 unterlag der Regionalligist Viktoria Köln in der 2. DFB-Pokalrunde Bayer Leverkusen. Und als wäre diese Klatsche nicht schon schlimm genug, produzierte die Mannschaft von Trainer Tomasz Kaczmarek auch noch die kurioseste Szene der Pokalrunde: Mit der Roten Karte in der Hand lief Viktoria-Spieler Lukas Nottbeck in der 80. Minute Stefan Kießling hinterher, bevor dieser das zwischenzeitliche 5:0 erzielte.

Kurz zuvor hatte Schiedsrichter Benjamin Cortus die Karte im Kölner Strafraum verloren. Nottbeck wollte im heimischen Höhenberger Sportpark behilflich sein und dem Unparteiischen die Karte zurückbringen. Unglücklicherweise segelte im gleichen Augenblick ein langer Ball in Richtung Kießling, den Nottbeck - womöglich wegen der Ablenkung - nicht im Blick hatte.

Der Leverkusener traf, der Kölner warf die leuchtende Pappe wütend auf den Rasen zurück. "Da sehe ich natürlich etwas blöd aus", sagt Pechvogel Nottbeck am Tag danach SPIEGEL ONLINE. "Das Tor geht auf meine Kappe, allerdings wäre es auch ohne die Karte in der Hand gefallen. Ich habe Kießling aus den Augen verloren, das darf mir nicht passieren." Viel mehr ärgert den Mittelfeldspieler jedoch das Ausmaß der Pleite: "Dass es so deutlich wird, haben wir natürlich nicht gedacht." (Hier gibt es die Szene ab Minute 4:50 im Video.)

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Es war die Krönung eines laut Nottbeck "richtig bitteren Abends". Denn fünf Minuten vor dem Missgeschick hatte Schiedsrichter Cortus die Rote Karte schon einmal aus der Brusttasche gezogen. Er zeigte sie - passend zum Abend - Markus Brzenska. Einem Kölner.

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insgesamt 13 Beiträge
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Seite 1
Msc 29.10.2015
1.
Unsympath Kießling hat natürlich keine Gnade gekannt noch das 6:0 zu machen obwohl er vermutlich gesehen hat, dass sein Gegenspieler gerade dem Schiri behilflich sein will.
cs01 29.10.2015
2.
Beim Eishockey hätte der Typ 2 Minuten Zeitstrafe bekommen. Da haben Spieler nichts vom Eis aufzuheben, nicht einmal Dinge die sie selber verloren haben. Richtige Regel.
civman 29.10.2015
3.
"Unsympath Kießling hat natürlich keine Gnade gekannt noch das 6:0 zu machen obwohl er vermutlich gesehen hat, dass sein Gegenspieler gerade dem Schiri behilflich sein will." Selten so gelacht. Das muss wirklich weh tun. :-)
greenlantern 29.10.2015
4.
Zitat von cs01Beim Eishockey hätte der Typ 2 Minuten Zeitstrafe bekommen. Da haben Spieler nichts vom Eis aufzuheben, nicht einmal Dinge die sie selber verloren haben. Richtige Regel.
Inwiefern ist die Regel sinnvoll? Ich kenne mich im Eishockey nicht aus, aber für den Fußball kann ich keinen Sinn erkennen?
fishroro 29.10.2015
5.
Zitat von MscUnsympath Kießling hat natürlich keine Gnade gekannt noch das 6:0 zu machen obwohl er vermutlich gesehen hat, dass sein Gegenspieler gerade dem Schiri behilflich sein will.
Die Szene gar nicht gesehen, auch nicht verstanden, dass es das 5:0 war, aber hauptsache eine Meinung bilden. Wie ich es liebe!
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