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DFL-Präsident

Reinhard Rauball legt Amt 2019 nieder

Seit 2007 steht Reinhard Rauball an der Spitze der Deutschen Fußball-Liga. Nun hat der 71-Jährige angekündigt, im kommenden Jahr nicht mehr kandidieren zu wollen.

DPA

Reinhard Rauball

Montag, 10.09.2018   15:03 Uhr

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DFL-Präsident Reinhard Rauball stellt sich 2019 nicht zur Wiederwahl. "Nach intensiven Überlegungen habe ich mich entschieden, im kommenden Sommer nicht erneut für ein Amt bei der DFL zur Verfügung zu stehen", teilte der 71-Jährige mit. Rauball führt die Deutsche Fußball Liga (DFL), die aus dem Ligaverband hervorgegangen war, seit elf Jahren an. Außerdem ist er Präsident von Borussia Dortmund.

"Wenn der Weg in die Zukunft bereitet ist, ist es nur folgerichtig, dass ab diesem Zeitpunkt auch Jüngere in einer neuen DFL-Struktur Führung und Verantwortung übernehmen", sagte der Jurist: "Über diese Entscheidung habe ich die Kollegen im DFL-Präsidium informiert. Mein Entschluss bezieht sich ausschließlich auf meine Tätigkeit bei der DFL und nicht auf meine Zukunft bei Borussia Dortmund."

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Bereits im April soll Rauball das Gespräch mit seinen beiden Stellvertretern Peter Peters und Helmut Hack gesucht haben. "Gemeinsam sind wir überzeugt davon, dass der DFL e.V. als Zusammenschluss der 36 Klubs eine neue zeitgemäße Organisationsform benötigt", sagte Rauball.

"Bundesliga und 2. Bundesliga vor bedeutenden Weichenstellungen"

Rauball ist zugleich erster Vizepräsident des DFB und hatte nach dem unrühmlichen Abgang von Verbandsboss Wolfgang Niersbach 2015 in der vom SPIEGEL aufgedeckten Affäre um die Weltmeisterschaft 2006 gemeinsam mit Rainer Koch den größten Sportfachverband der Welt kommissarisch geleitet. Der Jurist ist seit 2004 Präsident von Borussia Dortmund und half dem BVB immer wieder in wirtschaftlich schweren Zeiten. 2007 hatte er als Nachfolger des verstorbenen Werner Hackmann den Vorsitz des damaligen Ligaverbandes der 36 Erst- und Zweitligaklubs übernommen.

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"Im kommenden Jahr werde ich zwölf Jahre als Präsident an der Spitze der DFL stehen. Gemeinsam mit den Klubs, ihren Vertretern in den Gremien und der DFL-GmbH konnte einiges im Sinne des deutschen Profifußballs erreicht werden", bilanzierte Rauball. "Fakt ist aber genauso: Aktuell stehen Bundesliga und 2. Bundesliga vor bedeutenden Weichenstellungen - mit Blick auf die sportliche und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Vergleich, aber auch in Bezug auf das Verhältnis der Klubs und der beiden Ligen untereinander."

Gemeinsam mit Christian Seifert, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung und Vermarktungsexperten, ist er seit Jahren das Gesicht der DFL. 2016 war der Spitzenfunktionär einstimmig und ohne Gegenkandidat wiedergewählt worden und kündigte an, die Aufgabe "mit Herzblut" zu erfüllen. Aber schon damals deutete sich an, dass seine vierte Amtszeit seine letzte sein könnte.

bam/sid

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