DFL-Sicherheitspapier: Fans belagern Abstimmungsort in Frankfurt

Es ist der Tag der Entscheidung: Die DFL stimmt über das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" ab. Die Meinung der Vereine zu dem umstrittenen Papier ist gespalten, die Fans sind dagegen. Sie demonstrierten vor dem Tagungsort in Frankfurt am Main. Eine Verschiebung der Abstimmung wurde abgelehnt.

Fussballfans in Frankfurt am Main: "Jeder hat das Recht, hier zu demonstrieren" Zur Großansicht
dapd

Fussballfans in Frankfurt am Main: "Jeder hat das Recht, hier zu demonstrieren"

Hamburg - Die Beratungen laufen: In Frankfurt am Main hat die Versammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) mit der Diskussion samt anschließender Abstimmung über das umstrittene Sicherheitskonzept begonnen. Auf der Tagesordnung steht die Verabschiedung des 37-seitigen Positionspapiers mit insgesamt 16 Anträgen durch die 36 Profi-Fußballclubs.

Auch wenige Stunden vor der Abstimmung protestierten Fans gegen das Papier "Sicheres Stadionerlebnis". Etwa 400 Anhänger aus ganz Deutschland belagerten am Mittwochvormittag das Kongresshotel, in dem die Versammlung stattfindet. DFL-Chef Reinhard Rauball hatte Probleme, auf das Hotelgelände zu gelangen.

"Jeder hat das gute Recht, hier zu demonstrieren", sagte Ben Praße, Sprecher der Fanorganisation "Unsere Kurve": "Wir hoffen, dass hier aus der Vernunft heraus entschieden wird und nicht wegen des Drucks durch die Politik. Selbst, wenn die Anträge mit einer knappen Mehrheit verabschiedet werden, zeigt das die Unstimmigkeiten innerhalb der DFL."

Vor dem Treffen hatten sich mehrere Clubs zu dem Konzept geäußert. So sprachen sich unter anderem Bayern München, Borussia Mönchengladbach und Eintracht Frankfurt für das Papier aus. "Wir haben das lange genug vorbereitet. Die Dinge, die da drinstehen, sind Selbstverständlichkeiten des Fußballs. Wir werden uns sicherlich dafür entscheiden", sagte Eintracht-Boss Heribert Bruchhagen, zugleich DFL-Vorstandsmitglied.

HSV-Chef für Verschiebung der Abstimmung

Der Vorstandsvorsitzende des Hamburger SV, Carl-Edgar Jarchow, sieht hingegen noch Beratungsbedarf und ist für eine Verschiebung der Abstimmung. Gegen das Papier sind unter anderem der 1. FC Köln und der FC St. Pauli. Die Hamburger hatten am Dienstag bei der DFL einen Antrag gestellt, die Abstimmung zu verschieben und kurzfristig eine Kommission zu bilden, in die unter anderem Fanvertreter einbezogen werden sollen. Dieser Antrag wurde jedoch abgelehnt, eine Abstimmung sollte unbedingt am Mittwoch erfolgen.

Innenminister von Bund und Ländern hatten die Dachverbände DFL und DFB sowie die Vereine aufgefordert, am Mittwoch zu einer Entscheidung zu kommen, deren Präsentation gegen 14.30 Uhr erwartet wird. Sollte das Konzept beschlossen werden, wird es zur Saison 2013/2014 umgesetzt.

Wichtigste Streitpunkte des Konzeptes, das in seiner ersten Fassung Ende Oktober von Fans und zahlreichen Vereinen deutlich abgelehnt wurde, sind Änderungen der Einlasskontrollen sowie die Festlegung der Risikospiele und Ticketkontingente. Die Fans fürchten Repressalien wie Ganzkörperkontrollen oder die willkürliche Einordnung einer Begegnung als Risikospiel von Seiten der Vereine.

ham/sid/dpa

Diesen Artikel...
  • Aus Datenschutzgründen wird Ihre IP-Adresse nur dann gespeichert, wenn Sie angemeldeter und eingeloggter Facebook-Nutzer sind. Wenn Sie mehr zum Thema Datenschutz wissen wollen, klicken Sie auf das i.
  • Auf anderen Social Networks teilen

Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 33 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. optional
gaudibrezn 12.12.2012
Dem ist anzufügen: Helmut Hasenauer, Einsatzleiter der Polizei, erklärt gegenüber Stadionwelt: „Wir haben mit dem Einfinden von Fans gerechnet, über die Menge an Fans sind wir aber überrascht.“ Die Lage beschreibt Hasenauer als ruhig „Wenn das so bleibt sind wir zufrieden.“
2. Die Fans - wer ist das?
kenterziege 12.12.2012
Zitat von sysopdapdEs ist der Tag der Entscheidung: Die DFL stimmt über das Konzept "Sicheres Stadionerlebnis" ab. Die Meinung der Vereine zu dem umstrittenen Papier ist gespalten, die Fans sind dagegen. Sie demonstrierten vor dem Abstimmungsort in Frankfurt am Main. http://www.spiegel.de/sport/fussball/dfl-versammlung-vereine-stimmen-ueber-sicherheitspapier-ab-a-872469.html
Tatsache ist ja wohl, daß es bisher mit der Sicherheit in Stadien nicht weit her war. Man sollte sich zum Vergleich mal ein amerikanisches Baseball-Spiel anschauen. da gibt es auch Fans! deren Benehmen macht sogar einen vergnüglichen Familienausflug möglich! Was haben die Fans denn bisher für die Sicherheit getan? Was da in den Stadien bei uns abgeht, ist abartig und unterste Stufe der Zivilisation! Ich find die Regelungen o.K. Jetzt müßte nur noch die Bezahlung der Spiele durch Rundfunkgebühren getilgt werden. Wer den Spaß haben möchte, soll ihn mit ALLEN Kosten selbst bezahlen - incl. Bewachung und Polizeieinsatz!
3.
namenwerdenüberbewertet 12.12.2012
Zitat von kenterziegeTatsache ist ja wohl, daß es bisher mit der Sicherheit in Stadien nicht weit her war. Man sollte sich zum Vergleich mal ein amerikanisches Baseball-Spiel anschauen. da gibt es auch Fans! deren Benehmen macht sogar einen vergnüglichen Familienausflug möglich! Was haben die Fans denn bisher für die Sicherheit getan? Was da in den Stadien bei uns abgeht, ist abartig und unterste Stufe der Zivilisation! Ich find die Regelungen o.K. Jetzt müßte nur noch die Bezahlung der Spiele durch Rundfunkgebühren getilgt werden. Wer den Spaß haben möchte, soll ihn mit ALLEN Kosten selbst bezahlen - incl. Bewachung und Polizeieinsatz!
Dass sie Fußball und Baseball in einen Topf werfen, diskreditiert sie ja mal gleich als Fan. Für Menschen wie Sie gibt es hier zu Lande nunmal die Bundesgartenschau. Der Flora und Fauna beim wachsen zuzusehen ist dann sogar immer noch spannender als ein Ballgame.
4.
drnice1983 12.12.2012
Zitat von kenterziegeTatsache ist ja wohl, daß es bisher mit der Sicherheit in Stadien nicht weit her war. Man sollte sich zum Vergleich mal ein amerikanisches Baseball-Spiel anschauen. da gibt es auch Fans! deren Benehmen macht sogar einen vergnüglichen Familienausflug möglich! Was haben die Fans denn bisher für die Sicherheit getan? Was da in den Stadien bei uns abgeht, ist abartig und unterste Stufe der Zivilisation! Ich find die Regelungen o.K. Jetzt müßte nur noch die Bezahlung der Spiele durch Rundfunkgebühren getilgt werden. Wer den Spaß haben möchte, soll ihn mit ALLEN Kosten selbst bezahlen - incl. Bewachung und Polizeieinsatz!
Stimmt. In Amerika wird man lieber gleich erschossen als dass es "nur" Bengalos gibt. Wieso ist Ihrer Meinung nach ein Familienausflug nicht mehr möglich? Weil sie keine 200€ für Tickets und Verpflegung (und das 2 mal im Monat) übrig haben, oder weil ihnen bisher schon Bengalos und Böller um die Ohren geflogen sind und Ihre Kinder daraufhin Angst hatten? Was "geht denn in Stadien ab?" Wenn Ihnen das alles so mißfällt, warum gehen Sie denn hin bzw gucken sich das im TV an?
5. Keine Ahnung
koslovski 12.12.2012
Wie ein gescheiter Mensch mal gesagt hatte: Wer keine Ahnung hat, einfach mal Fresse halten. Die meisten Kommentare, die ich zu diesem Thema in den Medien lese, zeigen, dass die Aussagen von keinerlei Sachkenntnis getrübt sind. Viel zu viele fallen auf die Wahlkampfreden der Innenminister rein. Wenn die Vereine für die Einsätze der Polizei, die in diesem Staat für die Aufrechterhaltung von Sicherheit und Ordnung zuständig sindbezahlen müssen, müssen dann auch die Veranstalter von Schützenfesten bezahlen? Veranstaltungen, auf denen anteilsmäßig viel mehr Gewalt ausgeübt wird als in jedem Stadion dieser Republik?
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
News verfolgen

HilfeLassen Sie sich mit kostenlosen Diensten auf dem Laufenden halten:

alles aus der Rubrik Sport
Twitter | RSS
alles aus der Rubrik Fußball-News
RSS
alles zum Thema Fußballbundesliga
RSS

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH



  • Drucken Senden
  • Nutzungsrechte Feedback
  • Kommentieren | 33 Kommentare
Sicherheit im Fußball


Fotostrecke
Fanprotest: 12:12 Minuten Stille