In den vergangenen drei Wochen sorgte eine konzertierte Aktion des Fan-Bündnisses "12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung" in deutschen Fußball-Stadien für eine gespenstische Atmosphäre. Aus Protest gegen die Sicherheitspläne der DFL herrschte in den ersten 12 Minuten und 12 Sekunden der Erst- und Zweitligapartien Stille. Und nicht nur hartgesottene Ultras schwiegen, sondern nahezu alle Zuschauer. Hören Sie die Fanproteste in der Audio-Show.
Das 12:12-Bündnis, das aus Fangruppen von mehreren Dutzend deutschen Vereinen besteht, fordert, dass alle Anträge aus dem DFL-Papier abgelehnt werden. Vor allem der Paragraf, nach dem die Heimvereine ihre Spiele als Risikospiele deklarieren und damit das Ticketkontingent für die Gästefans reduzieren dürfen, stößt auf massiven Widerstand.
"ProFans", ein Bündnis aus Ultras von mehr als 40 Vereinen, lehnt das DFL-Papier als "inakzeptabel" ab. Ihr Sprecher, Philipp Markhardt, sagte SPIEGEL ONLINE: "Wir freuen uns, dass die DFL endlich erkannt hat, dass sie einen Dialog mit den Fans führen muss. Die Änderung des Sicherheitspapieres begrüßen wir. Allerdings sind aus unserer Sicht fast die gesamten im ursprünglichen Sicherheitspapier genannten Maßnahmen nicht zielführend und somit auch nicht verhandlungsfähig."
Die Koordinationsstelle Fanprojekte (KOS) moniert den "Druck" durch die Politik. Er spalte und polarisiere. Die Bundesliga-Vereine würden so "zu nicht genug durchdachten Maßnahmen" getrieben. Auf der Website ich-fuehl-mich-sicher.de, initiiert vom Dortmunder Fanzine schwatzgelb.de, werden Fußballanhänger dazu aufgerufen, sich in eine Liste einzutragen, um "ein Zeichen zu setzen gegen die realitätsfernen Angstszenarien, die die Diskussion beherrschen". Bis zum Montagabend hatten rund 71.000 Fans teilgenommen.
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