Nach Bierhoff-Aussagen Jetzt wird Özil auch von DFB-Chef Grindel attackiert

Nach Oliver Bierhoffs Kritik an Mesut Özil mischt sich nun auch Reinhard Grindel in die Dauer-Debatte um den Nationalspieler ein. "Mesut sollte sich öffentlich äußern", fordert der DFB-Präsident.

Reinhard Grindel (Archivbild, August 2017)
Getty Images

Reinhard Grindel (Archivbild, August 2017)


Nur wenige Tage, nachdem DFB-Manager Oliver Bierhoff Mesut Özil zum Sündenbock für das WM-Aus gemacht hat, meldet sich nun der Präsident des Deutschen Fußball-Bundes in der "Erdogan-Affäre" zu Wort.

Das Schweigen des Spielers "hat viele Fans enttäuscht, weil sie Fragen haben und eine Antwort erwarten. Für mich (ist) völlig klar, dass sich Mesut, wenn er aus dem Urlaub zurückkehrt, auch in seinem eigenen Interesse öffentlich äußern sollte", sagte Reinhard Grindel dem "Kicker": "Daneben müssen wir die sportliche Analyse abwarten und schauen, ob Joachim Löw weiter mit ihm plant." Eine Aussage, die man auch als Aufforderung zu einem weiteren Schritt verstehen kann, den Özils Vater Mustafa Özil andeutete: "Wenn ich an seiner Stelle wäre, würde ich sagen: Dankeschön, aber das war's."

Auf die Frage, ob in der Dauerdebatte um das Foto mit dem türkischen Staatschef nicht auch der DFB-Präsident gefragt sei, antwortete Grindel ausweichend: "Wir haben keine Zweifel aufkommen lassen, dass wir die sportliche Entscheidung, dass Mesut Özil zum Kader gehört, akzeptieren." Daher sei nun erst mal die sportliche Analyse abzuwarten. Gleichzeitig sagt er: "Wir möchten auch abwarten, in welcher Form sich Mesut einlässt. Es gehört zur Fairness, einem verdienten Nationalspieler, der einen Fehler gemacht hat, diese Chance zu geben."

Was der DFB in der Sache falsch gemacht haben könnte, erwähnt Grindel nicht. In dem vorab veröffentlichten Auszug aus dem Interview springt er stattdessen seinem Manager bei: "Oliver Bierhoff hat sehr deutlich gemacht, dass er sich hier missverstanden fühlt. Und dass es in keiner Weise seine Absicht war, einen Spieler öffentlich für das Scheitern bei der WM verantwortlich zu machen."

Der DFB-Chef erhöht mit diesen Aussagen aber doch den Druck auf einen ganz bestimmten Nationalspieler: "In der Tat hoffe ich, dass Özils Stellungnahme so eindeutig ist, dass die Fragen der Fans und des Verbandes beantwortet sind."

sak



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