Razzia wegen Wettskandal: Verdächtigter Nationalspieler Criscito beteuert Unschuld
Domenico Criscito hat den Verdacht der Spielmanipulation zurückgewiesen. Er werde zum Sündenbock gemacht, sagte der 25-Jährige, der nach den Vorwürfen aus Italiens EM-Kader gestrichen worden war.
Hamburg - Der wegen des Verdachts der Spielmanipulation aus Italiens EM-Kader verbannte Nationalspieler Domenico Criscito hat die Vorwürfe abgestritten. "Ich empfinde Wut, weil ich als Sündenbock für eine Situation benutzt werde, die mich nicht betrifft. Ich habe ein reines Gewissen", sagte er der italienischen Sporttageszeitung "Gazzetta dello Sport". Gegen ihn werde zwar ermittelt, das sei aber noch lange kein Schuldbeweis: "Der Ausschluss aus dem EM-Kader kann vor den Augen der Sportwelt als Schuldspruch interpretiert werden.
Es existieren Fotos, auf denen er mit dem ebenfalls in den Sog des Skandals geratenen Genua-Profi Giuseppe Sculli bei einem Treffen mit drei mutmaßlichen Mitgliedern eines illegalen Wettrings abgebildet ist. Dies sei aber kein Schuldbeweis, sagte Criscito: "Ich habe lediglich mit drei Tifosi gesprochen, wie ich es oft tue. Ich wusste nichts über ihr Privatleben." Er habe viele Solidaritätsbekundungen von Personen bekommen, die seinen Ausschluss aus dem EM-Kader als ungerecht betrachten hätten.
"Ich hoffe, dass ich wieder für die Nationalelf spielen werde"
Nach Klärung der Vorwürfe wolle er bald wieder ins Nationalteam zurückkehren. "Die Nationalmannschaft ist ein Traum für jeden Spieler. Ich hoffe, dass ich dort wieder spielen werde, wenn sich diese absurde Situation geklärt hat", sagte er.
Das Zimmer des 25-Jährigen im Nationalmannschafts-Trainingslager in Coverciano war am Montag durchsucht worden. Der Verband hatte den Profi von Zenit St. Petersburg daraufhin umgehend aus dem Kader gestrichen. Spiele von Criscitos Stammverein FC Genua stehen ebenso wie Partien von Lazio Rom, US Lecce, AC Siena und Novara Calcio unter Manipulationsverdacht. 19 Personen wurden am Montag festgenommen, darunter Lazio-Kapitän Stefano Mauri. Außerdem wurde Trainer Antonio Conte, der Juventus Turin ohne Niederlage zum Meistertitel geführt hat, wegen seiner Vergangenheit bei Siena vernommen.
leh/sid
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