Testspiel: DFB-Team besiegt seinen Frankreich-Fluch

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Über 75 Jahre konnte die deutsche Nationalmannschaft nicht mehr in Frankreich gewinnen - bis zum Mittwochabend. Dank der Tore von Thomas Müller und Sami Khedira ist die DFB-Elf erfolgreich ins Länderspieljahr 2013 gestartet.

Hamburg - Bonjour 2013! Auch wenn das neue Jahr schon mehr als einen Monat alt ist, für die deutsche Nationalmannschaft hat es erst am Mittwochabend begonnen: In Frankreich hat das DFB-Team sein erstes Länderspiel des Jahres 2:1 (0:1) gewonnen.

Im Stade de France ging die Equipe Tricolore durch Mathieu Valbuena in Führung (44. Minute), doch Thomas Müller (51.) und Sami Khedira (74.) konnten das Spiel drehen - und somit für den ersten deutschen Sieg in Frankreich seit dem 13. März 1935 sorgen. Damals hatte das DFB-Team 3:1 gewonnen.

"Es gab viele Möglichkeiten auf beiden Seiten. In der ersten Halbzeit hatten wir eine gute Spielanlage, bekommen aber ein unglückliches Gegentor. Wir haben vermutlich unsere Siegermentalität wieder in uns", sagte Torschütze Müller nach dem Spiel.

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Bundestrainer Joachim Löw hatte für die Partie auf etliche Stammspieler verzichten müssen. Neben Bayern-Profi Bastian Schweinsteiger, der wegen Sprunggelenksproblemen passen musste, fehlte auch das Dortmund-Trio Marco Reus, Mario Götze und Marcel Schmelzer verletzt. Miroslav Klose war ebenfalls nicht dabei.

Sein Comeback feierte hingegen René Adler. Der HSV-Keeper stand erstmals nach einer 27-monatigen Pause wieder im Tor der DFB-Auswahl. "Ich war richtig nervös, das muss ich ehrlich zugeben", sagte der Torhüter nach dem Spiel.

Adler rettet vor Benzema

Vor rund 75.000 Zuschauern starteten beide Teams offensiv. Zunächst lenkte Müller einen verunglückten Schuss von Khedira knapp neben das Tor, auf der anderen Seite schlug Frankreichs Moussa Sissoko in aussichtsreicher Position nur über den Ball (5.).

Auch die nächste Chance kam eher zufällig zustande: Müller wollte auf den linken Flügel passen, Özil nahm den Ball, der eigentlich nicht für ihn bestimmt war, dynamisch mit - und stand allein vor Torhüter Lloris, der jedoch parieren konnte (6.).

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Deutschland erarbeitete sich nun einige gute Möglichkeiten: Nach einem Konter kam Özil am rechten Strafraumrand zum Schuss, setzte den Ball jedoch deutlich über das Tor (16.). Auch Gomez' Versuch ging daneben (19.), Per Mertesacker köpfte zudem nach einer Ecke an die Latte (21.).

Bei den Franzosen lief fast jeder Angriff über Bayern-Profi Franck Ribéry, er war es auch, der eine große Chance für Valbuena auflegte - dieser verfehlte aber das Tor. Wenig später tauchte Benzema frei vor Adler auf, der Rückkehrer konnte dessen Schuss jedoch abwehren (27.).

Müller trifft kurz nach der Pause

Kurz vor der Halbzeit war es dann doch so weit: Benzemas Freistoß knallte zunächst nur an die Latte, von dort jedoch wieder ins Feld, wo Sissoko am schnellsten reagierte und per Kopf auf Valbuena weiterleitete, der ebenfalls per Kopf zum 1:0 traf (44.).

Doch nach der Pause brauchten die Deutschen nur knapp sechs Minuten, ehe Müller der Ausgleich gelang. Ilkay Gündogan erkämpfte sich den Ball im Mittelfeld, passte klug auf den Bayern-Offensivspieler, der ein paar Schritte in den Strafraum machte - und dem herausstürzenden Lloris keine Chance ließ (51.).

Frankreich reagierte mit einer Reihe von guten Angriffen, doch sowohl Torschütze Valbuena (64.), als auch Ribéry (67.) und Benzema verpassten den erneuten Führungstreffer (73.).

Der gelang dann dem deutschen Team: Nach einem Traumpass von Mesut Özil stand Khedira allein vor Lloris und traf, zu diesem Zeitpunkt etwas überraschend, zur 2:1-Führung für die DFB-Elf (74.). Kurz darauf war der Ball erneut im Tor, doch die Partie war vor dem Schuss von Benedikt Höwedes schon unterbrochen worden.

"Heute haben wir viele Dinge gut umgesetzt. In der ersten Halbezeit kam jedoch oft der letzte Pass nicht an. Aber alle Spieler haben heute ein großes Laufpensum absolviert. Wir waren die eindeutig bessere Mannschaft", sagte Löw nach der Partie.

Frankreich - Deutschland 1:2 (1:0)
1:0 Valbuena (44.)
1:1 Müller (51.)
1:2 Khedira (74.)
Frankreich: Lloris - Sagna, Koscielny (46. Rami), Sakho, Evra - Cabaye, Matuidi (46. Capoue), Sissoko (80. Giroud) - Valbuena (86. Menez), Benzema, Ribéry
Deutschland: Adler - Lahm, Mertesacker, Hummels, Höwedes - Khedira, Gündogan - Müller (89. Lars Bender), Özil, Podolski (68. Schürrle) - Gomez (57. Kroos)
Schiedsrichter: Paolo Silvio Mazzoleni (Italien)
Zuschauer: 75.000 (ausverkauft)

bka/sid/dpa

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insgesamt 52 Beiträge
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1. Beurteilung
koala1909 06.02.2013
Was habt Ihr Euch eigentlich bei der Beurteilung der Leistung als Grundlage genommen? Ihr müsst ein anderes Spiel gesehen haben. Gündogan war immer präsent, hat den Ball meist gut verteilt und das 1:1 super vorbereitet. Wieder ein Beweis, dass SPON keine Ahnung vom Fußball hat. Auch die Beurteilung von Hummels ist einfach zu schlecht. Naja, ernst nehmen kann man das kaum. Übrigens: Selbst Löw hat Gündogan explizit gelobt und der Kommentator auch.
2. da kann ich nur den Kopf schütteln...
_unwissender 06.02.2013
Spielt der Yogi doch tatsächlich nur mit 3 Bayern. Dachte ich: das gibt Haue! Und am Ende? Kam es ganz anders. Hat jemand wild gewettet? Oder kann Deutschlands Fußball etwa auch mit so wenig Lederhosen?
3. Glueckwunsch
derfalscheprophet 06.02.2013
Schoenes attraktives Spiel. Trotzdem hat mir Gomez nicht gefallen,auch wenn ich hierfür wieder kritisiert werde. Mit der Auswechslung hat Löw die "falsche 9" ausprobiert ,die meiner Meinung nach geglückt ist. Durch sein Interview hat er auch zu verstehen gegeben ,dass er in Zukunft eher ohne Stoßstuermer spielen wolle.....ganz großes Kino.
4. Für ein Freundschaftsspiel
bloßmolwassage 06.02.2013
überraschend gute Partie.
5.
Attila2009 06.02.2013
Welches Spiel genau hat der Kritiker gesehen ? Hummels und Gündogan waren so schlecht nicht, hatten wohl nur den Fehler dass sie nicht Bayern München angehören ? Gerade Gündogan wurde noch ausdrücklich von Löw noch nach dem Spiel gelobt und das will was bedeuten. Da bewerter wohl schon wieder mal ein Bayern-Fan völlig neutral... verstehe . Ob Neuer noch den Nummer Eins Status gepachtet hat glaube ich auch nicht. Adler kann ihn mühelos ersetzen .Mit Neuer hätten wir in der Schlußphase wieder 4 Tore wie gegen Schweden gefangen.
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