Pokalniederlage gegen Frankfurt Bayern-Abgang sorgt für Empörung

Von Verlierern im DFB-Pokalfinale erwartet man, dass sie den Siegern bei der Ehrung zuschauen. Die Bayern halten davon offenbar wenig.

Spieler des FC Bayern München
AFP

Spieler des FC Bayern München


Als die Spieler von Eintracht Frankfurt den DFB-Pokal in die Höhe reckten, um den sensationellen 3:1-Sieg der Eintracht gegen den FC Bayern zu bejubeln, war von den Münchner Spielern weit und breit nichts zu sehen. Das Team von Jupp Heynckes hatte im Anschluss an die Niederlage nur schnell die Medaillen in Empfang genommen und war dann in der Kabine verschwunden.

Das sorgt für Entrüstung in den sozialen Netzwerken. Es ist ein ungeschriebenes Fußballgesetz, dass das unterlegene Team den Siegern bei der Ehrung anwesend ist und applaudiert. Als "charakterlos", "erbärmlich", "enttäuschend" und "peinlich" wurde das Verhalten der Bayern von Twitter-Nutzern beschrieben.

"Da muss ich ganz ehrlich zugeben, dass in dem Moment die Spieler und ich sicher nicht dran gedacht haben", sagte Trainer Heynckes, als er auf das Versäumnis angesprochen wurde. Nur die Ersatztorhüter Manuel Neuer und Tom Starke waren auf dem Rasen geblieben und hatten den Frankfurtern applaudiert.

Auch Joshua Kimmich entschuldigte sich: "Wenn es respektlos rübergekommen ist, tut es mir leid. Das war nicht unsere Absicht. Da war viel Enttäuschung dabei." Mats Hummels sagte, der Gang in die Kabine habe "wenig mit fehlendem Respekt zu tun. Ich kenne gar nicht den Knigge, wie man sich da verhält."

Den Frankfurtern dürfte es herzlich egal sein. Sie feierten ihren ersten Pokalsieg seit 30 Jahren - ob mit oder ohne Münchner Spalier.

Anmerkung der Redaktion: In einer früheren Version des Textes stand, dass die Verlierer für den Sieger des Endspiels Spalier zu stehen haben. Das ist nicht korrekt, es ist vielmehr umgekehrt: Der Sieger applaudiert dem Verlierer im Spalier. Wir haben diesen Fehler korrigiert.

mmm/dpa



insgesamt 310 Beiträge
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kleseb9 19.05.2018
1. Merkwürdig
Ich habe noch nie von dieser angeblichen Tradition gehört und schaue seit Jahrzehnten Fußball. Die Spieler offensichtlich auch nicht. Also, vergesst den Quatsch.
hansa_vor 20.05.2018
2. Ist halt wie bei kleinen Kindern,
denen man das Spielzeug wegnimmt, Mia san Mia halt. Peinlicher Abgang für einen großen Trainer. Was hat eigentlich "Deutschlands bester Stürmer" in seinen glanzvollen 7 Minuten gemacht? Hat Wagner einen oder gar keinen Ballkontakt gehabt? Glückwunsch an Frankfurt zum Sieg und danke an Neuer für seinen Sportsgeist (einziger FCB Spieler der zur Siegerehrung anwesend war). Wo war Rummenigge? Wo war Hoeness? Für mich ist es peinlich durch solch eine Mannschaft europäisch vertreten zu sein. PFUI
wetzer123 20.05.2018
3. Das ist einfach nur peinlich
und die Arroganz der erfolgreichen. Ich wünsche den Bayern noch viele Niederlagen um das zu üben.
zieglerm 20.05.2018
4. Die Spieler, die sagen, sie hätten das nicht gewusst, ...
... standen in den letzten Jahren regelmäßig dort. Die Tatsache, dass Manuel Neuer geblieben ist, zeigt auch, dass es eine bewusste Aktion der Bayern war, ebenso wie das demontrative Abnehmen der Medaillen noch bei der Siegerehrung. Schlechter Stil eines Vereins und einer Mannschaft, die sich regelmäßig über Fair Play hinwegsetzen, aber es für sich selbst einfordern. Gratulation an die Eintracht.
tadano 20.05.2018
5.
Die Bayern haben ja auch nicht so viel Erfahrung mit dem Verlieren. Auch das will gelernt sein. Vielleicht machen sie das ja beim nächsten Mal besser.
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