DFB-Pokal Bayern setzt sich gegen Leipzig durch

München hat im Elfmeterschießen Leipzig besiegt. Zuvor konnte der FC Bayern seine Überzahl nur zum Ausgleich nutzen. Werder gewann überraschend gegen Hoffenheim und Freiburg drehte seine Partie gegen Dresden.

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RB Leipzig - FC Bayern München 5:6 n.E. (1:1, 1:1)

Der FC Bayern hat sein erstes K.o.-Spiel seit dem Amtsantritt von Trainer Jupp Heynckes mit viel Mühe gewonnen. Ohne den verletzten Thomas Müller hatte der Rekordmeister zwar mehr vom Spiel, blieb im Angriff jedoch lange ungefährlich. Zudem hatten die Münchner Glück, dass Schiedsrichter Felix Zwayer eine Elfmeterentscheidung nach Rücksprache mit dem Linienrichter wieder zurücknahm und den Tatort vor den Strafraum verlegte (34. Minute). Erst ein Platzverweis gegen Leipzigs Naby Keïta wegen wiederholten Foulspiels ermöglichte den Bayern mehr Spielanteile (54.).

Zunächst hatten die Bayern allerdings einen Rückstand durch ein Elfmetertor von Emil Forsberg zu verkraften (68.). Vorangegangen war ein grenzwertiger Zweikampf zwischen Jérôme Boateng und Yussuf Poulsen. Fünf Minuten später machte der deutsche Nationalspieler seinen Fauxpas wieder gut und bediente Thiago per sehenswertem Lupfer, sodass der Spanier mit dem Kopf zum 1:1 treffen konnte (73.). In der Schlussphase der regulären Spielzeit rannte München an, der erlösende Siegtreffer gelang ihnen aber nicht mehr.

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DFB-Pokal: Bayern sicher im Elfmeterschießen

In der Verlängerung waren die Bayern weiter das bestimmende Team. Leipzig konnte sich bei Schlussmann Péter Gulásci bedanken, der RB mit starken Paraden aus kurzer Distanz gegen Joshua Kimmich (100.) und Robert Lewandowski (105.) ins Elfmeterschießen rettete. Dort scheiterte Timo Werner im letzten Schuss an Neuer-Ersatz Sven Ulreich im Bayern-Tor.

Werder Bremen - TSG Hoffenheim 1:0 (1:0)

Der Gast aus Hoffenheim, der Bremen zum Saisonauftakt in der Liga noch 1:0 besiegt hatte, kontrollierte auch im DFB-Pokal die Begegnung. Werder konnte nur vereinzelt über Konter für Entlastung sorgen. Dennoch brachte Ishak Belfodil einen verlängerten Eckball zur überraschenden Bremer Führung im Tor unter (30.). In der Folge nahm der Druck der TSG weiter zu, doch Andrej Kramaric setzte einen direkten Freistoß aus 17 Metern nur an die Querlatte (52.). Mit einer kompakten Defensivleistung rettete die Elf von Trainer Alexander Nouri den Sieg ins Ziel. Damit baut Werder den eigenen Rekord weiter aus: Bremen ist nun seit 36 Heimspielen im DFB-Pokal ungeschlagen.

SC Freiburg - Dynamo Dresden 3:1 (0:0)

Im Anschluss an eine ausgeglichene erste Halbzeit nahm die Partie erst im zweiten Durchgang Fahrt auf: Zunächst profitierte der Zweitligist von einer Unordnung in der Freiburger Hintermannschaft, die einen Angriff nicht konsequent klären konnte. Nutznießer war Dynamos Rico Benatelli, der den Ball überlegt ins verwaiste Tor lupfte (48.). Postwendend glich der Favorit allerdings aus, Nils Petersen vollstreckte problemlos nach einem kapitalen Fehlpass von Dresdens Philip Heise (50.). Den umjubelten Führungstreffer erzielte der Kapitän des Sport-Clubs, Julian Schuster, mit einem Freistoßschlenzer aus 24 Metern (61.). Der eingewechselte Jannik Haberer besorgte den 3:1-Endstand für Freiburg (81.).

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DFB-Pokal: Werder glücklich, Heidenheim furios

Jahn Regensburg - FC Heidenheim 2:5 (1:2)

Heidenheim ging im Duell zweier Zweitligisten durch einen Doppelschlag in Führung. Maximilian Thiel schoss mit dem zweiten Torschuss per Direktabnahme das 1:0 (30.), Stürmer Robert Glatzel besorgte kurz darauf die Vorentscheidung zugunsten der Gäste, indem er einen Schnatterer-Freistoß wuchtig ins Tor köpfte (32.). Regensburg gab sich jedoch nicht geschlagen und konnte noch vor der Halbzeitpause durch Jonas Nietfeld verkürzen (45.+1). Doppeltorschütze Thiel erzielte nach einem frechen Solo das 3:1 (50.), das Kolja Pusch wenig später zum 4:2 ausbaute (54.). Zu mehr als dem zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 2:3 durch Marco Grüttner (54.) zuvor reichte es für den Jahn nicht. Der ehemalige Regensburger Pusch, der bei seinem Startelf-Debüt getroffen hatte, sah nach einem Handspiel noch Gelb-Rot (65.). Am Ausgang der Partie änderte dies aber nichts mehr, ganz im Gegenteil: In Unterzahl konnte der FCH sogar durch Glatzels zweites Tor noch auf 5:2 erhöhen (82.).

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insgesamt 22 Beiträge
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joe.micoud 25.10.2017
1.
Was für eine Freude. Endlich mal ein Sieg. Hätte ich nicht gedacht anhand des Gegners Hoffenheim. Jetzt seit fast 30 Jahren ungeschlagen Zuhause im Pokal. Schön !! Und ein Kompliment nach München. Das waren 5 perfekte und absolut unhaltbare Elfer. Hab ich so noch nicht gesehen.
geradsteller 25.10.2017
2. Glückwunsch, Bayern
Man muss ehrlich gratulieren. Auch eine peinliche Schiedsrichterleistung konnte nicht verdecken, beide 120min gleichwertig; Bayern souverän bei den Elfmetern.
DerDifferenzierteBlick 25.10.2017
3. Leipzig wurde KEIN Elfer verwehrt
Anders als es bei der Sportschau dargestellt wurde, waren die beiden Elferentscheidungen in der ersten Hälfte eindeutig korrekt (ich kann mir hier die Aufnahme in HD in beliebiger Zeitlupe oder Standbild immer wieder ansehen): Das Foul von Vidal war eindeutig außerhalb des Strafraumes (locker 1/2 Meter) und Boateng spielt glasklar den Ball. Auf der anderen Seite hat Leipzig einen völlig unberechtigten Elfmeter bekommen (und reingemacht). Dafür war der Platzverweis gegen Leipzig ebenfalls eine deutliche Fehlentscheidung (die 2. Gelbe war kein Foul, die erste war korrekt). Zudem hätte Tolisso von Bayern lange gelb sehen müssen. Dafür ist aber auf der anderen Seite wieder ein Bayernangriff im Strafraum fälschlicherweise abgepfiffen worden. Dass Vidal für sein Foul (s.o.) hätte rot sehen müssen (wie der nicht ganz regelkundige Kommentator behauptete) ist auch nicht korrekt, da Vidal weder letzter Mann war noch eine klare Torchance vereitelt hat (Boateng stand sogar noch direkt im Weg, das Foul war also sogar überflüssig). Auch andere Platzverweisforderungen sind unsinnig (ich werde jetzt nicht auf jede einzelne eingehen).
elisenstein 25.10.2017
4. Bayern setzt sich durch?
Bayern wurde durchgesetzt! Vidal kann machen was er will, er fliegt nicht vom Platz und so manch anderer Spieler von Bayern ebenfalls. Es ist halt so, Fussball ist ein Wirtschaftsunternehmen, kein Sport.
marcuhlig 25.10.2017
5. grenzwertiger Zweikampf
ich weiss nicht von welchem grenzwertigen Zweikampf hier die Rede ist, das war kein Elfmeter sondern eine Konzessionsentscheidung für den unberechtigterweise nicht gegebenen Elfmeter. Die gelb-rote Karte war ebenso unberechtigt, insofern hatten die Bayern unterm Strich schon etwas Glück gehabt und sich über eine Niederlage nicht beschweren dürfen.
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