DFL-Sicherheitskonzept: Grünen-Politiker Nouripour kritisiert Innenminister
Omid Nouripour hat sich in der Diskussion über das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" auf die Seite der Fans gestellt. Der Grünen-Politiker kritisiert in einem Interview die Innenminister, die "absurde Ideen verbreiten, die weder realistisch noch umsetzbar sind".
Hamburg - Die Debatte über das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" nimmt immer mehr Fahrt auf. Nun hat Omid Nouripour, der sicherheitspolitische Sprecher der Grünen, die Haltung der Innenminister heftig kritisiert. Der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sagte er: "In der Innenministerkonferenz ist es Volkssport, den Knüppel in der Hand, auf Fußballfans draufzuhauen, bürgerkriegsähnliche Zustände auszurufen und absurde Ideen zu verbreiten, die weder realistisch noch umsetzbar sind."
Die Lage in Fußballstadien sei tatsächlich "sicherer als früher", sagte der Vorsitzende des Eintracht-Frankfurt-Fan-Clubs im Bundestag. "In den neunziger Jahren ist niemand mit kleinen Kindern ins Stadion, heute sieht man überall Familie. Die DFL und der DFB haben sich von den Innenministern in eine Ecke drängen lassen, aus der sie nicht mehr rauskommen." Er hoffe, dass das Sicherheitskonzept, über das die DFL-Vereine am Mittwoch in Frankfurt abstimmen, nicht verabschiedet wird.
Gewaltproblem lässt sich durch Zahlen nicht belegen
Unterdessen befürchten Fan-Experten eine Eskalation des Konflikts, sollten die Belange der Fans nicht mehr Berücksichtigung finden. "Wenn die Hardliner in den Kurven, die jetzt schon den Dialog ablehnen, die Meinungsführerschaft übernehmen, weil sich die Gemäßigten frustriert zurückziehen, wird sich die Situation weiter zuspitzen", sagte Sven Brux, Sicherheitschef des FC St. Pauli, der "FAS".
Anhänger in ganz Deutschland protestierten seit Wochen gegen das Konzept, vor allem der Paragraf, nach dem die Heimvereine beliebig viele ihrer Bundesligapaarungen als Risikospiele deklarieren und damit das Ticketkontingent für die Gästefans zusammenstreichen dürfen, stößt auf heftigen Widerstand. Auch Ganzkörperkontrollen, wie sie bereits in München beim Spiel gegen Eintracht Frankfurt praktiziert wurden, werden abgelehnt. Zumal das von vielen Medien und Politikern konstatierte Gewaltproblem durch Zahlen nicht zu belegen ist.
leh
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- Sonntag, 09.12.2012 – 07:14 Uhr
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