Wettskandal bei Rot-Weiss Essen DFB-Sportgericht weist Lotte-Einspruch erneut ab

Das DFB-Sportgericht hat im Regionalliga-Wettskandal den erneuten Einspruch der Sportfreunde Lotte abgewiesen. Der Verein war vor das Gericht gezogen, weil ein entscheidendes Spiel zwischen dem Aufsteiger Borussia Dortmund II und Rot-Weiss Essen unter Manipulationsverdacht steht.

Enttäuschte Lotte-Spieler: "Der Einspruch wurde nicht fristgerecht eingelegt"
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Enttäuschte Lotte-Spieler: "Der Einspruch wurde nicht fristgerecht eingelegt"


Hamburg - Regionalligist Sportfreunde Lotte ist auch in mündlicher Verhandlung vor dem Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gescheitert. Das Gericht verwarf den Einspruch der Sportfreunde gegen die Wertung des am 5. Mai ausgetragenen Regionalligaspiels zwischen Rot-Weiss Essen und Borussia Dortmund II (0:4) als unzulässig. Damit folgte das Gremium in Frankfurt am Main der Entscheidung des Einzelrichters vom 25. Mai.

"Der Einspruch wurde nicht fristgerecht spätestens zwei Tage nach dem Spiel eingelegt, sondern erst am 21. Mai. Ungeachtet dessen fehlt auch das Einspruchsrecht des Vereins als Nicht-Beteiligter des Spiels. Und für eine Spielmanipulation liegen ohnehin keine Anhaltspunkte vor", sagte Stephan Oberholz, der die Verhandlung leitete, das Urteil.

Die Sportfreunde Lotte waren in der Regionalliga West mit einem Punkt weniger als Borussia Dortmund II am Aufstieg gescheitert. Sie hatten ihren Einspruch damit begründet, dass der DFB-Kontrollausschuss ein Ermittlungsverfahren gegen drei Essener Spieler eingeleitet hatte, die anlässlich des Spiels gegen Dortmund II gegen ihren Verein gewettet hätten.

Gegen das Urteil des Sportgerichts kann bis kommenden Montag, 24 Uhr, Berufung vor dem DFB-Bundesgericht eingelegt werden.

jar/dpa/sid



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insgesamt 3 Beiträge
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Bee1976 02.06.2012
1. ...
Der DFB wie er leibt und lebt. Da ist ein spiel unter Manipulationsverdacht, und der DFB wartet ob einer der beteiligten Vereien sich meldet in der Frist. Würde es dem DFB auch nurnoch entfernt um sport gehen waeren sie vielleicht selber mal auf die Idee gekommen, das zu untersuchen und ggf. einzugreifen ?
Levaldo 02.06.2012
2. Fair-Play, nicht beim DFB
Die Sportfreunde sollten das weiter durchziehen, bis zum CAS. Lächerlich wie der DFB die Abweisung begründet: 2 Tage nach dem Spiel war auch noch nicht bekannt, dass die Spieler drauf getippt haben. Ich geh zwar auch davon aus, dass Essen sich ohne die Wetten der Spieler nicht gegen den BVB gewehrt hätte, aber das ist unerheblich.
MatthiasM 02.06.2012
3. Mein Gott Lotte ...
Nach neuesten anonymen Hinweisen war auch das Spiel von RWE in Lotte manipuliert – Abgründe tun sich da auf ... Im Ernst: Niemand hatte Lotte bervoten RWE im Heimspiel dort zu schlagen, das haben sie aber eben nicht geschafft, sondern noch beinahe verloren. Und wenn es jetzt heisst: Gegen uns haben sie alles gegeben, gegen den BVB nichts – die Mannschaft war die ganze Saison eine Wundertüte, mal stark, mal grottenschlecht, so ist das eben bei auch noch jungen Amateuren. Für RWE war die Liga zu dem Zeitpunkt bedeutungslos, hier ging es nur noch um die (ja auch erreichte) Teilnahme an der Pokal-Endrunde. Die betroffenen Spiler wurden sofort suspendiert, haben mittlerweile den Verein auch verlassen, der DFB war zeitnah informiert usw. Von Bee1976 heute, 01:54 Uhr „Der DFB wie er leibt und lebt. Da ist ein spiel unter Manipulationsverdacht, und der DFB wartet ob einer der beteiligten Vereien sich meldet in der Frist. Würde es dem DFB auch nurnoch entfernt um sport gehen waeren sie vielleicht selber mal auf die Idee gekommen, das zu untersuchen und ggf. einzugreifen “ Der DFB war wie gesagt informiert und HAT ermittelt. Bleibt ja auch die Frage, warum Lotte wochenlang bis zum Saisonende mit dem Einspruch gewartet hat, wenn Trainer Walpurgis eigener Ausage nach doch schon VOR dem Spiel irgendwas gewusst haben will. Den entscheidenen Satz haben Sie ja auch konsequent ausgelassen: „Und für eine Spielmanipulation liegen ohnehin keine Anhaltspunkte vor", sagte Stephan Oberholz, der die Verhandlung leitete Wer wie Lotte einen 17-Punkte-Vorsprung verspielt, hat es eben einfach sportlich nicht geschafft und sollte sich damit irgendwann auch abfinden.
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