Lizenz-Entscheidung Aus Sicht der DFL darf der HSV absteigen

Alle Vereine der 1. und 2. Liga dürfen für die kommende Saison planen. Die DFL hat sämtlichen Klubs die Lizenz erteilt - auch der unter Finanzsorgen leidende Hamburger SV kam ohne Auflagen davon.

Fans des Hamburger SV
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Fans des Hamburger SV


In der ersten Runde des Lizenzierungsverfahrens hat die Deutsche Fußball Liga keinem Erst- oder Zweitliga-Club die Spielberechtigung für die nächste Saison verweigert. Dies teilte die DFL am Donnerstag in Frankfurt/Main mit. Einige Vereine müssen aber bis Ende Mai Bedingungen erfüllen, andere erhielten die Lizenz unter Auflagen. Insgesamt gibt es 47 Bewerber für die beiden höchsten Spielklassen.

Die Clubs können innerhalb einer Woche Beschwerde gegen die erste Entscheidung einlegen. Anfang Mai steht die zweite Runde bei der DFL an. Anfang Juni trifft der Lizenzierungsausschuss die endgültige Entscheidung. Der stark abstiegsgefährdete Bundesliga-Vorletzte Hamburger SV hat nach eigenen Angaben die Lizenz für die 1. und 2. Liga ohne Bedingungen und ohne Auflagen erhalten.

"Wir haben beide Ligen-Szenarien inhaltlich professionell vorbereitet und freuen uns über den Erhalt der Lizenzen", erklärte Finanzvorstand Frank Wettstein, der beim HSV derzeit auch als Vorstandsvorsitzender fungiert. "Unser Finanzbereich hat unter der Leitung von Frank Wettstein sehr gute Arbeit geleistet und damit die Grundlage für die kommende Spielzeit geschaffen", sagte Aufsichtsratsboss Bernd Hoffmann.

Ob Investor Klaus-Michael Kühne dem HSV erneut finanziell unter die Arme gegriffen hat, blieb offen. Der 80 Jahre alte Milliardär hält 20,57 Prozent der Anteile und ist größter Einzelinvestor der HSV-Fußball-AG. Zuletzt hatte er weitere Zahlungszusagen verweigert.

Es war erwartet worden, dass der HSV im Fall des ersten Abstiegs der Vereinsgeschichte vor allem mit der Erteilung der Lizenz für die 2. Liga Probleme bekommen könnte. Denn der Traditionsclub beklagt Verbindlichkeiten von mehr als 100 Millionen Euro. Und in der 2. Liga sind die garantierten Einnahmen deutlich niedriger als im Oberhaus.

aha/dpa



insgesamt 13 Beiträge
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Robert_Rostock 19.04.2018
1. DFL hat nichts gegen HSV-Klassenerhalt einzuwenden?
Hm. Wenn man den ganzen Beitrag liest, insbesondere den letzten Absatz: "Es war erwartet worden, dass der HSV im Fall des ersten Abstiegs der Vereinsgeschichte vor allem mit der Erteilung der Lizenz für die 2. Liga Probleme bekommen könnte." dann müsste doch die Überschrift eher heißen: DFL hat nichts gegen HSV-Abstieg einzuwenden. So, dafür möchte ich aber Berater-Honorar...
Peter Gabriel 19.04.2018
2.
wie lächerlich, ohne Auflagen.... ja ne is klar.
Franke aus Hamburg 19.04.2018
3. Warum...
... hat der HSV auch für die zweite Liga eine Lizenz erhalten? Unabsteigbar ist unabsteigbar. Spaß beiseite. Es ist schon bemerkenswert, wie die Medien mit dem Blick in die Glaskugel finanzielle Schwächen des HSV herausorakeln. Nun geht der HSV hin, legt seine Finanzen auf den Tisch und bekommt einfach so die Lizenz. Offenbar ist der Haushalt der Hamburger dochl besser bestellt, als so mancher Kenner herauf beschwören möchte.
spon_2937981 19.04.2018
4. Schöne Grüße
Sicher doch... Schöne Grüße auch nach Duisburg, Offenbach und zu den 60ern...! Wie immer: die kleinen hängt man, die großen lässt man laufen...
hisch88 19.04.2018
5. DFL hat nichts gegen HSV-Klassenerhalt einzuwenden
Die Überschrift hört sich so an, wie wenn jetzt schon die Vorbereitungen laufen den HSV noch in der 1. Liga zu halten. Das riecht für mich so abenteuerlich wie 2015, wo der HSV beim letzten Spiel der Runde noch "rein zufällig gewonnen" hat, sodass die Freiburger absteigen durften. Das hat damals für mich schon ein Geschmäckle gehabt, wie die Süddeutschen sagen. Bin echt gespannt, ob sich das dieses Jahr wiederholt.
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