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Lewandowski und Aubameyang: Die Jagd auf Gerd Müllers historischen Rekord

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Seit vier Jahrzehnten war kein Bundesligaspieler so treffsicher wie Robert Lewandowski und Pierre-Emerick Aubameyang. Können die beiden sogar Gerd Müllers 40-Tore-Rekord angreifen?

40 Saisontore - ein Rekord für die Ewigkeit?

In über 50 Jahren Bundesliga-Geschichte gelang es lediglich fünf Spielern, 30 oder mehr Tore in einer Saison zu erzielen. Der Einzige, der dies mehrfach (fünfmal) schaffte, ist Gerd Müller. Für seine immer wieder als "ewiger Rekord" bezeichnete Bestmarke aus der Saison 1971/72 kamen gleich mehrere günstige Umstände zusammen. Sein FC Bayern war vielen Gegnern weit überlegen, spielte einen spektakulären Fußball, Gerd Müller war im Angriff der Zielspieler und in der Form seines Lebens. Außerdem blieb er verletzungsfrei und stand in jedem Ligaspiel auf dem Platz.

Nicht die Stürmer wurden schlechter, das Spiel änderte sich

Dass ähnliche Leistungen in der Zeit nach Gerd Müller nicht mehr zustande kamen, liegt nicht nur an dessen außergewöhnlichem Torriecher, sondern auch am Wandel des Spiels. Der Fußball ist heute taktisch grundlegend anders als in den Siebzigern. Was bei den erfolgreichsten Torjägern der Geschichte direkt ins Auge fällt, ist der Einbruch der Saisonbestmarken in den Achtzigern und Neunzigern. Mussten es davor meist schon mindestens 25, teilweise eben 30 Tore sein, um Torschützenkönig zu werden, so reichten nun häufig 20 bis 25 Tore. In den Saisons 1988/89 und 1995/96 sogar bescheidene 17 Tore.

Bayern-Torjäger Müller: In der Form seines Lebens Zur Großansicht
picture-alliance/ dpa

Bayern-Torjäger Müller: In der Form seines Lebens

Das hatte gleich mehrere Gründe: Das defensive Spiel gewann an Bedeutung, der Libero wurde durch die Viererkette abgelöst, die Ligen wurden ausgeglichener und die Angriffsformationen bildeten oft zwei Spitzen. Die insgesamt ohnehin schon weniger gewordenen Tore pro Spiel verteilten sich folglich fast durchgehend auch auf zwei Stürmer.

Warum sich die Zeiten für Torjäger aktuell wieder bessern

Doch seit einiger Zeit steigen die Saisonbestmarken wieder. Der FC Bayern München, und mit Einschränkungen auch Borussia Dortmund, dominieren die Liga und spielen, wenigstens die überwiegende Zeit, mit einer klar definierten Spitze. Da sich sowohl Robert Lewandowski als auch Pierre-Emerick Aubameyang zudem in konstant guter Form befinden, annähernd verletzungsfrei sind und effektiv mit ihren Chancen umgehen, kratzen die beiden Torjäger an nicht mehr für erreichbar gehaltenen Rekordmarken.

Bayern-Torjäger Lewandowski: Erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht Zur Großansicht
Getty Images

Bayern-Torjäger Lewandowski: Erfolgreich wie seit Jahrzehnten nicht

Aktuell liegen beide beinahe gleichauf mit Gerd Müller, wie der unten stehende grafische Vergleich zeigt. Während dieser in der Rekordsaison 1971/72 nach 22 Spieltagen bereits 23-mal getroffen hatte, sind es bei Lewandowski zum vergleichbaren Zeitpunkt 22 Tore und bei Aubameyang 21.

Für beide wird es allerdings sehr schwer werden, mit dem Rekordhalter Schritt zu halten. Gerd Müller erzielte in den fünf Spielen zwischen dem 23. und dem 27. Spieltag spektakuläre elf Tore. Dass Lewandowski zu Ähnlichem fähig ist, hat er mit seinem Fünferpack innerhalb von neun Spielminuten im September bewiesen. Aubameyang wiederum legt, auch das lässt sich an unserem Diagramm ablesen, eine bemerkenswerte Konstanz beim Toreschießen an den Tag.

Zum aktuellen Stand der Rekordjagd

Das Diagramm in diesem Artikel ist auf dem Stand des 22. Spieltags eingefroren. Wir werden die Rekordjagd jedoch weiter verfolgen und unter spiegel.de/rekordjagd nach jedem Spieltag einen aktualisierten Stand veröffentlichen. Selbst wenn am Ende weder Lewandowski noch Aubameyang den historischen Rekord erreichen sollten: Das letzte Mal, dass ein Spieler 30 Tore oder mehr Saisontore erzielte, ist fast 40 Jahre her (1976/77). Wenigstens diese Marke sollte für beide greifbar sein.

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