Streit zwischen DFB und DFL Niersbach nennt Rettig-Kritik "anmaßend"

Der Präsident schaltet sich ein: Nach der heftigen Kritik vom Chef des Ligaverbandes setzt nun DFB-Boss Wolfgang Niersbach zum Konter an. Andreas Rettigs Vorwürfe, beim Deutschen Fußball-Bund herrsche vorauseilender Gehorsam, seien "völlig unangebracht".

DFB-Präsident Niersbach in Israel: Streit mit der DFL
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DFB-Präsident Niersbach in Israel: Streit mit der DFL


Hamburg - DFB-Präsident Wolfgang Niersbach hat mit ungewohnt scharfen Worten auf die Kritik von DFL-Geschäftsführer Andreas Rettig an den Strukturen und der Sportdirektoren-Suche des Verbands reagiert.

"Ich kann mich nur wundern. Denn bei meinen ständigen Kontakten mit Ligapräsident Reinhard Rauball haben wir uns immer einvernehmlich abgestimmt, etwa bei so wichtigen Themen wie der EM-Bewerbung 2020 oder den Sicherheitsfragen - in diesem Geist haben wir auch den Grundlagenvertrag bis 2017 verlängert", sagte Niersbach.

An die Adresse von Rettig fügte der DFB-Präsident hinzu: "Wenn nun ein Mann, der noch kein halbes Jahr bei der DFL angestellt ist, so ziemlich alles und jedem in unserem Verband - dazu noch sachlich falsch - infrage stellt, ist dies anmaßend und völlig unangebracht."

DFL-Geschäftsführer Rettig hatte zuvor gegenüber der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" unter anderem ein Mitspracherecht des Ligaverbands bei der Suche nach dem neuen Sportdirektor gefordert und dem DFB "vorauseilenden Gehorsam" beim Thema EM 2020 vorgeworfen. Er sagte zudem, grundsätzlich eine Schwäche in der Gesamtstruktur des DFB ausmachen zu können, allen voran beim Posten des Generalsekretärs: "Dass die Führung eines so großen Verbandes von einer hauptamtlichen Person geleistet werden kann, da habe ich meine Zweifel. An dieser Stelle des DFB kommen sehr viele Aufgaben zusammen."

Nun will Niersbach den Konflikt bei der Präsidiumssitzung am Freitag aufgreifen.

luk/dpa/sid



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