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DFB-Sportgericht: Freispruch für Salihamidzic

Aufatmen beim FC Bayern München. Nach seiner Roten Karte im Bundesliga-Derby gegen 1860 München muss Mittelfeldspieler Hasan Salihamidzic keine Spielsperre absitzen. Schiedsrichter Fandel hat in seinem Spielbericht zugegeben, dass er sich bei dem Platzverweis geirrt hatte.

Entsetzen bei Hasan Salihamidzic nach seinem Platzverweis: "Habe mich geirrt"
AP

Entsetzen bei Hasan Salihamidzic nach seinem Platzverweis: "Habe mich geirrt"

Frankfurt am Main - Salihamidzic wird den Bayern am kommenden Samstag im Heimspiel gegen den Tabellenletzten 1. FC Köln zur Verfügung stehen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat auf Antrag des DFB-Kontrollausschusses die Einstellung des Verfahrens gegen den Bosnier und die Aufhebung der Vorsperre beschlossen.

Der Welt-Verband Fifa hat durch Zirkular Nummer 866 vom 24. September 2003 bei einem "offensichtlichen Fehlentscheid des Schiedsrichters" ein solches Vorgehen zugelassen. Normalerweise ist eine Sperre für mindestens eine Begegnung nach einer Roten Karte obligatorisch.

Die Basis dieser Entscheidung ist die Aussage von Schiedsrichter Herbert Fandel (Kyllburg), der in seinem Bericht erklärt hatte, dass er Salihamidzic am vergangenen Samstag im Münchner Derby irrtümlich und zu Unrecht des Feldes verwiesen habe.

Erleichterter Hitzfeld, einsichtiger Fandel


Trainer Ottmar Hitzfeld reagierte auf den Freispruch am Tag vor dem Champions-League-Duell bei Celtic Glasgow erleichtert. "Ich freue mich für Hasan, aber es war auch nichts anderes zu erwarten", sagte der Bayern-Coach: "Es gab keine andere Wahl. Die Fernsehbilder waren eindeutig."

In der Bundesliga gab es bereits einen Präzedenzfall. Am 10. Mai 2001 wurde der Hamburger Profi Sergej Barbarez vom DFB-Sportgericht freigesprochen, da ein vom damaligen Schiedsrichter Hellmut Krug (Gelsenkirchen) geahndeter Kopfstoß gegen Michael Schjönberg im Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern nicht durch die TV-Bilder gestützt wurde. Es habe sich um einen "Wahrnehmungsirrtum" des Unparteiischen gehandelt, hieß es damals in der Urteilsbegründung. Barbarez kam damit um eine Sperre herum. Die Aufhebung der Vorsperre gegen Salihamidzic ist nun das zweite Urteil dieser Art.

"Ich hatte ein Nachtreten gesehen. Jetzt weiß ich: Ich habe mich geirrt. Das habe ich auch in meinem Bericht geschrieben", sagte Fandel bereits direkt nach dem Studium der Fernsehbilder am Samstag. Der Unparteiische hatte nach einem Zweikampf in der 60. Spielminute zwischen 1860-Verteidiger Andreas Görlitz und Salihamidzic dem Bayern-Spieler die Rote Karte wegen "Nachtretens" gezeigt, obwohl der Mittelfeldspieler den "U21"-Nationalspieler, der wegen Haltens in dieser Szene Gelb-Rot sah, nachweislich nicht berührt hatte.

"Absolute Ausnahme"


Rainer Koch, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts, erklärte dazu in einem Interview auf der DFB-Homepage: "Die Aufhebung der automatischen Sperre nach einem Feldverweis ist und bleibt die absolute Ausnahme."

Gleichzeitig stellte Koch klar: "Ein Freispruch kommt auf Grund der Fifa-Bestimmungen lediglich dann in Frage, wenn ein Feldverweis nicht nur 'strittig' ist, sondern 'eindeutig und zweifelsfrei' auf einem 'offensichtlichen Irrtum' des Schiedsrichters beruht. Nachdem beim Feldverweis gegen Barbarez und nun auch gegen Salihamidzic von den Schiedsrichtern erklärt worden ist, dass sie bei ihrer Entscheidungen einem Irrtum unterlegen sind, und die Fernsehbilder belegt haben, dass keinerlei Regelwidrigkeit vorlag, konnte in diesen Fällen ausnahmsweise die automatische Vorsperre durch den Einzelrichter aufgehoben und das Verfahren eingestellt werden."

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