Pfeifkonzert beim Fischer-Auftritt DFB erwägt Verzicht auf Halbzeitshows

Nach dem Konzert-Desaster mit Helene Fischer ist der DFB ins Nachdenken gekommen. Man werde prüfen, ob solche Halbzeitshows beim Pokalfinale Sinn ergäben, sagte DFB-Vize Frymuth.

Helene Fischer im Olympiastadion
Bongarts/Getty Images

Helene Fischer im Olympiastadion


Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) stellt nach der massiven Kritik am Auftritt von Schlagerstar Helene Fischer die Halbzeitshow beim DFB-Pokalfinale in Berlin auf den Prüfstand. "Wir werden für die Zukunft aus dem vergangenen Samstag lernen", sagte DFB-Vizepräsident Peter Frymuth der "Rheinischen Post".

"Es gilt ganz genau zu prüfen, was in Deutschland zu einem Pokalfinale passt - und was eben nicht. Es gibt sicherlich unterschiedliche Gedanken, wie man das Format gestalten kann. Wir müssen versuchen, alle Interessen in unsere Überlegungen einzubeziehen", betonte er.

Hinsichtlich der harschen Kritik von großen Teilen der organisierten Fans gegen den DFB ("Krieg dem DFB") ist Frymuth um eine differenzierte Aufarbeitung bemüht. "Wer ganz genau erklärt hier eigentlich wem den Krieg und warum? Ist damit die ganze Arbeit des DFB gemeint? Also auch die Arbeit an der Basis? Oder wird hier auf generelle Entwicklungen im bezahlten Fußball abgehoben? Werden damit Strafen wegen Verfehlungen der Fans kritisiert?", fragte sich Frymuth.

Der ehemalige Präsident von Fortuna Düsseldorf ist aber um einen Dialog bemüht: "Niemand kann ernsthaft an einer Entfremdung zwischen Verband und Fans Interesse haben. Wir werden uns damit offensiv auseinandersetzen und auch Gespräche mit vielen Beteiligten suchen."

Die Fan-Initiative "FC PlayFair" erwartet nach dem Pfeifkonzert gegen Helene Fischer weitere ähnliche Proteste. Ihr Gründer Claus Vogt sagte MDR Aktuell: "Ich glaube, das wird nicht die letzte Aktion in die Richtung sein. Da bin ich mir ganz sicher."

Vogt sagte weiter, Fischer sei Opfer des ausufernden Fußball-Kommerzes geworden: "Ich glaube, da haben eher die Funktionäre etwas verbrochen." Sie hätten versucht, die Show des Superbowl in den USA zum DFB-Pokal-Finale zu holen "und haben vergessen, dass bei uns doch noch mehr der Sport im Mittelpunkt steht als nur der Kommerz".

aha/sid



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