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DFB-Sieg gegen Norwegen Neid bremst die Euphorie

DFB-Elf vor der WM: Viel Konkurrenz, kaum Stammplätze
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Deutschland ist in WM-Form. Mit einem Erfolg gegen Norwegen beendete die Frauen-Nationalmannschaft ihre nahezu perfekte Vorbereitung, der Kader ist stark wie nie. Bundestrainerin Silvia Neid gibt sich entspannt - und warnt ihre Spielerinnen vor zu viel Übermut.

Sie wollte gehen aber musste noch bleiben. Bundestrainerin Silvia Neid hatte die Hand ihrer norwegischen Kollegin Eli Landsem freundschaftlich geschüttelt, ihr Programm für das verlängerte Wochenende zu Hause verraten ("Wäsche waschen, beim Golfclub vorbeischauen, bügeln, Koffer packen") und war in Gedanken schon aus Mainz abgereist. Doch nun musste sie noch einmal zurückblicken. Auf vier Testspiele, die ihr Team, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft der Frauen, während der rund zweimonatigen Vorbereitungszeit allesamt gewonnen hatte.

"15 zu 0 Tore. Das ist too much", sagte Neid, nachdem die DFB-Elf in Mainz auch Norwegen klar 3:0 besiegt hatte. Zuvor hatte es Siege gegen Nordkorea (2:0), Italien und die Niederlande (jeweils 5:0) gegeben. Nachdem das Neid-Team nun also auch die wenig zimperlichen Norwegerinnen mit späten Treffern binnen vier Minuten geschlagen hatte, war der Bundestrainerin die perfekte Testspielbilanz wohl ein wenig unheimlich. Gleichwohl sind die Siege Ausdruck der deutschen Stärke. Daher sagt auch Neid: "Wir werden mit großem Selbstvertrauen in das Spiel am Sonntag gehen."

Die Partie, auf die die Bundestrainerin anspielte, ist die am übernächsten Sonntag (18 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) in Berlin. Mehr als 74.000 Menschen werden dann den WM-Start der Titelverteidigerinnen gegen Kanada im Olympiastadion verfolgen. Ein Ausblick, der den deutschen Spielerinnen wohlige Schauer über die Rücken jagt. "Heute waren es fast 14.000. Grandiose Fans, auf die ich stolz bin. Aber ich wage mir nicht vorzustellen, was bei 75.000 Leuten los ist", sagte Torhüterin Nadine Angerer. Ihre Trainerin beruhigte die Keeperin anschließend. "Die Zuschauer in Mainz haben Krach für 75.000 gemacht. Deshalb sind wir da gut vorbereitet", so Neid.

"Das ist die beste Mannschaft, die Deutschland je gehabt hat"

Die lange Vorbereitungszeit für die Titelkämpfe im eigenen Land mit insgesamt sieben Lehrgängen brachte der Bundestrainerin vor allem eine Erkenntnis: Noch nie waren die elf Startplätze in einem deutschen Frauen-Nationalteam so hart umkämpft wie vor dieser Heim-WM. Denn noch nie war eine weibliche DFB-Auswahl so ausgeglichen besetzt wie derzeit. "Das ist die beste Mannschaft, die Deutschland je gehabt hat. Wir haben 21 gleichwertige Spielerinnen. Deshalb sind wir auch relativ entspannt - weil wir wissen, dass wir eine gute Bank haben", analysierte Melanie Behringer die komfortable Ausgangslage des DFB-Teams.

Dabei könnte die Mittelfeldspielerin, beim EM-Sieg 2009 noch gesetzt, eine der Leidtragenden des enormen Konkurrenzkampfes werden. Eigentlich galt Behringers internes Duell mit Fatmire Bajramaj im linken Mittelfeld als zentrale Personalie. Bis Neid gegen Norwegen beide auf der Bank ließ. In der Startelf stand stattdessen Célia Okoyino da Mbabi vom SC 07 Bad Neuenahr, die in den ersten drei Testspielen jeweils getroffen hatte und gegen Norwegen im munteren Wechsel mit der rechten Mittelfeldspielerin Kerstin Garefrekes die Außenbahnen beackerte.

Popp setzt die Sturm-Oldies Prinz und Grings unter Druck

Ein Signal für den WM-Auftakt? "Davon würde ich nicht ausgehen. Da warte ich lieber die Trainingseindrücke in der nächsten Woche ab. Vielleicht ist ja zum Beispiel Lira Bajramaj dann wieder viel leichtfüßiger als zuletzt", sagte die Bundestrainerin, deren Mannschaft nach einem kurzen Heimaturlaub am Dienstag in Berlin wieder zusammenkommt.

Deutlicher ist Neids Tendenz im Angriff. Dort hat sich Alexandra Popp, die stürmische Kronprinzessin, mit ihren zwei Treffern gegen Norwegen noch einmal als echte Alternative zu den arrivierten Torjägerinnen Birgit Prinz (33) und Inka Grings (32) in Erinnerung gerufen. Zumal sich Rekordnationalspielerin Prinz noch mit den Folgen ihrer Sprunggelenksverletzung herumplagt und Grings zuletzt die Selbstsicherheit der EM 2009 fehlte.

Doch Neid bremst alle Fürsprecher der 20-jährigen Popp: "Sie ist im Moment eine sehr, sehr wichtige Spielerin für uns - und sehr, sehr gut, wenn sie eingewechselt wird", sagt die Bundestrainerin. Sie wendet sich beim Projekt Titelverteidigung lieber wieder dem großen Ganzen zu. Schließlich haben die Norwegerinnen mit ihrer rustikalen Spielweise gerade angedeutet, wie man den scheinbar übermächtigen DFB-Frauen beikommen kann.

"Wir waren immer diejenigen, die nach Zweikämpfen am Boden lagen", hat Neid ein deutliches Manko ausgemacht. "Wir werden das Spiel analysieren. Und es wird uns nicht schwerfallen, den Spielerinnen klar zu machen, dass sie nicht auf Wolke sieben schweben sollten", sagte die Bundestrainerin trocken. Entschlossen unterstützt von ihrer erfahrenen Spielführerin Prinz: "Es sieht so aus, als hätten wir ein gutes Team", so die Weltmeisterin von 2003 und 2007: "Aber ob das auch wirklich so ist, wird sich erst zeigen, wenn es kritisch wird."

Deutschland - Norwegen 3:0 (0:0)
1:0 Laudehr (79.)
2:0 Popp (81.)
3:0 Popp (82.)
Deutschland: Angerer - Bresonik, Krahn (72. Goeßling), Bartusiak, Peter - Kulig (81. Hingst), Laudehr - Garefrekes (46. Behringer), Prinz (46. Bajramaj), Okoyino da Mbabi (72. Müller) - Grings (46. Popp)
Norwegen: Hjelmseth (55. Skarbö) - Skammelsrud, Mjelde, Berge (77. Vikestad) - Rönning (69. Ryland), Woods (46. Kaurin) - Haavi (69. Ims), Giske (61. Lene Mykjaland), Herlovsen (46. Stenslad) - Pedersen
Schiedsrichterin: Hong (Südkorea)
Zuschauer: 13.812
Gelbe Karte: - Mjelde

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insgesamt 5192 Beiträge
krafts 29.11.2010
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Zitat von sysopWird die Stimmung so ausgelassen sein wie 2006?
Ich gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Kanzla87 29.11.2010
Aus welchem Grund?
Zitat von kraftsIch gehe mal davon aus, dass die Frauen-WM auch im eigenen Land nicht mit der von 2006 vergleichen kann. Auch bei vielen Fußballinteressierten wird sich das Interesse ziemlich in Grenzen halten.
Aus welchem Grund?
Rockker 29.11.2010
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich [...]
Ein Wettbwerb aus der Kategorie *EIKS, aber dank den deutschen Medien wird er gehypt zu dem nächsten unsänglichen "Sommermärchen" wo die deutsche NM, alle Gegner sowieso mit 22:0 schlagen wird... *Eigentlich Interessiert Keine Sau
Flosse 29.11.2010
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch [...]
Zitat von sysopVom Sommermärchen 2006 schwärmen die Fans noch heute. Was bringt die nächste Fußball-WM in Deutschland?
Die Stimmung wird wohl kaum so ausgelassen sein wie 2006, weil es auch einfach viel kleinere Stadien sind. Das Medieninteresse wird da sein, aber ob die Fans so mitziehen? Zu wünschen wäre es. Ich fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
CaptainSubtext 29.11.2010
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
Zitat von FlosseIch fände es übrigens auch klasse, wenn mal die Herren-N-11 gegen die Damen-N-11 spielen würde. Vor vier Jahren waren die Frauen zumindest spielerisch überlegen...
mmmmh. Wenn die Damenelf noch nicht mal in der Lage ist gegen eine Vereins-B-Jugend zu gewinnen, wieso.....?
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  • Ja, das Team holt den Pokal
  • Nein, zum Titel reicht es nicht
WM-Bilanz der DFB-Frauen
Jahr Bilanz
2011 Viertelfinale (0:1 n. V. gegen Japan)
2007 WELTMEISTER (2:0 gegen Brasilien)
2003 WELTMEISTER (2:1 n.G.G. gg. Schweden)
1999 Viertelfinale (2:3 gegen USA)
1995 Finale (0:2 gegen Norwegen)
1991 Spiel um Platz drei (0:4 gegen Schweden)

Die Favoriten der Frauenfußball-WM
Fifa-Weltrangliste: 3.
WM-Teilnahmen: 6
Bestes WM-Ergebnis: Zweiter (2007)
Letzte Turniere: Sudamericano 2010: Sieger, Olympia 2008: Finale, WM 2007: Finale
Trainer: Kleiton Lima
Stars: Marta, Christiane (beide Sturm), Maurine (Mittelfeld)
Taktik: 3-4-1-2 oder 3-4-3
Stärken: variables Spiel, extrem torgefährlich, Marta
Schwächen: Defensive, fehlende Siegermentalität?


Fifa-Weltrangliste Frauen-Fußball
Platz Nation Punkte
1 USA* 2191
2 Deutschland* 2153
3 Brasilien* 2098
4 Japan* 2062
5 Schweden* 2043
6 Kanada* 2028
7 Frankreich* 1997
8 Nordkorea* 1995
9 Norwegen* 1989
10 England* 1962
11 Australien* 1945
12 Italien 1936
13 Dänemark 1891
14 Niederlande 1890
15 China 1874
16 Südkorea 1846
Island 1846
18 Spanien 1816
19 Finnland 1813
20 Russland 1811
... ... ...
22 Mexiko* 1781
24 Neuseeland* 1750
27 Nigeria* 1672
31 Kolumbien* 1621
61 Äquatorialguinea* 1396
* WM-Teilnehmer. Stand: 18. März (nächste Weltrangliste: 22. Juli)



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