Werder triumphiert gegen den BVB #10YearsChallenge

Ein überragender Max Kruse und Elfmeter-Töter Jiri Pavlenka haben Bremen gegen Borussia Dortmund ins Viertelfinale des DFB-Pokals geführt. Geschichte wiederholt sich - und lässt Werder-Fans von Großem träumen.

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Jubiläumsspiel: Vor fast genau zehn Jahren war Werder Bremen bei Borussia Dortmund zu Gast, ebenfalls im Achtelfinale des DFB-Pokals. Durch ein spätes Tor von Claudio Pizarro zogen die Norddeutschen in die nächste Runde ein. Dieses Mal fiel die Entscheidung noch später.

Schon wieder Überstunden: So souverän Dortmund in der Liga auch ist, im Pokal müht sich das Team regelmäßig, die Spiele für sich zu entscheiden. Sowohl gegen Greuther Fürth als auch gegen Union Berlin musste der BVB in die Verlängerung - gegen Werder reichte nicht mal das.

Das Ergebnis: Irgendwann musste das mal schiefgehen: Der BVB verlor 5:7 (1:1, 1:1, 3:3) nach Elfmeterschießen. Hier geht's zum Spielbericht.

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Dortmunds Pokal-Aus gegen Bremen: Endgegner Pavlenka

Die erste Hälfte: Bereits nach fünf Minuten führten die Gäste. Max Kruse brachte einen Freistoß von halbrechts flach vor das Tor, Milot Rashica erwischte ihn mit der Fußspitze und erzielte das 1:0. Mario Götze verpasste in der 14. Minute knapp mit einem Hackenschuss, Rashica war ebenfalls nah an seinem zweiten Tor dran (32. Minute). Kruse probierte es mit einem direkten Freistoß - Eric Oelschlägel parierte (43.). Besser machte es auf der Gegenseite Marco Reus, der seinen Freistoß zum Ausgleich verwandelte (45.+3).

Alter Bekannter: Ja, Sie haben richtig gelesen. Da sowohl Stammkeeper Roman Bürki als auch Vertreter Marwin Hitz ausfielen, musste Eric Oelschlägel im BVB-Tor ran. Und das ausgerechnet gegen Werder: Von 2012 bis 2018 hatte Oelschlägel in der Jugend und der zweiten Mannschaft der Bremer gespielt und war erst zur laufenden Saison zum BVB gewechselt.

Die zweite Hälfte: Die meiste Gefahr ging wieder von Kruse aus. In der 54. Minute versuchte er es per Flachschuss, in der 89. scheiterte er erneut am stark parierenden Oelschlägel. Ex-Werderaner Thomas Delaney hätte das Spiel noch fast zu Gunsten seines neuen Arbeitgebers gedreht, doch sein Kopfball landete auf der Latte (90.+1).

Die Verlängerung: War das eigentliche Highlight dieses Spiels. Zweimal ging der BVB durch Christian Pulisic (105.) und Achraf Hakimi (113.) in Führung, zweimal antwortete Werder durch Claudio Pizarro (108.) und Martin Harnik (119.).

Jiri Pavlenka
REUTERS

Jiri Pavlenka

Das Elfmeterschießen: Den Sieg machte Bremen-Torwart Jiri Pavlenka perfekt. Er hielt die beiden ersten BVB-Elfmeter von Paco Alcácer und Maximilian Philipp, seine Teamkollegen behielten die Nerven und schossen Bremen in die nächste Runde.

Maximum: Nicht nur Pavlenka hatte einen guten Tag erwischt, der Mann des Spiels war Werders Kruse. Mit 109 Ballaktionen stellte er einen neuen Karrierebestwert auf. Zum Vergleich: Seine Mitspieler kamen auf höchstens 84 Ballaktionen. Zwei Tore legte Kruse auf, seinen Elfmeter verwandelte er sicher. Der Kapitän stellte wieder unter Beweis, dass er der alles entscheidende Mann in der Werder-Mannschaft ist.

Noch ein alter Bekannter: Transfers zwischen dem BVB und Bremen hat es in der Vergangenheit schon öfter gegeben. Den Weg von der Weser ins Ruhrgebiet hatte 2008 auch Patrick Owomoyela gemacht. Keine leichte Angelegenheit also, wem man in diesem Spiel die Daumen drückt. Owomoyela entschied sich für Schwarz-Gelb - und setzte aufs falsche Team.

Alles Gute nachträglich: Wo wir gerade schon in den Geschichtsbüchern kramen: Am Montag feierte Werder Bremen seinen 120. Geburtstag. Der zehn Jahre jüngere BVB reichte heute sein Geschenk nach.

Werder Bremen 2009
Getty Images

Werder Bremen 2009

#10YearsChallenge: Was passierte eigentlich vor zehn Jahren, nachdem Werder sich im DFB-Pokal-Achtelfinale beim BVB durchgesetzt hatte? Die Bremer marschierten bis ins Finale, schlugen den Rivalen HSV im Halbfinale im Elfmeterschießen und holten im Endspiel gegen Bayer Leverkusen den DFB-Pokal. Der HSV hat heute schon vorgelegt und könnte in den kommenden Runden auf Werder warten. Die Bremer Fans hätten sicher nichts dagegen, wenn es zu runden Geburtstagen jetzt regelmäßig Geschenke gibt. Werder in der #10YearsChallenge - sieht gut aus!

Borussia Dortmund - Werder Bremen 3:3 (1:1, 1:1) n.V. und 2:4 im Elfmeterschießen
0:1 Rashica (5.)
1:1 Reus (45.+3)
2:1 Pulisic (105.)
2:2 Pizarro (108.)
3:2 Hakimi (112.)
3:3 Harnik (119.)
Elfmeterschießen:
Pavlenka hält gegen Alcácer
0:1 Pizarro
Pavlenka hält gegen Philipp
0:2 Maximilian Eggestein
1:2 Witsel
1:3 Klaassen
2:3 Weigl
2:4 Kruse
Borussia Dortmund: Oelschlägel - Hakimi, Weigl, Toprak, Diallo - Witsel, Delaney (103. Dahoud) - Pulisic, Reus (46. Alcácer), Guerreiro (91. Bruun Larsen) - Götze (91. Philipp)
Werder Bremen
: Pavlenka - Langkamp, Bargfrede (91. Pizarro), Moisander - Gebre Selassie, Sahin (76. Möhwald), Augustinsson - Maximilian Eggestein, Klaassen - Rashica (66. Harnik), Kruse
Schiedsrichter: Brych
Gelbe Karten: Weigl, Bruun Larsen / Moisander, Klaassen
Zuschauer: 80.500

insgesamt 27 Beiträge
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mythoughts 06.02.2019
1. Glückwunsch, Werder!
Verdienter Sieg und eine Runde weiter. Dortmund enttäuschend: In der regulären Spielzeit hat Pavlenka keinen einzigen Ball gehalten, Oelschlägel musste schon ein paar mal ran. Nach der heutigen Leistung bin ich nicht so sicher, ob Dortmund in der Liga durchmarschiert. Vielleicht geht ja noch was für Gladbach.
aurichter 06.02.2019
2. Gehofft
hat man darauf, aber dass der SVW dann in der Verlängerung permanent Paroli geboten hat, dies hat mich überrascht und wahnsinnig gefreut. Der Sieger im Team eindeutig Pavlenka, der cool parierte und auch im Spiel eine hervorragende Leistung bot. Aber auch dieser Öelschlegel war ein Wucht, die Paraden vom Feinsten. Den Jungen brauchen sie beim BVB nicht verstecken, der hat weitere Chancen verdient, könnte jedoch auch Begehrlichkeiten wecken. Mal schauen, was aus dem Keeper wird. Wie Phoenix aus der Asche den BVB lange Zeit im Spiel gehalten. Bravo! Andererseits freue ich mich wie Volle über den (verdienten) Sieg der Kohfeld Boys. Jetzt nicht unbedingt den FCB, falls die weiter kommen, im VF. Die Raute Zuhause wäre genial - da war doch auch Mal was *grin*
spon1899 06.02.2019
3.
Da fährt man ohne Hoffnung nach Dortmund und was passiert? Unglaubliches Spiel vor 80.000 mit einer Verlängerung, die der Wahnsinn war. Beim 3-3 durch Harnik in der 119. ist unser Block durchgedreht. Dann schießen die auf unsere Kurve, Kraken-Jiri fischt zwei raus uns unsere Jungs hauen alle rein. Was für ein Erlebnis! Und überhaupt: 8000 Fans auswärts am Dienstag bei 20.45 Anpfiff. Mann, war das schön. Das Endspiel ist nach 9 Jahren Warten plötzlich eine Option. Wegen solcher Tage wie heute ist man Fussball-Fan. Wunderbar!
nn280 06.02.2019
4. Es war das bisher schlechteste Spiel
unter Lucien Favre, der sich heute wohl verzockt hat. Eine hilflose, unproduktive Truppe in der zweiten Halbzeit, langweiliger Fußball seiten des BVB über große Strecken, nichts von Begeisterung in der Mannschaft zu sehen; am Ende (Elfmeterschießen) völlig ohne Selbstvertrauen. Wir haben bereits in der Hinrunde oft Glück gehabt. Werder hat heute verdient vor enttäuschten Dortmunder Zuschauern gewonnen und aufgezeigt, wie man gegen Favres BVB 09 spielen muß und kann, um auch vor vollem Haus und der Süd zu gewinnen. Könditionell mußten die Bremer heute nicht einmal an die Grenze gehen.
Sobrenombre 06.02.2019
5. Juhu....
....welch eine Freude!
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