DFL-Versammlung: Profivereine stimmen neuem Sicherheitskonzept zu
Das DFL-Sicherheitskonzept ist beschlossene Sache: Die Mehrheit der 36 Proficlubs sprach sich für das umstrittene Papier aus, mit dem die Sicherheit in den Fußballstadien erhöht werden soll. Nun müssen sich die Zuschauer unter anderem auf verschärfte Kontrollen einstellen.
Hamburg - Der Protest von Seiten der Fans war heftig - doch verhindern konnte er das Sicherheitskonzept der Deutschen Fußball Liga (DFL) nicht. Am Mittwoch sprach sich die große Mehrheit der 36 Erst- und Zweitligisten für das 37-seitige Papier mit dem Namen "Sicheres Stadionerlebnis" aus. Das sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball nach der mehrstündigen Sitzung der Ligaversammlung am Mittwoch in Frankfurt am Main.
Rauball betonte, "ein generelles Sicherheitsproblem hat der Fußball nicht. Eher Optimierungsbedarf beim Thema Sicherheit". Nach Ansicht des Ligachefs werde das Konzept helfen, "die Fußballkultur in Deutschland zu schützen". Rauball äußerte den Wunsch, dass der Dialog mit den Vereinen und Fans fortgesetzt werde.
Das Konzept besteht aus 16 Punkten, die alle eine Zustimmung bekamen, und mit deren Hilfe das vermeintliche Gewaltproblem im deutschen Fußball in den Griff bekommen werden soll. Ein Antrag des FC St. Pauli, die Entscheidung zu vertagen, wurde von 31 der 36 Clubs abgelehnt, fünf stimmten dafür.
Kernpunkte des Papiers, das zur kommenden Saison umgesetzt werden soll, sind die umfangreiche Ausstattung der Stadien mit Videoanlagen, die Qualifizierung des Ordnungsdienstes und die Einstufung von Partien als Risikospiele durch die Vereine nach Rücksprache mit der Polizei. Damit geht eine "Begrenzung des Verkaufs der Eintrittskarten sowohl für Steh- als auch Sitzplatzbereiche" ebenso einher wie verstärkte Personenkontrollen an den Eingängen. Fans befürchten, dass dies zu Ganzkörperkontrollen führen könnte, wie sie beim Spiel zwischen dem FC Bayern und Eintracht Frankfurt durchgeführt worden waren.
Insbesondere der Punkt Risikospiele war bei Fans auf massiven Widerstand gestoßen. Daher wurde in den vergangenen Wochen das Fanbündnis "12:12 - Ohne Stimme keine Stimmung" initiiert, das in Stadien für eine gespenstische Atmosphäre und damit für große Aufmerksamkeit gesorgt hatte.
Innenminister von Bund und Ländern hatten DFL und Vereine im Vorfeld aufgefordert, zu einer Entscheidung zu kommen. Andernfalls, so die Drohung, werde die Politik die Rahmenrichtlinien schaffen. Rauball betonte, dass derlei Drohungen, zu denen unter anderem die Abschaffung der Stehplätze gehörten, "ein für alle Mal vom Tisch sind".
Neben der Forderung nach einer flächendeckenden Videoüberwachung in den Stadien und der Professionalisierung des Ordnungspersonals ist ein zentrales Anliegen der Politiker, den Einsatz von Pyrotechnik konsequenter zu ahnden.
ham
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- Mittwoch, 12.12.2012 – 15:21 Uhr
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