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09. Juli 2012, 18:19 Uhr

Kurzpässe

Karlsruher SC zu Geisterspiel verurteilt

Der Karlsruher SC ist vom DFB-Sportgericht zu einem Geisterspiel verurteilt worden. Christian Träsch verliert sein Kapitänsamt beim VfL Wolfsburg. Und: Johan Cruyff kritisiert die Berufung von Louis van Gaal zum neuen Nationaltrainer der Niederlande.

Hamburg - Drittligist Karlsruher SC muss das erste Heimspiel in der kommenden Saison am 28. Juli gegen den Halleschen FC unter Ausschluss der Öffentlichkeit austragen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) verurteilte den KSC zu einem Geisterspiel. "Eine Geldstrafe oder ein Teilausschluss für ein Spiel in der dritten Liga hätten als Strafmaß nicht ausgereicht", sagte Hans E. Lorenz, der Vorsitzende des DFB-Sportgerichts.

Der DFB ahndete damit die Vorkommnisse beim Relegations-Rückspiel des KSC gegen Jahn Regensburg am 14. Mai. Damals hatten rund 200 Karlsruher Zuschauer nach Spielende teilweise gewaltsam das Spielfeld gestürmt. Insgesamt wurden mehr als 70 Personen verletzt. Gegen die Entscheidung des Sportgerichts kann der KSC binnen einer Woche Berufung vor dem DFB-Bundesgericht einlegen.

Christian Träsch ist nicht mehr Mannschaftskapitän beim VfL Wolfsburg. Trainer Felix Magath wird den 24-Jährigen in der kommenden Saison nicht mehr für dieses Amt vorschlagen. "Nein, ich möchte einem Spieler mit der Binde helfen und ihn nicht belasten", sagte Magath dem "Kicker". Träsch war im Juli 2011 vom VfB Stuttgart nach Wolfsburg gekommen und kurz danach von Magath zum neuen Kapitän ernannt worden.

Niederlandes Fußball-Ikone Johan Cruyff hat die Ernennung von Louis van Gaal zum neuen Nationaltrainer kritisiert. Der Niederländische Fußball-Bund (KNVB) habe den ehemaligen Bayerntrainer "in Rekordzeit" nach dem EM-Debakel angestellt, bemängelt Cruyff in seiner Kolumne in der Zeitung "De Telegraaf". Ob es eine gute oder schlechte Entscheidung sei, hänge nun auch vom Zufall ab. Das dürfe nicht sein, schrieb Cruyff. Cruyff und van Gaal sind seit Jahren zerstritten. Der 65-Jährige hatte zuletzt erfolgreich die erneute Anstellung van Gaals als Trainer bei Ajax Amsterdam verhindert.

Der russische Club Anschi Machatschkala aus der Region Dagestan beugt sich der Uefa und wird seine Heimspiele in der Europa League nahe Moskau austragen. "Wir müssen anerkennen, dass die Uefa ihre Meinung nicht geändert hat", teilte der Club mit. Deshalb spielt der Verein von Trainer Guus Hiddink und Superstar Samuel Eto'o im Europapokal im Saturn-Stadion im Moskauer Vorort Ramenskoje. Die Europäische Fußball-Union hatte wegen der Terrorgefahr in der Teilrepublik Dagestan den Club aufgefordert, eine Ausweichspielstätte außerhalb des Nordkaukasus zu benennen.

rei/dpa/sid

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