DFB-Urteil: St. Pauli muss Teil seiner Fans aussperren

Kassenrollenwurf mit Konsequenzen: Ein Teil der St.Pauli-Fans muss beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC draußen bleiben. Das hat das DFB-Sportgericht entschieden. Der Werfer hatte zuvor ein Geständnis abgelegt.

Getroffener Eintracht-Profi Schwegler: Konsequenzen für den Fc St. Pauli Zur Großansicht
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Getroffener Eintracht-Profi Schwegler: Konsequenzen für den Fc St. Pauli

Hamburg - Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) hat den Zweitligisten FC St. Pauli nach dem Kassenrollenwurf eines Fans zu einem Spiel unter Teilausschluss der Öffentlichkeit verurteilt. Gegen den Karlsruher SC darf der Club am 12. März 5800 Stehplätze nicht besetzen und muss mit einem Einnahmeausfall von mindestens 63.000 Euro rechnen. Bei der Verhandlung am Montag in Frankfurt am Main erschien der 20-jährige Werfer persönlich als Zeuge und schilderte teilweise schluchzend seine Tat.

Dies wertete das Gericht als strafmildernd. "Dieser Wurf war nicht als Wurf gegen einen Gegner gedacht, war aber im Ergebnis eine fahrlässige Tat", sagte der Vorsitzende Richter Hans E. Lorenz. Der Jurist präsentierte den Prozessparteien auch das von Schiedsrichter Felix Zwayer gelieferte Beweisstück.

DFB-Chefankläger Antin Nachreiner hatte angesichts des Vorstrafenregisters des FC St. Pauli dafür plädiert, dass der Verein das nächste Heimspiel sogar ohne die 13.000 Besucher im Stehplatzbereich bestreitet. Die Stadionkapazität beträgt 24.487 Plätze. "Das ist schon ein massives Urteil. Wir hatten uns eine Geldstrafe erhofft, die ein ganzes Stück darunter liegt", sagte St. Paulis Vizepräsident Gernot Stenger. Der Verein will nun überlegen, ob er vors DFB-Bundesgericht zieht.

Am 19. Dezember war in der Partie zwischen St. Pauli und Eintracht Frankfurt Gäste-Kapitän Pirmin Schwegler in der 48. Minute von der Kassenrolle am Kopf getroffen worden und zu Boden gegangen. Der Schweizer musste kurz behandelt werden, spielte aber beim Stande von 1:0 für die Hamburger weiter. Der Werfer stellte sich später und sprach von einem Versehen. Schwegler trug nach eigenen Angaben "eine kleine Beule" davon. Der Pauli-Fan entschuldigte sich vor der Verhandlung bei dem Fußballprofi persönlich, nachdem er dies zuvor schon per Mail getan hatte.

Der FC St. Pauli war in dieser Saison bereits zweimal vom Sportgericht wegen Fehlverhaltens bestraft worden. Jenseits des Zweitliga-Betriebs kam es Anfang des Jahres bei einem Hallenturnier in Hamburg zu Ausschreitungen zwischen St.-Pauli- und Lübecker Anhängern mit 90 Verletzten.

aha/dpa

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1.
Robert_Rostock 27.02.2012
Zitat von sysopDPAKassenrollenwurf mit Konsequenzen: Ein Teil der St.Pauli-Fans muss beim Heimspiel gegen den Karlsruher SC draußen bleiben. Das hat das DFB-Sportgericht entschieden. Der Werfer hatte zuvor ein Geständnis abgelegt. http://www.spiegel.de/sport/fussball/0,1518,817903,00.html
Alle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher. (Orwell, Animal Farm)
2. sowas auf St.Pauli?
hansmaus 27.02.2012
Das ist ja unerhört! da hat sich bestimmt ein böser rechter in den Block geschmuggelt denn anders kann es garnicht sein das der anderste Fußballverein aller Zeiten zu sowas verdonnert wird.
3. Dfb
Hausmannskost 27.02.2012
Dass der DFB nicht alle TAssen im Schrank hat, weiß man ja spätestens seit diesem Vorfall: Burghausen: Stadionverbote für Wacker-Fans − Hahn und Omodiagbe angezeigt | Passauer Neue Presse - Burghausen - Nachrichten - Zeitung - Burghauser Anzeiger (http://www.pnp.de/region_und_lokal/landkreis_altoetting/burghausen/348900_Stadionverbote-fuer-Wacker-Fans-Hahn-und-Omodiagbe-angezeigt.html)
4. ...
Hausmannskost 27.02.2012
Zitat von hansmausDas ist ja unerhört! da hat sich bestimmt ein böser rechter in den Block geschmuggelt denn anders kann es garnicht sein das der anderste Fußballverein aller Zeiten zu sowas verdonnert wird.
Wieso Boshaftigkeit unterstellen, wenn's auch Dummheit tut...
5. Wir sind Gleicher!
dieseweltistverrückt 27.02.2012
Zitat von Robert_RostockAlle Tiere sind gleich. Aber manche sind gleicher. (Orwell, Animal Farm)
Oder wie es Herr Hans E. Lorenz, welcher im übrigen schon das "Bierbecher" Urteil abschwächte mal so schön sagte: „Der FC St. Pauli ist ein besonderer Verein mit einer besonderen Fankultur. Das wird er auch bleiben, auch über dieses Urteil hinaus.“ Soviel also zum Thema, dass vor dem DFB (Gerichten) alle gleich sind! Ich bin kein Freund der Kollektivstrafen. Harte und Konsequente Bestrafung ja, aber Alle wegen des Handelns einer Person? NEIN. Aber wenn es das schon gibt, dass bitte gleiches (Un)recht für Alle !
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