"Es ist eine totale Grenze erreicht": Bruno Labbadias legendäre Wutrede auf einer Pressekonferenz in Stuttgart war ein Highlight der Hinrunde - und kein Einzelfall. Die Bundesliga-Trainer bauen immer häufiger öffentlich Frust ab. SPIEGEL ONLINE zeigt die besten verbalen Blutgrätschen im Video.
Hamburg - Kennen Sie das auch? Stress im Job, von Dankbarkeit keine Spur? Stattdessen immer dieser Druck? Dann fühlen Sie sich offenbar wie ein Trainer in der Fußball-Bundesliga, eine ebenso verantwortungsvolle wie undankbare Aufgabe: Bei Misserfolg prasselt die Kritik gnadenlos auf die Männer an der Seitenlinie ein. Dabei sind sie "nicht die Mülleimer von allen Menschen", wie Bruno Labbadia auf der legendären Pressekonferenz im Oktober so treffend feststellte.
Mit seinen harten Worten ("Es ist eine totale Grenze erreicht") lag der Coach des VfB Stuttgart voll im Trend. Wutreden gehören für Trainer inzwischen zum rhetorischen Standardrepertoire. Thomas Tuchel forderte mehr Respekt, Louis van Gaal hadert noch immer mit seinem ehemaligen Boss, und Thomas Doll lachte sich als damaliger BVB-Trainer ob der Kritik an seinen Spielern glatt "den Arsch ab".
Die Männer, die vor den Mikrofonen Klartext reden, bauen Frust ab. Und Frust haben sie nahezu alle irgendwann einmal. Ståle Solbakken ("Verdammter Feigling!"), Jupp Heynckes ("Wenn ich Ihnen das erklären würde, würde ich Sie überfordern") oder Joachim Löw ("Teile der Kritik ermüden mich") genauso wie Huub Stevens ("Was gestern war, ist nicht wichtig").
Hin und wieder zahlen sich die Ausraster sogar richtig aus. Als Bruno Labbadia am siebten Spieltag Kraftausdrücke ("am Arsch geleckt") verwendete, war der VfB mit sechs Punkten Tabellen-15. Am Ende der Hinrunde steht Stuttgart auf Rang neun, der Club möchte mit dem Trainer verlängern.
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chp
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