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Skandalspiel von Düsseldorf: DFB weist Hertha-Protest zurück

Hertha BSC ist mit seinem Einspruch gegen die Wertung des Relegationsspiels bei Fortuna Düsseldorf vorerst gescheitert. Die DFB-Richter haben entschieden, dass die Partie nicht wiederholt wird. Berlin will dies nicht akzeptieren - und zieht vor das Bundesgericht.

Hamburg - Es bleibt dabei: Fortuna Düsseldorf steigt in die Bundesliga auf, Hertha muss in die zweite Liga. Das hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) am Montag in erster Instanz entschieden und damit den Protest der Hertha gegen die Wertung des Relegationsspiels am vergangenen Dienstag in Düsseldorf abgelehnt. Es wird also kein Wiederholungsspiel geben, so wie von Hertha beantragt war. Die Kosten des Verfahrens trägt Hertha BSC. Allerdings haben die Berliner noch die Chance, das DFB-Bundesgericht anzurufen - und werden diese auch nutzen.

"Der Einspruch hatte keinen Erfolg, weil kein Einspruchsgrund nachzuweisen war", sagte der Sportgerichtsvorsitzende Hans E. Lorenz. "Der Schiedsrichter hat jederzeit regelkonform gehandelt, und die von Hertha BSC behauptete einseitige Schwächung durch die Unterbrechung konnte nicht belegt werden."

"Das war hier und heute und am Freitag eine schwierige Entscheidung für uns", sagte Lorenz und betonte: "Auch wenn der Einspruch keinen Erfolg hatte, sagen wir ausdrücklich, dass wir Verständnis haben, dass der Verein nach diesem Strohhalm gegriffen hat."

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Relegationsspiel Berlin-Düsseldorf: Hertha-Einspruch abgelehnt
Nun wird es am Mittwoch oder Donnerstag vor dem Bundesgericht zu einer weiteren Verhandlung am grünen Tisch kommen. Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt sagte: "Ich kann das Urteil nicht verstehen. Der Richter hat von einem positiv besetzten Platzsturm gesprochen. Muss es denn Verletzte geben? Die, die als erste über den Zaun geklettert sind, waren keine Kinder." Schickhardt weiter: "Wir gehen davon aus, dass das Verfahren diese Woche abgeschlossen wird", meinte Schickhardt.

Danach wäre ein Gang vor das DFB-Schiedsgericht möglich. Selbst der Internationale Sportgerichtshof Cas könnte theoretisch noch eine Rolle in der Auseinandersetzung spielen.

Die Partie zwischen Fortuna und der Hertha (2:2) am Dienstag vergangener Woche hatte mehrfach vor dem Abbruch gestanden. Zunächst hatten vor allem Hertha-Fans minutenlang bengalische Feuer abgebrannt und Feuerwerkskörper aufs Spielfeld geworfen. In der Nachspielzeit stürmten Hunderte Fortuna-Fans das Spielfeld, obwohl Schiedsrichter Wolfgang Stark die Partie noch nicht beendet hatte. Erst nach einer Unterbrechung von fast 20 Minuten konnte zu Ende gespielt werden.

Hertha-Anwalt Christoph Schickhardt hatte anschließend davon gesprochen, die Berliner Spieler hätten "Todesangst" verspürt. Sie seien nach der Unterbrechung nur deswegen auf den Platz zurückgekehrt, weil die Polizei sie darum gebeten habe.

Ermittlungen gegen Berliner Profis

Gleichzeitig jedoch sind massive Vorwürfe gegen einzelne Hertha-Spieler laut geworden. So sollen Berliner Profis den Schiedsrichter in den Stadionkatakomben unflätig beleidigt und sogar körperlich angegriffen haben. Stark hat gegen einen Hertha-Spieler Strafanzeige gestellt. Um welchen Profi es sich handelt, ist offen.

Zum Auftakt der Verhandlung am vergangenen Freitag hatte Stark Hertha-Verteidiger Lewan Kobiaschwili beschuldigt, ihn im Kabinengang geschlagen zu haben. "Der Spieler Kobiaschwili hat mit ausgestrecktem Arm, mit der Faust in meine Richtung geschlagen. Ich duckte mich kurz ab und wurde am Hinterkopf getroffen", sagte Stark.

Außerdem hätten Kapitän Andre Mijatovic, Christian Lell und Torwart Thomas Kraft den Schiedsrichter schwer beleidigt. Der DFB-Kontrollausschuss hat bereits Ermittlungen eingeleitet. Diese Fälle werden zu einem späteren Zeitpunkt behandelt. Auch Düsseldorfs Andreas Lambertz muss noch mit einer Strafe rechnen. Er hatte nach der Partie im Innenraum ein bengalisches Feuer gehalten.

leh/aha/dpa

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insgesamt 363 Beiträge
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    Seite 1    
1. Fragwürdig
spon-facebook-10000048637 21.05.2012
Also entscheiden in Zukunft die Zuschauer wann ein Spiel zu Ende ist. Völlig fragwürdige Entscheidung und nicht hinnehmbar.
2. Hertha
Woody.Woodpecker 21.05.2012
1. Liga ist hart 2. Liga ist Hertha
3. Gut so!
fullspeed 21.05.2012
Das war die völlig richtige Entscheidung. Hertha hat mit solchen Spielern und solchen "Fans" nichts in der Bundesliga verloren.
4. Instanzen
phboerker 21.05.2012
Hertha wird zweifellos die weiteren Instanzen ausschöpfen. Das kann sich also noch einige Zeit hinziehen...
5. schade aber auch
no_angie 21.05.2012
wir hätten doch zu gerne nochmal eine Horde hirmnloser Idioten life gesehen. Das war doch noch schöner als Nachmittags TV bei RTL und SAT 1
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